, 11.04.2021

Der britische National Lottery-Betreiber Camelot hat vergangene Woche angekündigt, 10 GBP teure Online-Spiele mit Sofortgewinnen aus dem Angebot zu streichen. Obwohl es keine wissenschaftlichen Belege für negative Auswirkungen der 10-GBP-Games auf Spieler gebe, räume Camelot dem Spielerschutz höchste Priorität ein, so der Lotto-Veranstalter.

 

Die Camelot-Aussage widerspricht Studien der UK Gambling Commission (UKGC), die eine erhöhte Spielsuchtgefahr durch die Sofortgewinn-Spiele feststellten. Grund dafür sei, dass Online-Games wie “Monopoly Riches” im Gegensatz zum normalen Lotto einen sofortigen Gewinn in Aussicht stellten und in hoher Frequenz hintereinander gespielt werden könnten.

 

Hohe Verlustgefahr

Aufgrund der größeren Gefahr hoher finanzieller Verluste durch die Online-Spiele äußerten zu Beginn der Woche mehrere Abgeordnete deutliche Kritik an Camelot. Sie warfen der National Lottery vor, sie gleiche inzwischen einem “National Casino”.

 

Sir Iain Duncan Smith, ehemaliger Vorsitzender der Tories, erklärte:

Die National Lottery scheint sich in ein Glücksspielunternehmen zu verwandeln, von dem sie allmählich die schlimmsten Elemente aufweist. (…) Die National Lottery sollte sich sofort zurückziehen – dies ist kein Bereich, in den sie jemals involviert sein sollte.

Der Rückzug trifft Camelot an einer empfindlichen Stelle. Expertenschätzungen zufolge habe sich der Umsatz mit den Sofortgewinn-Spielen in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Diese stünden mittlerweile für rund 10 % der Einnahmen des Unternehmens.

 

Doch auch nach dem Wegfall der 10-GBP-Angebote bleibt die Auswahl für Spieler groß. Dem britischen Telegraph zufolge bietet Camelot weiterhin 42 Games mit Sofortgewinnen zum Preis von 50 Cent bis 5 GBP an.

 

Rubbellose für 10 GBP schon seit 2019 nicht mehr im Angebot

Es ist nicht das erste Mal, dass die National Lottery teure Lose mit Sofortgewinnen aus dem Verkauf nimmt. Schon im Jahr 2019 verbannte Camelot Rubbellose zum Preis von 10 GBP aus seinem Angebot. Als Grund für die Entscheidung gab der Lotteriebetreiber damals ebenfalls einen verbesserten Spielerschutz an.

Eine weitere, von Spielerschützern seit Jahren vehement geforderte Maßnahme für einen besseren Schutz junger Spieler tritt voraussichtlich in wenigen Tagen in Kraft. Ab dem 22. April soll das Mindestalter zum Kauf der Rubbellose von 16 auf 18 Jahre angehoben werden.

Ausgelöst worden war der damalige Schritt von Untersuchungen der UKGC, in denen eine erhöhte Gefährdung durch den Verkauf der teuren Rubbellose festgestellt wurde. So habe der Anteil von Problemspielern bei den 10-GBP-Losen erheblich über dem Durchschnitt gelegen. Mit dem nun erfolgten Rückzug der teuren Sofortgewinn-Spiele dürfte eine weitere Lücke im Spielerschutz geschlossen worden sein.