, 17.12.2019

Die britische Spielerschutzorganisation GamCare [Seite auf Englisch] hat den Glücksspielanbieter Camelot für seine sozialen Standards ausgezeichnet. Der Betreiber der nationalen Lotterie erhielt von GamCare ein Siegel für die Organisation eines besonders verantwortungsvollen Spiels.

 

Einer der ersten gewürdigten Anbieter

Damit ist Camelot eines der ersten Glücksspielunternehmen, das das von GamCare vergebene Safer Gambling Standard Advance Level 2-Zertifikat erhält. Das Siegel soll laut GamCare dazu dienen, die Anstrengungen von Unternehmen bei der Einrichtung eines fairen und verantwortungsvollen Spiels zu honorieren.

 

Die Organisation will mit dem Zertifikat darüber hinaus alle Unternehmen aus der Glücksspielbranche animieren, die Standards ihres Angebots zu heben und ihre soziale Verantwortung für die Menschen in Großbritannien anzuerkennen.

 

Alison Gardner, bei Camelot zuständig für die soziale Verantwortung, zeigte sich erfreut über die Verleihung:

Das Advanced Level 2-Siegel des GamCare-Standards für ein besseres Glücksspiel belohnt unsere Arbeit in diesem Bereich und es ist ein wichtiger Teil unserer Gesamtstrategie.

Gleichzeitig hob die Camelot-Managerin hervor, welche Anstrengungen das Unternehmen in der Vergangenheit unternommen habe, um die Lotterie fair zu gestalten:

Camelot hat Werkzeuge entwickelt, damit all unseren Kunden ein gesundes Spiel angeboten werden kann. Damit gehen wir weiter auf unserem Weg, die National Lottery zum sichersten Umfeld für das Spiel zu machen. (…) Wir verbessern die Art und Weise, wie wir unsere Spieler unterstützen, halten sie zu einem bewussten Spiel an und unterbinden die Teilnahme von Minderjährigen.

Monatelanger Zertifizierungsprozess

Der Verleihung ging ein dreimonatiger Prüfungsprozess durch GamCare voraus. Dabei wurde untersucht, inwieweit der Lotterie-Betreiber die Standards für ein verantwortungsvolles Spiel im eigenen Angebot tatsächlich umsetzt.

 

Unter anderem führte die Organisation dazu eine Reihe von Interviews mit Mitarbeitern von Camelot und aus den landesweiten Verkaufsstellen der Lotterie durch. Darüber hinaus prüfte GamCare, inwieweit die sozialen Standards in der Firmenkultur verankert sind.

Camelot betreibt seit 1994 die britische National Lottery und erwirtschaftete mit ihr im ersten Halbjahr 2019 3,9 Milliarden Pfund Sterling. Die Lizenz läuft noch bis 2023, doch bereits im kommenden Jahr könnte das Unternehmen auf eine Reihe von Konkurrenten stoßen, die sich ebenfalls um die neu ausgeschriebene Lizenz bewerben möchten. Neben Lottoanbietern wie Novamedia aus den Niederlanden oder Française des Jeux aus Frankreich wird auch dem britischen Milliardär Richard Desmond großes Interesse am Betrieb der Lotterie nachgesagt.

Nach drei Monaten der Prüfung kamen die Kontrolleure zu dem Ergebnis, dass der Anbieter den Vergabekriterien für das Spielerschutz-Zertifikat umfassend entspricht, weshalb sie Camelot Anfang der Woche das Siegel verliehen.

 

GamCares Auszeichnung würdigt damit gleichzeitig das Glücksspielangebot auf den Webseiten von Camelot und in den physischen Geschäften, in denen Kunden die Lose kaufen können.

 

Camelot will weiter in Spielerschutz investieren

Nach Angaben von Camelot sind die Bemühungen für ein sicheres Spiel trotzdem noch lange nicht abgeschlossen. So hat der Anbieter erst vor Kurzem teure Rubbellose aus seinem Angebot verbannt.

 

National Lottery

Camelots National Lottery (Bild: national-lottery.co.uk)

Aus Gründen des Spielerschutzes hatte sich Camelot Mitte Oktober entschlossen, 10 Pfund Sterling teure Rubbellose nicht weiter zu verkaufen. Um Jugendliche zudem wirksamer vom Glücksspiel abzuhalten, will der Betreiber die Altersverifizierung seines Onlineangebots technisch verbessern.

 

Darüber hinaus denkt das Unternehmen über die Einführung von wöchentlichen Einzahlungslimits oder die Begrenzung der täglichen Maximalgewinne nach. Auch soll es Spielern künftig ermöglicht werden, sich bei der National Lottery in einem Ausschlussregister freiwillig sperren zu lassen.

 

Um die Gefahren einer möglichen Verschuldung zu reduzieren, lehnt Camelot inzwischen Kreditkarten als Zahlungsmittel ab. Auch dies ist ein Schritt, der bei den Prüfern von GamCare Gefallen gefunden haben dürfte.