, 04.12.2018

Am gestrigen Montag wurde der Ballon d’ Or 2018 von dem französischen Fachmagazin France Football vergeben. Gewonnen hat ihn der Kroate Luka Modrić (33). Erstmals wurde der Ballon d‘ Or auch an eine Fußballerin, die Norwegerin Ada Hegerberg (23), verliehen. Die Veranstaltung sorgte jedoch wegen eines sexistischen Kommentars für Furore.

 

Der Ballon d’Or wird seit dem Jahr 1956 von France Football (Seite auf Französisch) vergeben. Von 2010 bis 2015 verliehen France Football und der Weltverband FIFA die Auszeichnung zusammen mit der Auszeichnung FIFA Weltfußballer des Jahres. Seit 2016 werden die beiden Preise wieder unabhängig voneinander vergeben.

 

Modrić gelingt es, sich gegen Ronaldo durchzusetzen

 

Den diesjährigen Ballon d’Or hat der kroatische Mittelfeld-Spieler Luka Modrić, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, gewonnen und sich damit gegen Christiano Ronaldo von Juventus Turin durchgesetzt, der auf dem zweiten Platz gelandet ist. Drittplatzierter wurde der beim Atlético Madrid unter Vertrag stehende Franzose Antoine Griezmann.

Ballon d‘ Or 2018: Die ersten 10 Platzierungen

1. Luka Modrić (CRO / Real Madrid) – 753 Punkte
2. Cristiano Ronaldo (POR / Juventus Turin) 476 Punkte
3. Antoine Griezmann (FRA / Atlético Madrid) – 414 Punkte
4. Kylian Mbappé (FRA / PSG) – 347 Punkte
5. Lionel Messi (ARG / FC Barcelona) – 280 Punkte
6. Mohamed Salah (EGY / FC Liverpool) – 188 Punkte
7. Raphael Varane (FRA / Real Madrid) – 121 Punkte
8. Eden Hazard (BEL / Chelsea) – 119 Punkte
9. Kevin de Bruyne (BEL / Manchester City) – 29 Punkte
10. Harry Kane (ENG / Tottenham Hotspur) – 25 Punkte

In den vergangenen zehn Jahren hatten sich Christiano Ronaldo und Lionel Messi die Auszeichnung geteilt. Der Portugiese Ronaldo war in den Jahren 2008, 2013, 2014, 2016 und 2017 als weltbester Fußballer ausgezeichnet worden. Messi konnte den Ballon d‘ Or in den Jahren 2009, 2010, 2011, 2012 und 2015 für sich beanspruchen.

Ada Hegerberg

Ada Hegerberg ist zur weltbesten Fußballerin gekürt worden. (Bild: Wikipedia)

Für Luka Modrić war es in diesem Jahr bereits die dritte Auszeichnung. Er war zuvor bereits zu Europas Fußballer des Jahres sowie zum Weltfußballer des Jahres gekürt worden.

 

Erstmals Auszeichnung an weltbeste Fußballerin vergeben

 

Erstmals ist der Ballon d‘ Or in diesem Jahr auch an eine Fußballspielerin verliehen worden. Die Norwegerin Ada Hegerberg, die bei Olympique Lyon spielt, konnte sich gegen die dänische Fußballerin Pernille Harder vom VfL Wolfsburg und gegen die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan durchsetzen.

Ada Hegerberg begann ihre Fußballkarriere im Jahr 2011 im norwegischen Verein Kolbotn IL, wo sie zur erfolgreichsten Stürmerin des Vereins wurde. Ab 2012 spielte sie im Verein Stabæk, bis sie 2013 zum 1. FFC Turbine Potsdam wechselte, mit dem sie in der UEFA Women’s Champions League 2013/14 das Halbfinale erreichte. Seit Sommer 2014 spielt Hegerberg im Olympique Lyon, mit dem sie unter anderem im Jahr 2016, 2017 und 2018 die UEFA Women’s Champions League gewinnen konnte. Hegerberg war in den Jahren 2015 und 2016 bereits zu Norwegens Fußballerin des Jahres gekürt worden. 2016 wurde sie zudem Europas Fußballerin des Jahres sowie Norwegens Sportlerin des Jahres und gewann die Aftenposten-Goldmedaille.

Die Ballon d’Or Premiere der Frauen wurde jedoch durch einen Kommentar überschattet, der eine Debatte über Sexismus im Sport in Gang setzte.

 

Als Ada Hegerberg die Bühne verlassen hatte, wurde sie von dem DJ Martin Solveig, einem der Moderatoren der Abendveranstaltung, in Empfang genommen. Dieser fragte sie, ob sie „twerken“ könne. Sichtlich überrascht, verneinte Hegerberg die Frage knapp und drehte sich entschieden vom Moderator weg. Als Twerking wird ein Tanzstil bezeichnet, den hüftkreisende, ruckartige Bewegungen charakterisieren und der als sexuell provokativ gilt.

 

Im Nachhinein erklärte Ada Hegerberg, noch einmal mit dem Moderator gesprochen zu haben. Er habe sich betroffen über den Vorfall geäußert. Hegerberg selbst gab an, auf der Bühne nicht über die Äußerung nachgedacht zu haben und sie nicht als sexuelle Beleidigung aufgefasst zu haben.

 

Auf Twitter entschuldigte sich der DJ Martin Solveig bei Hegerberg:

„Ich erklärte Ada den Aufruhr und sie sagte mir, sie habe verstanden, dass es sich um einen Witz gehandelt hat. Dennoch möchte ich mich bei jedem entschuldigen, der sich beleidigt fühlen könnte. Und am Wichtigsten: Herzlichen Glückwunsch an Ada!“

Mit der erstmaligen Vergabe des Ballon d‘ Or an eine Fußballspielerin hatte der Veranstalter ein Zeichen für die Gleichberechtigung im Sport setzen wollen.