, 10.10.2019

Der britische Buchmacher William Hill weigert sich, einen Wettgewinn über 23,400 GBP (25,993 Euro) einer Kombi-Wette auszuzahlen. Diese wurde im Januar von zwei Rugby Fans, Khris Stanton und Gary Smeaton, in der Swinton Filiale des Buchmachers platziert. William Hill verweist auf einen menschlichen Fehler.

 

Die Liebe zum eigenen Team wird zum Verhängnis

 

Die beiden Fans der Red Devils investierten jeweils 50 GBP (55 Euro) in eine gemeinsame Kombiwette über 100 GBP. Der erste Teil der Wette beinhaltete, dass die Red Devils sich unter den fünf besten Teams platzieren. Im zweiten Teil wetteten beide darauf, dass Red Devils Spieler Jackson Hastings den „Man of Steel“ Award erhalten würde, die Auszeichnung zum Spieler der Saison.

 

Die Jackson Hastings Wette wurde mit einer Quote von 25/1 (26.00) angeboten, die Top 5- Wette mit 8/1 (9.00). Bei einem Gewinn der Kombiwette hätten bei 100 GBP Einsatz 23,400 GBP ausgezahlt werden sollen.

Als beide jedoch den Gewinn geltend machen wollten, sagte man ihnen, dass William Hill den Gewinn nicht auszahlen würde.

William Hill ist ein globales Buchmacherunternehmen mit Sitz in London und beschäftigt innerhalb Großbritanniens, der Republik Irland und Gibraltar insgesamt rund 14.000 Mitarbeiter. Allein in Großbritannien betreibt das Unternehmen 1568 Wettbüros, während es weltweit 2300 sind. Nach eigenen Angaben nehmen William Hills britische Wettbüros an einem durchschnittlichen Tag insgesamt mehr als 1 Million Wettscheine entgegen.

William Hill gesteht Fehler ein

 

Laut William Hill hätte die Wette niemals angenommen werden dürfen, da es sich um einen Fehler gehandelt habe. Beide Wetten seien miteinander verknüpft gewesen. Demnach, wenn die eine Wette die andere beeinflusse, verstoße dies gegen die Spielregeln des Buchmachers und könne somit nicht als Kombiwette akzeptiert werden. Da Jackson Hastings für die Red Devils spiele, sei sein Erfolg nach dieser Regelung auch von der Platzierung des Teams abhängig gewesen.

 

Ein Sprecher William Hills sagte zu dem Fall:

„Wie in unseren Regeln angegeben, liegt eine zusammenhängende Wette vor, wenn ein oder mehrere Teile der einen Wette das Ergebnis der anderen Wette beeinflussen. In diesem Fall hängen die Quoten von Jackson Hastings als Man of Steel und Salford unter den Top 5 zusammen. Diese Wette wurde aufgrund eines menschlichen Fehlers angenommen und auch dementsprechend korrigiert. Zu keinem Zeitpunkt wurde die Kombiwette vor Saisonbeginn angeboten. Wir verstehen, dass dies sehr enttäuschend für die Kunden ist und können uns lediglich entschuldigen.“

Dennoch wurde die Wette im Januar von einem William Hill Mitarbeiter auf einen Wettschein geschrieben und angenommen. In der Erklärung des Mitarbeiters heißt es, er sei an dem Tag der Annahme stark übermüdet gewesen und habe nicht genau aufgepasst.

 

Statt der Auszahlung der Kombiwette hat William Hill angeboten, jeweils die 50 GPB Einsätze als Gewinne auszuzahlen. Diese fallen mit jeweils 1.700 GBP (1.888 Euro) jedoch signifikant geringer aus.

 

Sowohl Stanton als auch Smeaton weigern sich, die Entscheidung William Hills zu akzeptieren und die Auszahlung anzunehmen. Man wolle weiterkämpfen. Beide versuchten mittlerweile mit dem CEO William Hills, Philip Bowcock, zu sprechen. Dieser lehnte die Anfrage allerdings ab.

 

Stattdessen hat William Hill beiden dazu geraten, sich an den Betting Adjustication Service [Seite auf Englisch] zu wenden, um eine Beschwerde gegen die Entscheidung einzureichen.

 

Ein Erfolg scheint jedoch unrealistisch. Das britische Recht beinhaltet keine Legislation, die Buchmacher dazu verpflichtet, Wetten auszuzahlen. So hat es in der Vergangenheit immer wieder Fälle gegeben, in denen Wettbüros Gewinne einbehielten, sei es durch eigene Fehler oder wegen des Verdachts des Betrugs.