, 03.02.2021

Am vergangenen Freitag hat das Berliner Start-up Gaming Stars offiziell seine Video-Gaming-Plattform gelauncht. Das Unternehmenskonzept: „die beliebtesten Videospiele der Welt gegeneinander um echtes Geld spielen“ lassen. Hierzu wolle Gaming Stars auf „völlig legale Weise das Konzept von Online Poker auf Video Games“ anwenden. Das Geschäftsmodell falle deshalb nicht unter die Rubrik Glücksspiel.

 

Doch ist die Firmenidee wirklich so weit von Glücksspielformaten wie E-Sport-Wetten entfernt?

 

Gaming Stars kein Glücksspiel-Unternehmen?

 

Dem Magazin Starting-up sagte Gaming Stars-CEO Artem Morgunov, dass es sich bei seiner Firma nicht um ein Glücksspielunternehmen handele. Vielmehr gehe es um das „disruptive Verschmelzen von Gaming mit dem klassischen Glücksspiel“, so Morgunov:

„Es ist kein Glücksspiel, weil Fähigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Zeitgleich hat es natürlich gewisse Überschneidungen mit klassischen Wetten. Genau das macht uns so einzigartig. Wir geben den Gamern endlich die Möglichkeit mit ihren Gaming Skills echtes Geld von zu Hause aus zu verdienen, indem wir den online Poker Boom der letzten Jahre beim Video Gaming wiederholen werden.“

Gaming Stars bietet seinen Nutzern unter anderem den Spielmodus „Bet on Yourself“, der „das Konzept der Sportwetten erstmalig auf Videospiele“ anwende. Hierzu würden Quoten zu bestimmten In-Game-Herausforderungen geboten. Außerdem könne man „gegen das Haus“ oder im „1-vs-1“ gegen Freunde und zufällige Gegner spielen. Bei Matches um 5 bis 25 Euro gehe 1 Euro pro Spiel als Gebühr an die Plattform.

 

Um Gaming Stars bekannter zu machen, würden beispielsweise Streamer-Challenges wie „Wie viel Geld kann man am Tag mit Gaming verdienen“, stattfinden. Außerdem sollten Streamer um Geld gegeneinander spielen.

 

Wetten auf Videospiele legal?

 

Fraglich ist, ob die Vermittlung von Wetten auf Videospiel-Matches oder wettbewerbsmäßige E-Sport-Ereignisse, unabhängig vom Einfluss von Glück oder Können, in Deutschland erlaubt sein kann.

 

Laut einem Beitrag von Rechtsanwalt Daniel Kutz handele es ich bei E-Sport-Wetten um verbotene Wetten. Dies unter anderem deshalb, weil E-Sport nicht unter den Begriff „Sport“ falle. Dass der E-Sport kein Sport im rechtlichen Sinne sei, habe schon der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in einem Gutachten aus dem Jahre 2019 bestätigt.

Nicht nur die Regulierung von Sportwetten und E-Sport-Wetten wird in Deutschland diskutiert, sondern auch die Gefahr der Wetten. Spielsuchtexperten wie Dr. Anja Bischof von der Universität Lübeck und Tobias Hayer aus Bremen sprechen Sportwetten ein hohes Spielsuchtrisiko zu.

Auch im Entwurf zum Glücksspielstaatsvertrag 2021, der genehmigungsfähige Glücksspielvarianten nennt, werden E-Sport-Wetten im Gegensatz zu traditionellen Sportwetten nicht genannt. Ob sich das Geschäftsmodell vor dem Hintergrund der rechtlichen Lage als nachhaltig erweist, bleibt abzuwarten.

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