Donnerstag, 19. Mai 2022

Bewaffnete Überfälle auf Spielhallen: Polizei Göttingen startet Fotofahndung

Überfall Spielhalle Osterrode Fahndungsfoto Die Täter beim Überfall auf die Spielhalle in Osterode (Quelle:ots, Polizeiinspektion Göttingen)

Gleich zweimal wurden in den vergangenen Wochen Spielhallen im Landkreis Göttingen zum Ziel bewaffneter Überfälle. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Taten aus. Bislang blieb die Suche nach den Räubern ergebnislos. Nun veröffentlichten die Ermittler Bilder der maskierten Täter und hoffen auf die Mithilfe der Öffentlichkeit.

Überfälle auf Spielhallen im Harz

Im Abstand weniger Tage sollen zwei Männer im Südharz zwei Spielhallen überfallen haben. Nun bittet die Polizei Göttingen bei der Aufklärung der Taten um Hinweise aus der Bevölkerung.

Laut einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung der Polizei Göttingen habe sich der erste Vorfall am 10. März im niedersächsischen Herzberg am Harz ereignet. Kurz vor Mitternacht hätten zwei Maskierte eine Spielhalle in der Hauptstraße der 14.000-Einwohner-Stadt betreten.

Auch im nordrhein-westfälischen Dormagen sucht die Polizei nach einem Überfall auf eine Spielhalle nach dem Täter. Am Morgen des vergangenen Montags habe ein ca. 25-jähriger Mann eine Spielhalle in Bahnhofsnähe betreten. Dabei habe er eine Zeitung über Arm und Hand getragen, die mutmaßlich dazu dienen sollte, eine versteckte Waffe zu suggerieren. Nach einem Wortgefecht mit der Spielhallenaufsicht, sei diese auf die Straße gelaufen und habe um Hilfe gerufen. Der Täter, der „auffällig blaue Augen“ habe, sei nach einem Griff in die Kasse geflüchtet.

Die Unbekannten hätten die anwesende Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe bedroht und so die Herausgabe von Bargeld erpresst. Letztlich sei es ihnen gelungen, mit ihrer Beute in Höhe von mehreren hundert Euro unerkannt zu fliehen.

Nur fünf Tage später, am 15. März, sollen die Täter wieder zugeschlagen haben. Diesmal habe es eine Spielhalle im nur rund 10 km entfernten Osterode getroffen. Erneut hätten die Täter die Spielstätte in der Nacht aufgesucht und eine Angestellte mit einer Waffe bedroht. Aus öffentlich nicht mitgeteilten Gründen sei der Raub jedoch nicht gelungen und die Männer seien ohne Beute geflüchtet.

Spielhallen-Räuber mit auffälliger Kleidung

Der Zusammenhang zwischen den Taten dränge sich laut der Polizei nicht nur aufgrund der geografischen Nähe zwischen den Tatorten auf. Vielmehr deuteten die Personenbeschreibungen darauf hin, dass es sich um dieselben Täter handele. Insbesondere eine markante blaue Trainingsjacke, die bei beiden Überfällen aufgefallen sei, weise hierauf hin.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes listet 94 registrierte Fälle von Raubstraftaten gegen Spielhallen im Jahr 2021 auf. Die Aufklärungsrate lag mit 51,1 % bei knapp über der Hälfte. In 27 Fällen sei mit einer Schusswaffe gedroht worden, einmal sogar geschossen worden. Bei 74 der insgesamt 75 ermittelten Verdächtigen handele es sich um Männer, nur einmal habe es sich um eine Räuberin gehandelt.

Weiterhin hatten die Augenzeugen die Täter in beiden Fällen als um die 20 Jahre alt und Hochdeutsch sprechend beschrieben. Unterschiedliche Wahrnehmungen hatte es jedoch in Bezug auf die Statur der Gesuchten gegeben. So sollen bei der Tat in Osterode beide Täter zwischen 170 und 175 cm groß gewesen sein. In Herzberg hingegen sei einer der Räuber mit ca. 190 cm als „auffällig groß“ beschrieben worden.