, 09.09.2017

Proteste gegen das DACA-Ende

Das Ende des DACA-Programms hat zu großen Protesten in den USA geführt. (Bildquelle)

Nachdem Präsident Donald Trump das DACA-Programm seines Vorgängers Barack Obama beendet hat, ist nicht nur die Weltöffentlichkeit in Aufruhr, sondern auch die Casinos in Las Vegas. Das „Deferred Action for Childhood Arrivals“-Programm, kurz DACA, hat bisher das Bleiberecht der Kinder von illegal eingewanderten Migranten gesichert. Die Regierung unter Barack Obama hatte das Programm 2012 durchgesetzt, um mehrere hunderttausend Migrantenkinder vor der Abschiebung zu bewahren. Unter dem DACA-Recht war es ihnen auch erlaubt, legal in den USA zu arbeiten. An dieser Stelle kommen die Casinos ins Spiel. Viele der nun von der Abschiebung bedrohten Personen arbeiten in der Glücksspielbranche in Las Vegas, sodass die Casinos um ihre Arbeitskräfte und Mitarbeiter fürchten. Mit dem Ende der DACA-Regelungen könnten insgesamt 800.000 Menschen ausgewiesen werden, davon allein 13.000 in Nevada.

 

Caesars und MGM fürchten Abschiebung von Mitarbeitern

Zu den großen Namen, die sich öffentlich kritisch gegenüber Trumps Entscheidung geäußert haben, gehören Caesars Entertainment und MGM Resorts International. Beide kreideten die nun vorherrschende Ungewissheit für ihre Angestellten an. Richard Broome von Caesars erklärte gegenüber der Presse:

„Caesars Entertainment beschäftigt von der DACA-Regelung betroffene Personen und, wie allen unseren eingewanderten Arbeitnehmern, unterstützen wir ihre Bemühungen, amerikanische Staatsbürger zu werden.”

Wenig später bekam Caesars Rückendeckung von MGM International, die das folgende Statement abgaben:

„Wir bitten den Kongress, schnell zu handeln, damit die betroffenen jungen Menschen in eine stabile Zukunft blicken können.“

Sowohl Caesars als auch MGM fordern zudem eine umfassende Überarbeitung des Einwanderungsgesetzes. Dieser Tenor herrscht jedoch nicht bei allen Casinobetreibern in Las Vegas. Neben Caesars und MGM gehören die Las Vegas Sands Corporation und Wynn Resorts zu den unangefochtenen Branchenriesen vor Ort. Beide halten sich bisher jedoch bedeckt, was das Thema DACA angeht. Ein Grund dafür könnte die Führungsetage bestehend aus Sheldon Adelson und Steve Wynn sein. Die beiden Multimilliardäre gelten als Trump-Unterstützer. Besonders Sheldon Adelson, Inhaber der Las Vegas Sands Gruppe, ist als guter Freund von Donald Trump wenig gewillt ihm in den Rücken zu fallen. Der 84-Jährige hat die Trump’sche Wahlkampagne mit mehreren Millionen unterstütz und drängt die Regierung schon seit längerem auf ein Verbot von Online Casinos.

 

Trump zerstört Obamas Erbe in ganz Amerika

Barack Obama hatte das DACA-Programm 2012 per Dekret erlassen. Es war als ein Aufschiebemechanismus konzipiert und gewährte Kindern von damals illegal eingewanderten Personen eine stets um zwei Jahre erneuerbare Aufenthaltsgenehmigung. Mit dieser Erlaubnis waren sowohl ein Studium als auch ein Beschäftigungsverhältnis in den USA möglich. Durch die Abschaffung des Programms auf Geheiß von Donald Trump verlieren alle Betroffenen ihre Aufenthaltserlaubnis innerhalb von sechs Monaten, unabhängig von ihrer ursprünglichen Laufzeit. Nicht nur die Casinobranche in Nevada, sondern auch andere Bundesstaaten und Industrien haben sich angesichts des DACA-Endes bereits besorgt gezeigt. In Nevada machen sich zudem auch zahlreiche Politiker, Organisationen und Privatpersonen für einen Ausweisestopp stark. Sie fordern den Kongress auf, Trumps Entscheidung rückgängig zu machen. Sollten Kongress und Präsident hart bleiben, so verlieren nicht nur Tausende junge Menschen ihre Zukunft, sondern auch zahlreiche Casinos gute Mitarbeiter.

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