, 03.05.2021

Die Casinos Austria International Gruppe (CAI) hat im Corona-Krisenjahr 2020 herbe Verluste verbucht. Laut dem am Freitag veröffentlichten Finanzbericht 2020 des Glücksspielkonzerns brachen Umsätze und Gewinn aufgrund monatelanger Standort-Schließungen auf sämtlichen Märkten dramatisch ein. Nichtsdestoweniger blicke das Unternehmen positiv in die Zukunft.

 

Spielerlöse um 38,5 % zurückgegangen

Trotz zwischenzeitlicher Wiedereröffnungen von Spielstätten sowie fortwährender Online-Geschäfte auf einigen Märkten hätten sich die Spielerlöse im Jahr 2020 auf insgesamt rund 111 Mio. Euro belaufen. Im Vergleich zum Jahr 2019 stelle dies einen Rückgang von 38,5 % dar. Für das Konzernergebnis habe dies einen Nettoverlust von 13,1 Mio. Euro (-11,8 % im Vergleich zum Vorjahr) bedeutet.

 

Die gesunkenen Spielerlöse hätten dabei alle europäischen Märkte des Konzerns stark getroffen. In Deutschland habe die CAI einen Rückgang der Spielerlöse um 39,8 % verbucht. In der Schweiz seien die Einnahmen um 36,3 %, in Liechtenstein um 32,6 %, in Dänemark um 32,3 % und in Belgien um 55,6 % zurückgegangen.

Die Casinos Austria AG ist weltweit im landbasierten Glücksspielsektor in insgesamt zwölf Ländern aktiv. Der Konzern setzt sich dabei aus insgesamt 47 internationalen Gesellschaften zusammen. Von diesen sind 30 zum jetzigen Zeitpunkt vollkonsolidierte Tochterunternehmen, die restlichen Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen. Deutsche Tochter- oder Gemeinschaftsunternehmen sind die allesamt in Hannover niedergelassenen Spielbanken Niedersachsen GmbH (100 %), die Casinoland IT-Systeme GmbH (100 %), die Casino Event Immobilien GmbH (94 %) und die Cocino GmbH (47 %). Außerhalb Europas ist die CAI in Australien, Kanada, USA, Ägypten, Argentinien und Chile vertreten.

Im Jahr 2020 habe der Konzern daher auch Einsparungen vornehmen müssen, um die Gesamtverluste etwas abfedern zu können. Gespart worden sei maßgeblich im Bereich Marketing und Werbung. Während Casinos Austria International dafür 2019 noch 4,1 Mio. Euro investiert habe, seien die Ausgaben 2020 um 41 % auf 2,3 Mio. Euro verringert worden.

 

Ebenfalls gespart worden sei an den Personalkosten. Trotz einer Erhöhung der Mitarbeiterzahl von 760 auf 857 Beschäftigte seien insgesamt knapp 13,4 % weniger Lohn ausgeschüttet worden.

 

Konzern erwartet baldigen Wirtschaftsaufschwung

Obwohl die Casinos Austria International für das Jahr 2020 von einem „historischen Rückgang“ spricht, zeigt sich der Konzern zuversichtlich gegenüber der Zukunft. Die CAI gehe davon aus, dass es in der Weltwirtschaft bereits im dritten Quartal dieses Jahres zu einem „Rebound-Effekt“ kommen könnte.

 

Ein Boom werde dabei vor allem für jene Branchen erwartet, die 2020 am stärksten gelitten hätten. Das betreffe das Unterhaltungsgewerbe im Allgemeinen und damit auch die Casinobranche. Die Prognose des Konzerns:

Gestützt von niedrigen Zinsen und einkommensstützenden Maßnahmen der Finanzpolitik dürfte der private Konsum kräftig zunehmen, sobald zurückgestaute Bedürfnisse wieder gedeckt werden können. Die Weltwirtschaft wird dementsprechend 2021 um +6,1% (2020: -3,8%) wachsen.

Der Schwerpunkt des Managements der CAI habe 2020 sowie im ersten Quartal 2021 auf der Stabilisierung der Finanzsituation gelegen. Im verbleibenden Jahr solle dagegen „die mittel- und langfristige Strategie, bestehende Märkte durch Standortverlegung sowie das Eröffnen weiterer Standorte auszubauen und neue Märkte zu lukrieren, weiterverfolgt“ werden.