, 20.05.2021

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat am Dienstag in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch] bekanntgegeben, dass Casinos und Spielhallen im Rahmen der Lockerungen der COVID-19-Restriktionen am Freitag wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Einzelheiten zur Regierungsentscheidung sollen in Kürze auf der Webseite der Glücksspielbehörde veröffentlicht werden.

 

Casinos und Spielhallen in Dänemark sind seit Dezember geschlossen. Ursprünglich sei Medienberichten zufolge der 5. April zur Wiedereröffnung vorgesehen gewesen, allerdings seien zu dieser Zeit die Infektionszahlen noch zu hoch gewesen. Doch nun dürfen die sechs Casinos in Aalborg, Aarhus, Kopenhagen, Helsingor, Odense und Vejle ihre Gäste wieder empfangen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes überschreite die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage (Stand heute). Damit werde Dänemark immer noch als Risikogebiet eingestuft. Dennoch sei das Infektionsgeschehen stabil.

 

Neben Glücksspielstätten werden am Freitag fast alle Branchen mit Ausnahme der Nachtclubs wieder geöffnet. Restaurants, Bars, Fitnessstudios und der nicht-essenzielle Einzelhandel wurden bereits in früheren Lockerungsphasen geöffnet.

Europas terrestrisches Glücksspiel öffnet, Flickenteppich in Deutschland

Die Regierung Dänemarks traf die Entscheidung, die Spielstätten zu öffnen, nachdem am Montag terrestrische Casinos, Bingohallen und Arcade-Spielhallen in Großbritannien nach einem viermonatigen Lockdown wieder hatten öffnen dürfen.

 

Auch in Zypern und Spanien wurden die Casinos wieder geöffnet. In Österreich können die terrestrischen Spielstätten seit gestern ebenfalls wieder ihre Gäste empfangen. Unter dem Motto „Das Glück ist zurück“ feierten die Standorte der Casinos Austria ihre Wiedereröffnung.

 

In Deutschland stelle sich die Situation für die Glücksspielbrache jedoch nach wie vor kompliziert dar, erklärte am Mittwoch der Branchenverband Forum der Automatenunternehmer. Allerdings gäben die sinkenden Infektionszahlen Anlass zu vorsichtiger Hoffnung auf ein baldiges Ende des Lockdowns.

 

Da die Bundesländer die Öffnungsschritte autonom regeln, sei Deutschland derzeit ein Flickenteppich unterschiedlicher Vorgaben. Die Automatenkaufleute seien daher gut beraten, die in den jeweiligen Bundesländern geltenden Verordnungen im Auge zu behalten.

Konkrete Öffnungspläne, in denen auch Spielhallen berücksichtigt werden, gibt es derzeit nur in Niedersachsen und NRW. Im Hessener Landkreis Wetterau konnten die Glücksspielbetriebe gestern wieder öffnen. Seit Montag sind auch in drei Landkreisen im Saarland die Spielhallen wieder in Betrieb.

Harte Zeiten für den terrestrischen Glücksspiel-Sektor

Die European Casino Association (ECA) spricht von schweren wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns für die Branche. Nach Angaben der ECA sei in den 900 europäischen Casinos die Anzahl der Angestellten von mehr als 70.000 Anfang 2020 auf rund 50.000 gesunken.

 

Der Vorsitzende der ECA, Per Jaldung, zeichnet ein düsteres Bild:

Dies ist der härteste Schlag, den die europäische terrestrische Casino-Industrie jemals erlebt hat. Die finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf den landbasierten Casino-Sektor waren extrem. […] Einige Casinos haben für immer geschlossen und viele Casino-Mitarbeiter haben ihre Jobs verloren. […]

Das landbasierte Casino-Geschäft sei derzeit mit einer Vielzahl von Hürden konfrontiert. Hierzu gehörten eingeschränkte Öffnungszeiten, Vorgaben zur maximalen Belegung und Einschränkungen der Ausstattung, Protokolle zur sozialen Distanzierung, eingeschränkte Spielangebote, Schutzmaßnahmen wie Plexiglas, Masken und Tests vor Ort.

 

Die Gäste wünschten, die Casinos wieder zu besuchen, erklärte ECA-Generalsekretär Hermann Pamminger. Die Branche habe bewiesen, dass die terrestrischen Glücksspielbetriebe in der Lage seien, verantwortungsbewusst zum Geschäft zurückzukehren.