, 18.02.2020

Das brasilianische Ministerium für öffentliche Ordnung, Planung, Energie und Lotterie (SECAP) will nach Angaben einer internen Quelle des Ministeriums noch in dieser Woche die Überarbeitung der Regulierung von Sportwetten bekannt geben.

Die neuen Pläne der Regierung könnten sowohl eine Verzögerung des Lizenzierungsprozesses als auch eine erhebliche Reduzierung der Anzahl der Lizenzen nach sich ziehen.

 

Zuvor hatte SECAP zwei öffentliche Konsultationen durchgeführt. Die endgültige Fassung der Vorgaben zur Sportwetten-Regulierung sollte bereits im März dieses Jahres zur Verabschiedung kommen.

 

Allerdings soll das Ministerium nun eine dritte Konsultationsrunde in die Wege leiten wollen. Dies könnte bedeuten, dass die Gesetzgebung zur Regulierung des Sportwetten-Marktes erst in der zweiten Hälfte von 2020 abschlussreif sein wird.

 

Weniger Lizenzen und strengere Auflagen?

Die aktuelle Version des Lizenzierungsprozederes sieht 150 Sportwetten-Lizenzen vor,  aber  die Generalstaatsanwaltschaft des Nationalen Finanzministeriums (PGFN) bezweifelt dies.

 

Es sei nicht geregelt, wie gegen das illegale Glücksspiel vorgegangen werden solle. Auch gebe es keine Regelung hinsichtlich der Gebühren für die Lizenzen. Aus diesem Grunde müsse das Konzessionsmodell noch einmal überarbeitet werden.

Ursprünglich hatte die Regierung [Seite auf Portugiesisch] ein offenes Lizenzierungssystem für rund 150 Betreiber geplant. Nach der Überarbeitung des Lizenzierungsverfahrens könnte SECAP sich jedoch für eine wesentlich geringere Anzahl entscheiden.

 

Auch was die Besteuerung der Umsätze der Sportwetten-Unternehmen betrifft, könnten Änderungen bevorstehen. Ursprünglich war eine Abgabe von 1 % vorgesehen. Nach der letzten Konsultation wurde ein Umsatzsteuersatz von 3 % für Online Wetten und 6 % für landbasierte Wettbüros festgelegt.

 

Das eingeschränkte Lizenzierungsmodell könnte Unternehmen mit Sitz in Brasilien bevorzugen. Umso weitsichtiger erscheint der Erwerb von 75 % der Anteile des brasilianischen Sportwetten-Anbieters „Suaposta“ durch den schwedischen Online Glücksspiel Betreiber Betsson im vergangenen Dezember.

Ein Modellwechsel könnte die Pläne kleinerer Unternehmen verkomplizieren und den größeren Akteuren, die den internationalen Markt bestimmen, mehr Chancen auf eine der begehrten Konzessionen eröffnen.

 

Neil Montgomery, Partner der brasilianischen Kanzlei Montgomery & Associados, bezeichnete die aktuelle Entwicklung als „sehr überraschend“. Er kommentierte:

„Wenn diese Entscheidung tatsächlich als offiziell bestätigt wird, wird dies einen Rückschritt bedeuten, da es sinnvoller gewesen wäre, so viele Betreiber wie möglich zu regulieren.“

Was die geplanten Änderungen hinsichtlich des Lizenzierungsverfahrens für den brasilianischen Sportwetten-Markt bedeuten werden, ist nun wieder völlig offen.

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