Mittwoch, 18. Mai 2022

Britische Insolvenz­verwaltung: Glücks­spiel-Sperre für 32 bankrotte Spieler

Hand leere Hosentasche Die insolventen Spieler erhielten eine Glücksspiel-Sperre (Bild: Pixabay)

In Großbritannien gibt es für Menschen mit einem problematischen Glücksspiel-Verhalten diverse Möglichkeiten, ihr Spiel einzuschränken. Nun hat die britische Insolvenzverwaltung neben Selbstsperren oder der Wahrnehmung von Beratungs- und Therapieangeboten eine weitere Maßnahme hinzugefügt. Sie sperrte Medienberichten zufolge 32 Betroffene aufgrund ihrer verschwenderischen Ausgaben für das Glücksspiel.

Glücksspiel als Insolvenzgrund

Bei den gesperrten Spielern handele es sich um Personen, die Insolvenz angemeldet hätten. Bei ihren Untersuchungen hätten die staatlichen Insolvenzverwalter festgestellt, dass in allen Fällen exzessive Ausgaben für das Glücksspiel der Grund für die Privatinsolvenz der Spieler gewesen seien. Aus diesem Grund habe die Behörde den Betroffenen für die kommenden 15 Jahre jegliche Form des Glücksspiels verboten.

Die Glücksspiel-Sperre sei Teil eines ganzen Maßnahmenpakets an Insolvenzregeln, an die sich die bankrotten Spieler halten müssten. Zur Stabilisierung ihrer Finanzen müssten insolvente Personen strenge Einschränkungen bei ihren Ausgaben vornehmen. Neben der Sperre für das Glücksspiel zähle dazu bspw. auch das Verbot des Kaufs besonders teurer und luxuriöser Artikel und Dienstleistungen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielerschutz-Maßnahmen sieht die Behörde den Hauptgrund für die hohen Glücksspiel-Schulden nicht bei den Anbietern, sondern bei den Spielern selbst. Diese trügen den Insolvenzverwaltern zufolge den Hauptteil der Schuld für ihre prekäre Lage.

Deshalb habe die Behörde auch nur die relativ kleine Anzahl von 32 Personen gewählt, da sie bei diesen ein „waghalsiges Glücksspiel-Verhalten“ als erwiesen ansehe. Unterstützung erhält diese Position von der französischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars. Sie betont, dass sich Spieler häufig erst nach diesem rigiden Schritt ihrer Lage bewusst würden.

Paul Rouse, Berater bei Mazars, erklärte:

Menschen, die sich zu riskanten Geschäften oder Glücksspielen hinreißen lassen, müssen sich der Risiken bewusst sein, die diese Aufträge mit sich bringen. Es bedeutet nicht einfach, den Konkurs zu erklären und sich von den angehäuften Schulden zu befreien.

Jeder Spieler müsse sich nun vergegenwärtigen, dass ein Verstoß gegen die Auflagen eine kriminelle Handlung sei. Diese könne mit Geld- oder gar Haftstrafen geahndet werden.

Britische Medien spekulieren jedoch über die Wirksamkeit des Verbots. Während die Insolvenzverwalter die Spieler relativ leicht über das GamBan-System für in Großbritannien lizenzierte Glücksspiel-Anbieter sperren könnten, blieben ihnen noch immer illegale Online-Casinos und -Buchmacher, um ihrer teuren Leidenschaft nachgehen zu können.

Allerdings dürften es ihnen dort der niedrige Kontostand und die fehlende Kreditwürdigkeit erheblich erschweren, hohe Summen zu verspielen. Beobachter gehen davon aus, dass die Insolvenzverwalter deshalb in naher Zukunft weitere Spieler mit der Sperre belegen werden.