, 18.11.2020

Der australische Casino-Betreiber Crown Resorts wird sein neues Barangaroo Casino in Sydney vorerst nicht eröffnen können. Am Mittwochmorgen hat die Glücksspielbehörde Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA) von New South Wales entschieden, dem Unternehmen die Lizenz aufgrund von Zweifeln an dessen Geschäftsgebaren zu verweigern.

 

Nach Aussage des ILGA-Vorsitzenden Philip Crawford habe die Behörde diesen Entschluss gefasst, nachdem Crowns Anwälte am Vortag zugegeben hätten, dass mindestens zwei Bankkonten des Konzern zur Geldwäsche von illegalen Einkünften genutzt worden seien.

 

Angesichts dieses Geständnisses zeigte sich Crawford empört:

Wir reden über – möglicherweise – Drogen, wir reden über sexuelle Ausbeutung von Kindern, wir reden über Menschenhandel und wir reden über die Finanzierung des Terrorismus.

Mit ihrem jetzigem Kenntnisstand fühle sich die Kommission nicht in der Lage, endgültig über eine Lizenzerteilung zu bestimmen. Deshalb werde die Entscheidung bis zum Erhalt des endgültigen Untersuchungsberichts im Februar 2021 vertagt.

Zu Beginn der Woche hatte Crown noch versucht, den drohenden Schaden abzuwenden. Vertreter des Unternehmens gaben öffentlich zu, in der Vergangenheit Fehler begangen zu haben. Doch daraus habe man gelernt und die beteiligten Manager ausgetauscht. Außerdem erklärte der Casino-Betreiber am Dienstag, künftig nicht mehr mit den umstrittenen Junkets zusammenzuarbeiten, solange die Organisatoren von VIP-Reisen für Spieler nicht in Australien lizenziert seien.

Nach Bekanntgabe der verweigerten Lizenz reagierte das börsennotierte Unternehmen umgehend. Es beantragte an Sydneys Börse das Aussetzen des Handels mit Crown-Aktien, bis es eine Erklärung zu der derzeitigen Situation abgegeben habe.

 

Junket-Betreiber findet Ersatz für Crown-Casinos

Während Crown Resorts nun ernsthafte finanziellen Folgen aus der Zusammenarbeit mit Junkets zu erwarten hat, beschaffte sich einer der größten VIP-Veranstalter bereits Ersatz für die australischen Crown-Casinos. Am Dienstag wurde bekannt, dass Alvin Chau, Besitzer des Suncity-Junkets aus Macau, seine Anteile am Tigre de Cristal Casino in Russland erheblich aufgestockt hat.

 

Der Milliardär besitzt nun 77,5 % an dem nördlich der russischen Hafenstadt Wladiwostok gelegenen Glücksspieltempel. Beobachter gehen davon aus, dass Chau seine finanzkräftige Kundschaft künftig in dieses Casino lotsen werde. Dieses liege schließlich nur rund 150 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt und damit viel näher als die Casinos auf dem 5. Kontinent.