, 04.07.2020

Der Marketing-Vorstand des FC Schalke 04, Alexander Jobst, hat am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz umfangreiche Einsparungsmaßnahmen angekündigt. Wie das Branchenmagazin GamesWirtschaft erklärt, könnte davon vor allem die einst erfolgreiche E-Sport-Abteilung des Clubs betroffen sein.

 

Auf Nachfrage habe der Verein dem Magazin bestätigt, dass „aufgrund der veränderten globalen wirtschaftlichen Situation auch im E-Sport gewisse Anpassungen“ vorgenommen werden müssten. Was genau das jedoch bedeuten könnte, ist nicht präzisiert worden.

 

So werde der E-Sport auch weiterhin als Wachstumsmarkt betrachtet. Dieser sei für den FC Schalke 04 von großer Bedeutung. Dass der Verein sein E-Sport-Engagement langfristig herunterfahren oder gar einstellen könnte, scheint daher unwahrscheinlich. So heißt es vom Club:

E-Sport ist für uns eine Investition und ein Geschäftsfeld, in dem wir enormes Potential sehen. […] E-Sport wird in Zukunft dazu beitragen, dem Schalke 04 wirtschaftlich die nächsten Schritte zu ermöglichen und das Hauptgeschäft Fußball weiter zu fördern.

Gehören E-Sport-Erfolge der Vergangenheit an?

Zuletzt jedoch habe der FC Schalke 04 seine Fans jedoch nicht nur auf dem Rasen (kein Sieg im DFB-Pokal seit Dezember, kein Sieg in der Bundesliga seit Januar) als auch an der Konsole enttäuscht.

 

Wer nämlich jüngst seine Wetten auf einen Sieg der Knappen in den verschiedenen E-Sport-Ligen, an denen sich der Club beteiligt, abgegeben hat, konnte keinerlei Gewinn machen.

Die E-Sport-Abteilung des FC Schalke 04 wurde im Mai 2016 gegründet. Das Engagement im E-Sport begann mit dem Eintritt in die League of Legends European Championship. Der Club soll acht Millionen Euro dafür gezahlt haben, sich für fünf Jahre einen festen Platz auf der Teilnehmerliste zu garantieren. Im Juli 2016 erweiterte der Club seine E-Sport-Tätigkeiten auf die Fußballsimulation FIFA. Im Juni 2018 trat der FC Schalke 04 als zweiter europäischer Club schließlich dem Wettbewerb eFootball Pro bei.

So konnte Schalke in der diesjährigen League of Legends European Championship (LEC) keinen einzigen Sieg erzielen. Stattdessen mussten die Fans des Vereins sieben harte Niederlagen hinnehmen, was den Club letzte Woche auf den letzten Tabellenplatz katapultierte.

 

Der Chef der FC Schalke 04 eSports GmbH, Tim Reichert, entschuldigte sich daraufhin auf Twitter bei Zuschauern und Fans. Er betonte, dass es wieder bessere Zeiten geben werde und der Club es sobald möglich „wiedergutmachen“ wolle.

 

Ob der Verein dieses Versprechen angesichts der angekündigten Einsparungsmaßnahmen jedoch halten kann, bleibt vorerst abzuwarten.