, 23.01.2020

In Brasilien berät sich derzeit eine Gruppe von Abgeordneten, die das Glücksspiel im Land legalisieren wollen. Der Kongress ist geteilt zwischen Politikern, die Spielsucht und Korruption befürchten, und denjenigen, die neue Steuern und Arbeitsplätze befürworten.

 

Eine Schätzung der zuständigen Kommission geht von potentiellen jährlichen Einnahmen in Höhe von 15 Milliarden Real (3,2 Milliarden Euro) aus. Dem neuen Vorstoß geht eine lange Historie von Verbot und Re-Legalisierung des Glücksspiels im Land bevor.

Im Jahr 1946 wurden Casinos in Brasilien erstmals offiziell verboten und 71 Etablissements wurden geschlossen. 53.000 Personen verloren ihren Arbeitsplatz. 1993 wurden kommerzielle Bingo-Salons eingeführt, aber 1998 und 2004 mit zwei Gesetzen wieder abgeschafft. Die Regierung hatte im Folgenden mit der staatlichen Lotterie das Glücksspiel-Monopol und generierte Millionen für den Staatskoffer.

Zwei Gesetze in Planung

 

Professor Bruno Auricchio Ledo von der Wirtschaftsfakultät der Universität São Paulo glaubt, dass die Liberalisierung zu Finanzbetrug führen könnte. Regulierung und Überwachung würden das Problem aber eindämmen.

 

Die strukturellen Bedingungen für den Betrieb von Casinos seien in Brasilien vorhanden und die Einrichtungen brächten viele Vorteile für den Tourismus.

 

Moacir Rodrigues, ein Unterstützer des Staatspräsidenten, Bolsonaro sagt, dass derzeit zwei Gesetzentwürfe zur Liberalisierung im Umlauf seien. Eines davon befasse sich mit Online-Glücksspiel und das andere mit Glücksspiel im weiteren Sinne.

 

Er befürwortet beide Gesetze:

Es ist die wirtschaftliche Freiheit, die Bewegungsfreiheit. Genauso wie ich Mega-Sena [ein Produkt der staatlichen Lotterie, Anm. d. Red.] spielen kann, sollte ich in Casinos spielen können.

Sportwetten-Legalisierung verzögert

 

Das Jahr 2020 könnte einige Neuerungen für Glücksspiel- und Wettenthusiasten in Brasilien bringen. Das politische Klima war selten so günstig für die Industrie, da die Regierung so viele Quellen wie möglich für neue Investitionen ins Land öffnen möchte.

 

Eine Legalisierung von Sportwetten könnte sich allerdings verzögern, nachdem einer der leitenden Abgeordneten, Alexander Manoel, seine Resignation eingereicht hat. Die Regierung hatte vorher angekündigt, die Sportwettenregulierung im März verabschieden zu wollen [Seite auf Englisch].

 

Manoel ist einer von zwei Politikern, die zusammen mit dem Wirtschaftsministerium führend an einem Sportwettengesetz gearbeitet haben. Das Land wird wegen des Rücktritts des Politikers nicht bei der Spielemesse ICE 2020 in London vertreten sein.

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