Mittwoch, 18. Mai 2022

Britische Kulturministerin sagt: Glücksspieler brauchen mehr Schutz

FOBT Glücksspielautomat

Foto: http://www.thetimes.co.uk/

Wir haben bereits kürzlich wieder über die FOBTs, die Glücksspielautomaten mit festen Quoten, in britischen Buchmacherläden berichtet. Diese Maschinen werden schon seit langem von vielen Politikern und Suchtbekämpfungsorganisationen unter Beschuss genommen worden, da sie nicht nur die Spielsucht fördern sondern auch Spieler finanziell und sozial ruinieren können. Sie werden unter anderem als das „Crack-Kokain“ der Glücksspielindustrie bezeichnet. Von vielen Seiten ist immer wieder verlangt worden, dass der Höchsteinsatz bei diesen Glücksspielautomaten reduziert wird, aber dagegen hat sich die Glücksspielindustrie bisher erfolgreich wehren können.

In England und Wales gibt es jetzt mehr als 33.000 dieser FOBTs, und Spieler haben die Möglichkeit, alle 20 Sekunden bis zu £ 100 (ca. 121 Euro) einzuwerfen.

In unserem letzten Artikel über dieses Thema berichteten wir von einer neuen Studie, die jetzt von der Universität in Lincoln bezüglich der FOBTs durchgeführt werden soll, und deren Ergebnis im Oktober dieses Jahres erwartet wird. Diese Studie soll die Suchtgefahr dieser Maschinen und das Spielerverhalten unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus hat die britische Glücksspiel-Industrie letzte Woche bekanntgegeben, dass Spieler in Zukunft in der Lage sein werden, ihre eigenen Limits für diese High-Stakes-Automaten zu setzen. Es wird auch eine obligatorische Benachrichtigung geben, wenn Spieler entweder £ 250 eingeworfen oder 30 Minuten lang gespielt haben.

Die Association of British Bookmakers (ABB) sagte, dass dieser neue Verhaltenskodex der britischen Glücksspielindustrie der erste der Welt sei.

Die Regierung hat diesen Schritt begrüßt, ist aber der Auffassung, dass noch mehr getan werden müsse, um den Verbraucher zu schützen. Die Kulturministerin, Maria Miller sagte, dass die Regierung den freiwilligen Kodex der Glücksspielindustrie jetzt obligatorisch machen werde. Sie bezweifelt jedoch, dass Warnungen allein zu einer Veränderung führen werden und hofft auf eine striktere Regulierung der Glücksspielindustrie.

Striktere Maßnahmen

Durch den freiwilligen neuen Kodex der Industrie müssen Glücksspieler Zwangspausen beim Spiel einlegen und werden die oben erwähnten Warnungen erhalten. Darüber hinaus werden die Angestellten in den Buchmacherläden, ähnlich wie Casino-Angestellte, in Bezug auf Suchtverhalten geschult werden, damit sie Problemspieler sofort erkennen können.

Frau Miller ist jedoch der Auffassung, dass diese Maßnahmen nicht weit genug gehen.

Es wird unter anderem vorgeschlagen, dass Spieler sich zu Beginn ihres Spiels entscheiden müssen, wieviel Geld sie maximal ausgeben wollen, und wie lange sie spielen wollen. Buchmacher müssten sich mit diesen Regeln einverstanden erklären, um ihre Lizenz zu erhalten. Die Kulturministerin ist auch daran interessiert, die Werbung für Glücksspiele einzuschränken. Sie möchte Kinder und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen vor dieser Art von Fernsehwerbung schützen.

Frau Miller sagte: „Wir möchten gern eine erfolgreiche Glücksspiel-Industrie haben, aber nicht auf Kosten des Verbraucherschutzes. Der Glücksspieler-Schutz muss obligatorisch werden, und jeder Buchmacher muss sich an diese neue Regelung halten.“

Die Association of British Bookmakers hat die Pläne der Regierung begrüßt und hat sich bereiterklärt, dem „kleinen Anteil“ der Suchtgefährdeten zu helfen.