, 15.03.2021

Seit Beginn der Corona-Pandemie boomt auch in Österreich das illegale Glücksspiel. Besonders betroffen davon ist Salzburg, wo in den letzten zwölf Monaten bereits Hunderte nicht-lizenzierter Spielautomaten beschlagnahmt wurden. Doch die Betreiber zeigen sich bei der erneuten Aufstellung und der Umgehung von Strafzahlungen höchst kreativ, sodass das illegale Spiel in der Stadt weiterhin floriert.

 

Gegenüber österreichischen Medien gab Christian Eichinger, Polizeieinsatzleiter für das Glücksspiel, Einblick in die kriminelle Welt der illegalen Spielautomatenaufsteller. Dabei wurde deutlich, wie groß das Ausmaß des Betruges ist.

 

Dutzende Razzien – das Spiel geht trotzdem weiter

So wurden seit Beginn der Pandemie in Stadt und Land Salzburg bereits mehr als 50 Betriebe kontrolliert. Dabei hätten allein in Salzburg knapp 200 Geräte sichergestellt werden können.

Das Aufspüren illegaler Automaten ist nicht zwingend ein Ermittlungserfolg. So müssen die Geräte bei der Entdeckung eingeschaltet sein, um beschlagnahmt werden zu können. Aus diesem Grund seien die Steckdosen an den Geräten laut Eichinger vielfach manipuliert. Im Falle einer Razzia würden sie per Fernbedienung umgehend vom Stromkreis getrennt, was sie für die Justiz als Beweismittel wertlos mache.

Grund für den Boom sei die hohe Profitabilität der Spielautomaten. Der Preis für ein Gerät liege bei rund 5.000 Euro. Dies sei eine Summe, die bereits an einem guten Tag wieder hereingeholt werden könne.

 

Zugleich ähnelten die Ermittlungen einem Katz und Maus-Spiel. Kaum sei eine illegale Spielhalle geschlossen, werde sie von einem neuen Betreiber wieder geöffnet. Erschwert werde die Arbeit, da oftmals Scheinfirmen aus dem Ausland hinter den Geschäften stünden, deren Eigentümer nur schwer ermittelt werden könnten.

 

Außerdem falle es schwer, Geldstrafen bei überführten Betreibern einzutreiben. Gegenüber dem ORF sagte Eichinger:

Die Klientel, die meistens als Betreiber oder Inhaber aufscheint, ist meist ohne Beschäftigung. Da wird es dann schon ein Problem für die Behörde, dass wir im Exekutionsverfahren zu Geld kommen.

Sie gäben vor, nicht zahlen zu können, obwohl sie abends teilweise mit “Müllsäcken voll Bargeld nach Hause” gingen. Der Justiz bliebe dann nur, die Betroffenen für bis zu zwei Wochen in Ersatzhaft zu nehmen.

 

Die schwache Position der Polizei und die immensen Profite führten laut Roman Neßhold vom Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit dazu, dass illegale Spielhallen “wie Schwammerl aus dem Boden” sprössen. Es dürfte somit fraglich sein, ob das illegale Spiel nach Ende der Corona-Krise zurückgehen wird.

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