, 25.09.2018

Der kroatische Mittelfeldspieler Luka Modrić hat die Wahl zum besten Spieler der Welt für sich entschieden. Auf einer Gala der FIFA in London wurde dem 33-jährigen von Real Madrid gestern Abend der Ballon d’Or übergeben.

 

Überragende WM gibt den Ausschlag

 

Die Entscheidung der Kollegen ist für viele Experten nicht besonders überraschend. Modrić wurde im Juli von der UEFA bereits zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Eine Auszeichnung, die in den letzten Jahren meist ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Gewinner des Ballon d’Ors war.

 

Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Titel des besten Fußballers der Welt an Modrić zu verleihen, war wohl die überragende Leistung der kroatischen Nationalmannschaft bei der WM, deren Kapitän Modrić in diesem Sommer war.

 

Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Teamkollegen Christiano Ronaldo zeichnete Modrić sich weniger durch spektakuläre Tore und Einzelleistungen aus. Der Kroate ist vielmehr ein stiller Leader, der mit seinen präzisen Pässen und seinem klugen Stellungsspiel seine Mitspieler glänzen lässt.

 

Bei seinen Kollegen in der Nationalmannschaft und im Klub genießt Modrić höchste Wertschätzung und erwidert diese in einem ersten Statement:

Dieser Preis ist für meine Mitspieler, für alle Trainer, unter denen ich gespielt habe, und meine Familie. Sie sind die Besten. Ich bin sehr stolz.

Ronaldo und Salah haben das Nachsehen

 

Der 33-jährige Christiano Ronaldo wusste offenbar schon vorher, dass er an diesem Abend nicht seinen sechsten Ballon d’Or erhalten würde. Der Portugiese, der am Ende auf dem zweiten Platz landete, sagte die Gala in London im Vorfeld wegen eines zu vollen Terminkalenders ab.

 

Auf dem dritten Platz bei der Wahl zum besten Spieler der Welt landete der 26-jährige Ägypter Mo Salah. Dank einer überragenden Saison beim FC Liverpool hätte sich der Newcomer sogar mehr erhoffen können. Aufgrund seiner schweren Verletzung im Champions-League-Finale war er bei der WM dann allerdings nicht in Topform und konnte seine Leistung dort nicht krönen.

 

Der Ägypter durfte sich trotzdem noch über eine Auszeichnung freuen: sein Treffer im Premier-League-Spiel gegen den FC Everton wurde mit dem Puskas-Preis zum schönsten Tor des Jahres ausgezeichnet.

 

Bei den Frauen wurde die 32-jährige Marta Vieira da Silva zum wiederholten Mal zur Weltfußballerin gewählt. Der Belgier Thibaut Courtois durfte sich über den Titel „Bester Torwart des Jahres“ freuen. Der 26-jährige wird damit Nachfolger des Italieners Gigi Buffon. Didier Dechamps, Trainer der französischen Nationalmannschaft, wurde zum besten Trainer des Jahres gekürt.

 

Der alles überstrahlende Mann des Abends blieb aber Luka Modric, der mit Frau und Kindern zu der Gala erschien.

 

Vom schüchternen Jungen zum Führungsspieler in Madrid

 

Luka Modrić wurde 1985 in einem kleinen Dorf in der Nähe der kroatischen Küstenstadt Zadar geboren. Modrić lernte das Fußballspielen in der Jugend des NK Zadar und wechselte mit 16 Jahren zum Hauptstadtklub Dinamo Zagreb. Früh war sein überragendes Talent erkennbar und mit 19 Jahren war er bereits Stammspieler in Zagreb.

 

Der erste große Schritt in der noch jungen Karriere erfolgte 2008. Nachdem Modrić bei der EM im selben Jahr zum ersten Mal die internationale Fußballbühne betreten hatte und mit seiner Mannschaft nur knapp im Viertelfinale an der Türkei gescheitert war, wechselte er in die Premier-League zu den Tottenham Hotspurs.

 

Nach vier erfolgreichen Jahren in England folgte dann der endgültige Durchbruch zum Superstar bei Real Madrid. Vier Champions-League-Siege und eine spanische Meisterschaft konnte der Mittelfeldmotor bei den Königlichen bisher feiern. Nach dem Weggang von Christiano Ronaldo, steht er dort nun noch mehr im Mittelpunkt.

 

Jahrelange Dominanz durchbrochen

Messi und Ronaldo bei Spiel

Ewige Kontrahenten Messi und Ronaldo (Bildquelle: Flickr)

Der andauernde Wettstreit zwischen Christiano Ronaldo und Lionel Messi hat, nach einem schwachen Jahr des Argentiniers, ein Ende gefunden. Messi konnte im vergangenen Jahr weder beim FC Barcelona noch mit der argentinischen Nationalmannschaft überzeugen. Christiano Ronaldo hingegen hat wiederum ein überragendes Jahr hinter sich. Nach dem fünften Champions-League-Sieg ist er der alleinige Rekordgewinner dieses Wettbewerbs und wurde in der Saison 2017/18 erneut Torschützenkönig.

Mit dem Sieg von Modric wurde die unglaubliche Serie zweier Spieler durchbrochen, die den Weltfußball in der letzten Dekade dominiert haben. Seit 2008 hieß der Weltfußballer immer entweder Lionel Messi oder Christiano Ronaldo. Beide entschieden die Wahl jeweils fünf Mal für sich.

Lediglich bei der Weltmeisterschaft in Russland konnte er nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen und scheiterte mit Portugal bereits im Achtelfinale.

 

Luka Modrić repräsentiert einen anderen Spielertyp als Christiano Ronaldo. Weniger egozentrisch und eher mannschaftsorientiert, konnte der Kroate in den letzten Jahren große Erfolge feiern und wird in der Fußballwelt respektiert. Die Auszeichnung zeigt, dass auch mannschaftsdienliche Spieler Erfolg haben können.