, 27.05.2020

Kurz vor Wiederbeginn der im März unterbrochenen Rugby-Saison hat die australische National Rugby League (NRL) einen Deal mit dem Sportwetten-Anbieter Betfair Australia ausgehandelt. Wie der Sydney Morning Herald Anfang der Woche berichtet hat [Seite auf Englisch], komme der Deal dem Buchmacher jedoch teuer zu stehen.

 

So solle die Partnerschaft viermal so viel kosten, wie das Arrangement zwischen Betfair und der Australian Football League (AFL). Grund dafür seien die deutlich höheren Gebühren, die die NRL für die Vergabe von Rechten verlange.

 

Nachdem die Verhandlungen im Februar zunächst gescheitert seien, hätten die Parteien nach Monaten nun einen Kompromiss gefunden. Rugby-Fans können ab sofort über Betfair auf NRL-Spiele wetten und sich an der Betfair Wettbörse beteiligen.

Betfair Australia wurde im Jahr 2004 als Ableger des Mutterkonzerns Betfair UK gegründet. Seit 2014 jedoch gehört das Unternehmen zu 100 % zum australischen Glücksspielgiganten Crown Resorts. Der britische Mutterkonzern Betfair selbst hingegen fusionierte 2016 mit dem irischen Buchmacher Paddy Power. Seit 2019 wird der kombinierte Konzern unter dem Namen Flutter Entertainment plc geführt.

Der Deal bringe jedoch auch eine schlechte Nachricht. Betfair Australia sehe sich gezwungen, einen Teil der Kosten durch erhöhte Wettgebüren wieder auszugleichen. Das Unternehmen erklärt:

Wenn wir die Gebühren, die die Kunden zahlen müssen, so belassen wie im letzten Jahr, würden wir jetzt mehr als zwei Drittel unseres Umsatzes an die Produktgebühren verlieren – und zwar noch vor Abzug der Betriebskosten und Steuern – weshalb wir die schwierige Entscheidung getroffen haben, unsere eigenen Gebühren auf NRL-Wetten auf 10 % anzuheben.

Betfair befürchte, dass durch die erhöhten Wettgebüren insgesamt weniger Wetten auf NFL-Spiele gesetzt werden könnten. Für gewöhnlich punkte das Unternehmen durch seine „attraktiven Quoten“, die jedoch in diesem speziellen Fall nicht offeriert werden könnten.

 

Nehmen die Fans die Gebühren in Kauf?

Ähnliche Erfahrungen hätten auch andere Sportwetten-Anbieter mit NRL-Partnerschaften gemacht. Der Sydney Morning Herald erklärt, dass einige Buchmacher kurz vor Beginn der COVID-19-Pandemie Deals mit der Liga nur „widerwillig“ abgeschlossen hätten.

 

Da die Saison im März jedoch unterbrochen werden musste, sei noch nicht klar, inwiefern die Konditionen der Deals und die auf die Kunden abgewälzten Gebühren die Wettgeschäfte beeinträchtigen könnten.

 

Bereits im Juni jedoch soll die Liga ihren Betrieb wieder aufnehmen. Auch ist bereits die Rede davon, ab Juli wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen. Ob dies jedoch tatsächlich geschieht, hängt von der Zustimmung der Gesundheitsbehörden ab.