Dienstag, 17. Mai 2022

Studie: Automaten­wirtschaft berichtet von massivem Umsatz­einbruch im Jahr 2021

Spielhalle Spielautomaten Die Umsätze der Automatenwirtschaft sanken 2021 erheblich (Bild: Pixabay)

Das vergangene Jahr hat sich einer neuen Studie zufolge als überaus schwierig für die deutsche Automatenwirtschaft herausgestellt. Dies geht aus der am Montag vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Institut für Handelsforschung in Köln präsentierten Analyse „Die Deutsche Automatenwirtschaft – Lage 2020 – Entwicklung 2021 – Perspektiven 2022“ des Wirtschaftsforschers Dr. Günther Vieweg hervor. Sie zeigt, dass die Branche 2021 einen Umsatzeinbruch in Höhe von 45 % habe hinnehmen müssen.

Die Einnahmen der Unternehmen aus der Automatenwirtschaft seien demnach von rund 5,1 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 2,8 Mrd. Euro 2020 eingebrochen. Besonders schwer getroffen habe es neben der Gastronomie die Aufstellungsunternehmen, deren Umsatz in dem Zeitraum etwa um etwa ein Drittel auf 1,9 Mrd. Euro gesunken sei.

Auslöser für den Umsatzeinbruch seien zum einen die Corona-bedingten Schließungen im vergangenen Jahr. Doch die wochenlangen Lockdowns scheinen nur ein Grund für den Niedergang der Branche zu sein. So sei die Anzahl der Geldspielgeräte der Studie zufolge bereits seit vielen Jahren im Sinkflug begriffen. Während 2014 noch 269.000 Geldspielgeräte in Deutschland aufgestellt gewesen seien, habe sich deren Bestand bis 2020 auf 210.000 reduziert. Neben dem Glücksspielstaatsvertrag werden vor allem die spielhallenbezogenen Regelungen der Bundesländer für den Rückgang verantwortlich gemacht. Es werde laut Studie befürchtet, dass sich die Anzahl der Spielautomaten bis Ende 2021 auf nur noch 170.000 verringert haben könnte. Für die vergangenen zwölf Monaten entspreche dies einem weiteren Minus von 20 %.

Der Schwund bei den lizenzierten Automaten konterkariere dabei den Kanalisierungsauftrag der terrestrischen Glücksspielbranche, so die Studie. Parallel zu den sinkenden Zahlen im legalen Spiel steige nämlich die Anzahl illegaler Angebote, ohne dass von Behördenseite dagegen ausreichend vorgegangen werde.

Geldspielgeräte besonders betroffen

Die negative Entwicklung der letzten Jahre betreffe laut Statistischem Bundesamt in überdurchschnittlichem Maße die Geldspielgeräte. Die Anzahl von Unterhaltungsautomaten wie Flippern oder Videospielgeräten hingegen habe seit 2014 stagniert.

Von dem Niedergang ebenfalls betroffen seien die Hersteller der Geräte. Auch sie kämpften seit Jahren wegen der zurückgehenden Nachfrage mit schwindenden Umsätzen.

Aufgrund der Belastung der Branche durch schärfere Verordnungen und den Glücksspielstaatsvertrag wird von den Autoren der Studie ein regulatorisches Umdenken gefordert. Die Forscher erklärten:

Um diese gegenwärtig zu beobachtenden negativen Tendenzen im Glücks- und Gewinnspielmarkt und eine weitere Gefährdung des Jugend- und Spielerschutzes zu stoppen, sind Anpassungen des Glücksspielrechts der Länder sowie dessen Umsetzung zwingend erforderlich.

Im Jahr 2021 hätten eine „fehlgeleitete Regulierung und Pandemie“ für „ein extrem schwieriges Umfeld“ gesorgt. Gesetzliche Vorgaben zum Mindestabstandsgebot und zum Verbot von Mehrfachkonzessionen dürften dafür sorgen, dass die schwierige Situation weiter anhält.

Somit macht die Studie der Automatenwirtschaft nur wenig Hoffnung für die Zukunft. Stattdessen sei zu erwarten, dass die Zahl der Geldspielgeräte weiter sinken werde. Mittelfristig könnten dann nur noch 90.000 bis 120.000 von ihnen im Land aufgestellt sein.