, 24.06.2020

Glücksspiel-Anbieter in Großbritannien dürften gestern mit gemischten Gefühlen den Lockerungs-Ankündigungen ihres Premierministers gelauscht haben. Boris Johnson gab in seiner Rede bekannt, dass Casinos weiterhin geschlossen blieben, während Arkade-Spielhallen am 4. Juli wieder öffnen dürften.

 

Keine Lockerungen für Casinos

In seiner von vielen mit Spannung erwarteten Rede kündigte Johnson am Dienstag eine ganze Reihe von Lockerungen der Covid-19-bedingten Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens an. So dürfen ab dem 4. Juli unter anderem Restaurants und Pubs wieder Kunden bewirten, Hotels Gäste empfangen oder Friseure ihren Kunden die Haare schneiden.

 

Für Casino-Betreiber und -Spieler hatte Johnson allerdings schlechte Nachrichten. Aufgrund der in den Etablissements herrschenden beengten Verhältnisse seien diese ebenso wie Nachtclubs oder Fitnesscenter weiterhin von der erhofften Öffnung ausgeschlossen.

 

Ihnen bot der Premier lediglich einen unverbindlichen Trost:

Aber meine ehrenwerten Freunde, die Wirtschafts- und Kultursekretäre, werden Task Forces mit Experten für öffentliche Gesundheit und den Sektoren einrichten, um ihnen zu helfen, Covid-sicher zu werden und so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

Die fehlende Zusage führt jedoch dazu, dass die wirtschaftliche Zukunft der Casinos und Tausender ihrer Angestellten bis auf Weiteres in der Schwebe hängt.

 

Casino-Branche überrascht

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) wurde von der fehlenden Genehmigung zur Wiedereröffnung der Casinos überrascht. Noch vor wenigen Tagen hatten Vertreter des BGC bestätigt, dass die britischen Casinos am 4. Juli wieder öffnen könnten.

Anders stellt sich die Situation für die Betreiber von Spiel-Arkaden dar. Die meist offen gestalteten und in vielen britischen Küstenorten auf Piers und Promenaden anzutreffenden Shops dürfen neben einer Reihe weiterer Geschäfte ab Anfang Juli wieder öffnen. So erhalten zumindest die oft minderjährigen Fans von Flippern und klassischen Münzschiebern sowie Greif- oder Spielautomaten Gelegenheit, wieder an den Geräten zu spielen.

In einem Statement verwies der Verband auf die Bedeutung der Branche, deren Geschäfte seit dem 23. März ruhten. Er kündigte deshalb an, schnellstmöglich das Gespräch mit den verantwortlichen Ministern zu suchen, um die Bedingungen einer Starterlaubnis für die Casinos auszuloten.

 

Der BGC-Vorsitzende Michael Dugher zeigte sich enttäuscht von der nun eingeleiteten Öffnungspolitik. Es sei “widersinnig”, dass Casinos geschlossen blieben, während andere Unterhaltungsbetriebe öffnen dürften. Eine Antwort der Regierung blieb bisher aus.