, 16.11.2020

Die Anwälte des australischen Casino-Unternehmens Crown Resorts haben bei einer Untersuchung durch die NSW Independent Liquor and Gaming Authority (ILGA) „bedauerliche Fehler“ eingeräumt. Anwalt Neil Young habe jedoch bei einer Anhörung am Montag bekräftigt, dass der Konzern in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen habe, um interne „Mängel und Schwächen“ zu beseitigen, berichtet der The Sidney Morning Herald [SMH, Link auf Englisch].

 

Crown Resorts war in den vergangenen Jahren wegen Geldwäsche-Skandalen und angeblichen Verbindungen zur chinesischen Unterwelt in die Schlagzeilen geraten. Die australischen Behörden beraten derzeit darüber, ob das Unternehmen seine Casino-Lizenz für das neugebaute Barangaroo Casino in Sydney behalten darf.

 

Crown sieht Fehler in China ein

 

Bei der heutigen Anhörung haben vor allem die Geschäfte von Crown Resorts in China zur Diskussion gestanden. Im Jahre 2016 hatten chinesische Behörden 19 Mitarbeiter des Unternehmens in China festgenommen. Der Vorwurf: Werbung für Glücksspiel.

In Festlandchina sind die meisten Formen von Glücksspielen verboten. Erlaubt sind lediglich staatliche Lotterien. Ausnahmen für das Glücksspiel gelten in der Sonderverwaltungszone Macau. Dort dürfen Casinos sowohl Sportwetten als auch Automaten- und Tischspiele anbieten.

Die Festnahmen hätten passieren können, weil es zu Verfehlungen in der firmeneigenen Kommunikation gekommen sei, so Anwalt Young.

 

Laut dem SMH hätte der Rechtsvertreter angegeben, dass wichtige Mitarbeiter keine Warnungen über die Gefahren des China-Geschäfts an ihre Vorgesetzten weitergeleitet hätten. Dies habe zu falschen Entscheidungen geführt.

 

Die Ereignisse in China lägen jedoch vier Jahre zurück. Crown-Resorts habe weitreichende Maßnahmen ergriffen, damit sich diese Fehler nicht wiederholten, so Young:

„Weder die Mitarbeiter noch die Strukturen oder Richtlinien, die zum Zeitpunkt der Festnahmen in China vorhanden waren, sind die Mitarbeiter, die Strukturen und Richtlinien, die zum Zeitpunkt der Eröffnung der Barangaroo-Einrichtung vorhanden sein werden.“

Es habe sich um „ernsthafte Irrtümer des Managements“ gehandelt, habe Young erklärt. Diese dürften allerdings nicht als Grundlage genommen werden, um heute die Lizenztauglichkeit von Crown Resorts zu bewerten.