, 24.09.2021

Seit dem 1. Juli ist es in ganz Deutschland möglich, legal im Online-Casino zu spielen. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am Donnerstag berichtet hat, sei das Angebot an Online-Glücksspielen seither merklich gestiegen. Gleichzeitig habe die Behörde einen Anstieg von Glücksspiel-Werbung beobachtet.

 

Besonders viel beworben würden die nun legalen Online-Glücksspiele, von denen ein erhöhtes Suchtrisiko ausgehe. Anlässlich des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht am 29. September wolle die BZgA daher erneut auf das Thema aufmerksam machen.

 

Michaela Goecke, die Leiterin des BZgA-Referats für Suchtprävention, kommentiert:

Insbesondere für die Suchtrisiken von Online-Glücksspielen gilt es mehr als bislang zu sensibilisieren. Online-Glücksspiele haben erhöhtes Suchtpotenzial, weil sie fast immer und überall verfügbar sind […] Durch die Anonymität im Netz und die virtuellen Geldeinsätze können sich Verluste schnell unkontrolliert erhöhen und in eine Schuldenfalle führen.

Während die meisten Menschen das Glücksspiel kontrolliert und allein zu Unterhaltungszwecken nutzten, seien die potenziellen Risiken keinesfalls zu ignorieren, erklärt Goecke.

 

Eine Sucht entwickle sich nämlich meist schleichend und werde oft erst dann bemerkt, wenn es bereits zu spät sei. Umso wichtiger sei es, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, damit bereits die ersten Anzeichen von Betroffenen selbst erkannt werden könnten.

 

Prävention statt Behandlung

Auch beim diesjährigen Aktionstag Glücksspielsucht soll sich daher alles um Spielsucht-Aufklärung und -Prävention drehen. Die BZgA weist in diesem Zusammenhang nochmals auf die ersten Anzeichen einer Glücksspielsucht hin.

 

Vorsicht sei beispielsweise geboten, wenn Spieler ihre Spielzeiten erhöhten und ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren könnten. Problematisch sei auch, wenn Spieler mehr Geld für das Glücksspiel ausgäben als ihnen dafür zur Verfügung stünde.

 

Ein weiteres Anzeichen für problematisches Glücksspiel sei, wenn Spieler ihr Glücksspiel geheim hielten oder es mit Angehörigen zum Streit über das Thema komme.

Deshalb ist es wichtig, für die Suchtrisiken von Glücksspielen zu sensibilisieren und so eine Glücksspielsucht rechtzeitig zu vermeiden.

Aktuell litten laut BZgA-Studien rund 430.000 Menschen in Deutschland unter problematischem Spielverhalten oder einer Spielsucht. Die Dunkelziffer könnte Experten zufolge jedoch noch deutlich höher liegen. Ob die Legalisierung des Online-Glücksspiels in Deutschland, wie von Spielsucht-Experten befürchtet, zu einem weiteren Anstieg führen könnte, bleibt abzuwarten.

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