, July 5, 2019

Vor dem Münchner Landgericht begann am vergangenen Donnerstag der Prozess gegen den 35 Jahre alten Marco K. Er soll einen 72-jährigen gutsituierten Architekten im Ruhestand unter anderem durch den Verkauf wertloser Orientteppiche um 500.000 Euro gebracht haben, um das Geld für Glücksspiel und Alkohol auszugeben.

 

Betrüger witterte ein lukratives Geschäft

Die Geschichte nahm ihren Anfang, als Marco K. versuchte, sich selbständig zu machen. Er eröffnete ein Geschäft für die Reinigung und die Reparatur von Orientteppichen. Der wohlhabende Pensionär kontaktierte das Unternehmen, um dessen Dienste zu beanspruchen und seine Teppiche reinigen zu lassen.

 

Marco K. wurde sich aber schnell bewusst, dass er aus dem älteren Herren mehr Profit schlagen könnte. Er soll ihm einen Handel angeboten haben und schlug vor, den Seidenteppich nicht zu reinigen, sondern diesen gegen einen hochwertigen Ghom-Wollteppich einzutauschen. Allerdings habe der Pensionär zusätzlich 10.000 Euro dafür bezahlen sollen.

 

Nach dem ersten für Marco K. erfolgreichen Geschäftsabschluss soll der Mann noch weitere vier Teppiche für insgesamt 18.000 Euro erstanden haben. Auch den ersten Teppich soll er gegen einen Aufpreis von weiteren 9.500 Euro eingetauscht haben.

 

Betrüger entlockte seinem Opfer sechsstellige Beträge

Banknoten, Euro

Der Betrüger entlockte dem Pensionär eine halbe Million Euro. (Bild: pixabay.com)

Es entstand eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Marco K. und dem gutgläubigen Pensionär.

 

So soll der ehemalige Architekt Marco K. weitere 36.000 Euro für die Organisation einer Teppichausstellung gegeben haben und 16.000 Euro für Marco K’s. Schwester, die sich angeblich in einer Notlage befunden habe.

 

Im Laufe der Zeit soll der Betrüger den Pensionär um 100.000 Euro für eine weitere Teppichausstellung, 13.000 Euro für Flyer, 60.000 Euro für den Erwerb einer Eigentumswohnung sowie 45.000 Euro für die Ablöse verpfändeten Familienschmucks gebracht haben.

 

Der Betrug flog auf

Schließlich bat Marco K. den Pensionär um 60.000 Euro. Dieses Geld habe angeblich dazu dienen sollen, einen Betrag in Höhe von 2,25 Millionen Schweizer Franken von einem Schweizer Konto nach Deutschland zu transferieren. Auch diesen Betrag scheint der Pensionär gezahlt zu haben.

Hierbei handelt es sich um eine weit verbreitete Betrugsmasche. Dem Opfer werden, meist am Telefon, hohe Gewinne versprochen. Für diese sei allerdings eine Vorleistung notwendig, um vermeintliche Gebühren, Steuern und andere Kosten zu begleichen.

 

Häufig agieren die Täter telefonisch und kontaktieren bevorzugt ältere Menschen. Für die deutschen Strafverfolgungsbehörden sind die Betrüger oft nicht zu ermitteln, da diese aus dem Ausland agieren.

Als K. schließlich den ehemaligen Architekten dazu brachte, einen Kredit in Höhe von 280.000 Euro zu beantragen, soll die Bank misstrauisch geworden sein und schaltete die Polizei ein. Der Betrug flog auf und Marco K. wurde festgenommen.

 

Der Angeklagte soll keinen Schulabschluss haben und nur ungenügend lesen und schreiben können. Darüber hinaus soll er dem Glücksspiel und dem Alkohol verfallen sein.

 

Mit dem Geld, das er von dem älteren Herren erhalten habe, habe er nach eigenen Aussagen gleich hochpreisige Alkoholika erworben. Er habe auch viel Geld in Spielautomaten gesteckt.

 

Der Angeklagte sagte:

Man wollte dann auch mal die beste Flasche auf dem Tisch stehen haben.“

Es stellte sich im Rahmen der Ermittlungsarbeiten heraus, dass die Teppiche, die der ältere Herr erworben hatte, nahezu wertlos waren. Die Anklage des Landgerichts schrieb, die Stücke, die er gekauft habe, seien von schlechter Qualität und hätten einen wesentlich geringeren Wert.

 

Marco K. war geständig und sagte bei der Verhandlung, dass er sein Leben nun in den Griff bekommen wolle. Der Prozess wird nun weiter fortgesetzt.

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