, February 12, 2019

Derzeit befindet sich die bisher größte Jacht der Welt in Planung. Der Bau des vom Designer Chulhun Park entworfenen Schiff-Projektes „Valkyrie“ würde rund 775 Millionen Dollar verschlingen. Das Projekt sieht ein Casino an Bord vor, das der Öffentlichkeit zugänglich wäre.

 

Das Projekt „Valkyrie“ von Chulhun Park

 

Das Design für die Mega-Jacht mit dem Projekt-Namen „Valkyrie“ stammt von dem Südkoreaner Chulhun Park, der damit die weltweit größte Jacht entworfen hat. Mit einer Länge von mehr als 229 Metern würde sie den derzeitigen Rekordhalter, die 181 Meter lange Yacht Azzam, weit überragen.

 

Es würde sich, wie CNN am gestrigen 11. Februar berichtete, jedoch nicht um eine rein privat genutzte Jacht handeln, sondern sie soll zum Teil auch öffentlich zugänglich sein. Der Designer Chulhun Park erklärte hierzu:

„Die meisten Menschen denken, Superjachten sind ausschließlich für Milliardäre da, die damit ihren Reichtum zur Schau stellen. Ein solches Schiff wäre allerdings schwimmende Architektur und würde von der Öffentlichkeit genutzt werden.“

Die neue Superjacht sieht Unterkünfte für 52 Gäste in 26 Kabinen und für 92 Crew-Mitglieder in insgesamt 46 Kabinen vor. Zudem hätten viele Besucher auf dem Schiff Platz. Chulhun Parks hat in seinem Entwurf außerdem ein Casino, ein Theater, eine Kunstgalerie und einen Konferenzsaal eingeplant, die alle öffentlich zugänglich sein sollen.

Der Schiffsdesigner Chulhun Park

 

Chulhun Park hat an der Kookmin University im südkoreanischen Seoul Industrie-Design studiert. Nachdem er seinen Bachelor-Abschluss im Jahr 2008 in der Tasche hatte, hat er seinen Master am Royal College of Art in London gemacht. Hierbei ist die Idee zum Projekt „Valkyrie“ entstanden.

 

Von 2011 bis 2015 war Chulhun Park bei Palmer Johnson Yachts in Monaco angestellt. Im Jahr 2016 gründete er in Südkorea Chulhun Design [Seite auf Englisch]. Mittlerweile ist er Chef-Designer bei Latitude Yachts in Lettland.

Valkyrie basiert auf dem von Palmer Johnson urheberrechtlich geschützten Trimaran-Rumpf. Dieser verringere laut Park den Luftwiderstand beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit und biete eine hohe Stabilität.

 

Konkurrenz für die Azzam

 

Jacht Azzam

Bisher gilt die Azzam als größte Privatjacht der Welt. (Bild: Wikipedia)

Sollte sie gebaut werden, würde die Jacht „Valkyrie“ größer als die bisher längste Super-Yacht der Welt werden. Bisher gilt die Azzam als größte Privat-Jacht. Sie ist 181 Meter lang und gehört dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nayan.

 

Die Azzam wurde von der Lürssen-Werft gebaut und erreicht Geschwindigkeiten von über 30 Knoten (rund 56 km/h). Sie hat sieben Decks und ist unter anderem mit einem Hubschrauberlandeplatz und einem Raketenabwehrsystem ausgestattet.

 

Für eine ähnliche Ausstattung würde auch die „Valkyrie“ genügend Platz bieten und mit einem öffentlichen Casino würde sie an das Glücksspiel als gut gehegte Tradition an Bord anknüpfen.

 

Rechtlicher Rahmen für ein Casino an Bord

 

Derzeit handelt es sich bei der Superjacht mit Casino an Bord um einen reinen Entwurf. Sollte sie, wovon ihr Designer überzeugt ist, tatsächlich gebaut und ihr Casino öffentlich zugänglich werden, wird sie zum Anziehungspunkt für all jene, die sich dem Glücksspiel in exklusivem Rahmen widmen wollen. Hierfür muss vorab auch der rechtliche Rahmen geklärt werden.

 

Das Glücksspiel auf See ist auch nach deutschem Recht legal und wird daher auch von vielen Kreuzfahrtschiffen angeboten. Voraussetzung hierbei ist, dass das Schiff unter der Flagge eines Landes fährt, in dem das Glücksspiel legal ist. Dies ist zum Beispiel auch bei deutschen Kreuzfahrtschiffen gang und gäbe. So fährt die Aida beispielsweise unter der Flagge Italiens, TUI Cruises sind unter der Flagge Maltas unterwegs.

 

Sobald ein Schiff an einem Hafen anlegt, muss es gleichwohl die Gesetze einhalten, die dort gelten. Ist das Casino dort nicht erlaubt, muss für diese Zeit also der Betrieb eingestellt werden. Beim Spielen auf hoher See ist zudem ein bestimmter Abstand zum Festland einzuhalten. Wie groß dieser Abstand ist, richtet sich nach der sogenannten Basislinie.

 

Die Basislinie bestimmt, ab welchem Abstand zum Festland das Recht des jeweiligen Staates nicht mehr gilt. Festgelegt wird die Basislinie jeweils vom Küstenstaat, den sie betrifft und kann bei Küsten unterschiedlich ausfallen, die tiefe Einschnitte, Buchten oder vorgelagerte Inseln haben. Die Basislinie ist auf Seekarten festgehalten, weshalb diese nicht nur für den Schiffsverkehr selbst, sondern auch für den Betrieb eines Casinos an Bord unverzichtbar sind.