, 25.02.2020

Im Kampf gegen das Offshore-Angebot philippinischer Online-Casinos greift die Regierung in Peking zu immer härteren Maßnahmen. Wie die chinesische Botschaft in Manila bekanntgab, verhängte das Ministerium für innere Sicherheit Reisesperren für chinesische Staatsangehörige, die im Verdacht stehen, sich durch Aktivitäten im Online-Glücksspiel-Sektor der Philippinen strafbar gemacht zu haben.

 

Grenzübergreifende Betrügereien

 

Via Facebook bestätigte die chinesische Botschaft in Manila am Wochenende Berichte, nach denen die Reisepässe Tausender Chinesen für ungültig erklärt wurden. Zuvor hatten philippinische Medien berichtet, die Aktion richte sich gezielt gegen Angestellte der Philippine Offshore Gaming Operations (POGOs).

POGOs sorgen bereits seit geraumer Zeit für Verstimmungen zwischen den Regierungen Chinas und der Philippinen. Die Philippinen verbieten das Glücksspiel im eigenen Land, generieren jedoch hohe Einnahmen durch Firmen, die auf das zumeist asiatische Ausland zugeschnittene Online-Casinos betreiben.

 

Ein Großteil der POGOs wird von Chinesen betrieben, die mit ihren Angeboten die eigene Heimat ins Visier nehmen. Sehr zum Ärger der chinesischen Führung, die das Glücksspiel innerhalb der chinesischen Grenzen, mit Ausnahme der Sonderverwaltungszone Macau, rigoros verbietet.

Die Liste der Betroffenen, so das Statement, umfasse eine Vielzahl von chinesischen Staatsbürgern, die im Verdacht stünden, in grenzübergreifende Online-Betrügereien verwickelt zu sein.

 

Streitpunkt POGOs

 

Laut Botschaft untersagten die aktuellen Maßnahmen den Verdächtigen die Ausreise aus China und erfolgten in Einklang mit dem geltenden Einreise- und Ausreisegesetz der Volksrepublik.

 

Die Botschaft drängte die philippinischen Verantwortlichen zudem auf einen Ausbau der Zusammenarbeit beider Länder bei der Strafverfolgung:

Die chinesische Seite möchte weiterhin eng mit den Philippinen zusammenarbeiten, um Verbrechen wie Telekommunikationsbetrug, illegales Online-Glücksspiel, Geldwäsche, illegale Beschäftigung, Entführung, Erpressung, Folter, Mord usw. zu bekämpfen, um die legitimen Rechte und Interessen der Staatsangehörigen beider Länder wirksam zu schützen und die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen China und den Philippinen zu fördern.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die philippinische Regierung von einem Verbot der POGOs zu überzeugen, scheint Peking nun vermehrt bei den eigenen Staatsangehörigen anzusetzen.

 

Welche langfristigen Auswirkungen die veränderten Reisebestimmungen auf die Betroffenen und die Aktivitäten der POGOs haben werden, bleibt vorerst unklar. Unbeantwortet ist auch die Frage, ob nur die Ausreise der Verdächtigen aus China unterbunden wird, oder auch die Einreise.

Similar Guides On This Topic