, 02.02.2021

Die japanische Präfektur Nagasaki hat am Freitag bekanntgegeben, dass sich fünf Interessenten um die Lizenz für die Entwicklung und den Betrieb des Resort-Casino-Projekts beworben hätten. Mit von der Partie sei unter anderem die österreichische Casinos Austria AG. Wynn Resorts soll sich hingegen aus dem Bieterwettbewerb um das japanische Casinogeschäft zurückgezogen haben.

 

Vier der Bewerber um das IR (Integrated Resort) Nagasaki seien bereits bekannt. Dabei soll es sich um den österreichischen Glücksspielkonzern Casinos Austria AG, Pixel Companyz in Zusammenarbeit mit Groupe Partouche und ein Konsortium aus Get Nice Holdings und Current Corp handeln.

 

Der vierte Bewerber soll Oshidori International Development sein. Der Konzern wolle in Kooperation mit dem Glücksspiel-Giganten Mohegan Gaming & Entertainment in das Projekt einsteigen. Die Unternehmen sollen nun ihre Dokumente zur Prüfung einreichen.

Casinos Austria: Europäisches Flair in Japan

 

Die Casinos Austria AG hat im Sommer 2020 angekündigt, sich um das Casino-Projekt in Nagasaki bewerben zu wollen. Dabei habe das Unternehmen weniger den farbintensiven Stil von Las Vegas und Macau im Sinn, sondern wolle ein „IR im europäischen Stil“ schaffen.

 

Zu den festen Bestandteilen solle beispielsweise ein Wiener Philharmonisches Orchester gehören. Sollte Casinos Austria den Zuschlag erhalten, werde der Konzern mit Kengo Kuma, einem renommierten japanischen Architekten, zusammenarbeiten.

Mehrere „Big Player“ ziehen sich aus Japan zurück

Während das Casino-Projekt in der Präfektur Nagasaki Gestalt annimmt, scheint es in Yokohama derzeit noch Probleme zu geben. In der Präfektur wächst der Widerstand gegen die Eröffnung eines Casino-Standorts.

 

Dieser hatte sich zuvor entzündet, nachdem die Durchführung eines Referendums von den Behörden abgesagt worden war. Nun hat die lokale Regierung in ihrem neuen Haushaltsplan für das Geschäftsjahr 2021 3,43 Mio. USD bereitgestellt. Mit dem Geld sollen Kampagnen finanziert werden, die die Vorteile eines IR bewerben, in der Hoffnung, die Wirtschaft nach COVID-19 wieder anzukurbeln.

 

Fast 2,3 Mrd. USD sollen für verschiedene Projekte reserviert werden, erklärt die Bürgermeisterin von Yokohama, Fumiko Hayashi, unter anderem für Wohlfahrtsprojekte sowie für die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen.

 

Hayashi kommentiert:

Der Haushaltsvorschlag sieht sowohl Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten als auch die wirtschaftliche Wiederbelebung als oberste Priorität vor, und Yokohama wird große Fortschritte in Richtung künftiges Wachstum erzielen.

Trotz der Ambitionen der Regierung Yokohamas wolle Wynn Resorts sich nicht weiter um ein IR-Projekt in Japan bemühen und sich mehr auf die Märkte in den USA und in Macau bemühen.

 

Wynn Resorts ist nicht das erste Unternehmen, das sich aus dem Japan-Casino-Projekt zurückzieht. Las Vegas Sands [Seite auf Englisch] beschloss bereits im Mai 2020, das Handtuch zu werfen und nannte als Grund den „schwierigen rechtlichen Rahmen“.

 

Auch Caesars Entertainment zog sich zurück. Grund sei die Kapitalverschiebung durch die Fusion mit dem Glücksspielkonzern Eldorado Resorts. Dennoch gibt es bereits genügend potenzielle Bewerber für das Casino-Projekt in Yokohama. Dazu gehören unter anderem Melco Resorts, Galaxy Entertainment und Genting Singapore.