, 22.03.2021

Der Automatenverband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) hat vor dem heutigen Bund-Länder-Treffen eine „verlässliche Perspektive“ für Unternehmen in der Automatenbranche gefordert.

 

Ob Spielhalle oder Gastronomieaufstellung, die Lage vieler Unternehmen der Automatenwirtschaft sei dramatisch, erklärte Georg Stecker, Vorstandssprecher des Branchenverbandes. Nach fünf Monaten Lockdown verschärfe sich die Situation durch „schleppende und mitunter gar ausbleibende Auszahlung der Wirtschaftshilfen.“

Bereits Anfang März hatte die DAW die Lockdown-Verlängerungen von Spielhallen kritisiert. Schon damals hatte Stecker „klare Perspektiven“ für Unternehmen gefordert und erklärt, man könne sich „nicht von Lockdown-Verlängerung zu Lockdown-Verlängerung hangeln.“ Der Bund-Länder-Beschluss vom 3. März hatte in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen Lockerungen für zahlreiche Bereiche des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens vorgesehen, jedoch keine konkreten Regelungen für Casinos und Spielhallen enthalten.

„Augenmaß und Differenzierung gefragt“

 

Stecker äußerte sich auch über eine mögliche Wiedereröffnung von Spielhallen in Deutschland. Wenn die Situation es zulasse, über die Öffnungen zu sprechen, seien „Augenmaß und Differenzierung“ gefragt:

„Das tatsächliche Infektionsrisiko vor Ort muss dann stärker als bisher berücksichtigt werden. Die Voraussetzungen staatlich konzessionierter Spielhallen sind sehr gut. Man darf auch nicht blind für die Folgen der Schließungen sein.

Illegale Angebote nähmen zu, „wenn das legale Angebot staatlich konzessionierter Spielhallen und gastronomischer Betriebe mit Automatenaufstellung nicht zur Verfügung“ stehe, so Stecker weiter. Dies könne niemand wollen.

 

Corona nur ein Teil des Problems?

 

Die Gegner illegaler Glücksspielangebote müssen aktuell nicht nur die Schließung konzessionierter Spieleinrichtungen hinnehmen. Eine Herausforderung stellt auch der neue Glücksspielstaatsvertrag dar, der ab 1. Juli 2021 in Kraft treten soll und unter anderem Mindestabstände zwischen Spielhallen und ein Verbot von Mehrfachkonzessionen vorsieht.

 

Durch die neuen Regeln befürchtet die Branche massenhafte Schließungen. Der Automaten-Verband Baden-Württemberg e.V (AVBW) hatte vergangenen Monat prognostiziert, dass bis zu 80 % der Spielhallen-Standorte in dem Bundesland schließen könnten. In anderen Bundesländern wie beispielsweise Rheinland-Pfalz werden ähnliche Entwicklungen befürchtet.

 

Für viele Unternehmen der Automatenwirtschaft könnte die Zeit der offenen Existenzfragen also auch mit der Wiedereröffnung der Spielstätten nicht vorüber sein.