, July 10, 2019

Chinesische Staatsmedien werfen Macaus größtem Junket-Unternehmen, der Suncity Group, vor, Milliarden von Dollar mit dem Online Glücksspiel auf den Philippinen und in Kambodscha eingenommen zu haben. Das Unternehmen wies die Vorwürfe am Dienstag zurück.

 

In dieser Woche berichtete die chinesische Wirtschaftszeitung Economic Information Daily, die zur staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gehört, dass Suncity Milliarden von Dollar durch das Online Glücksspiel eingenommen und der chinesischen Wirtschaft damit großen Schaden zugefügt habe.

 

Eine Warnung für Junket-Betreiber in Macau?

 

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters [Seite auf Englisch]sei dies das erste Mal, dass staatliche Medien Junket-Unternehmen und ihre Online Glücksspiele ins Visier nehmen. Marktkenner gehen davon aus, dass es sich um eine Warnung an Suncity handeln könne, sich aus Offshore-Geschäften zurückzuziehen.

Junket-Betreiber bringen High Roller vom chinesischen Festland nach Macau, wo das Glücksspiel in Gegensatz zum chinesischen Festland erlaubt ist. Das Online-Glücksspiel ist in China ebenfalls verboten.

 

In Macau gibt es mehr als 190 lizensierte Junket-Unternehmen, unter ihnen Suncity, Asia Entertainment and Resources, Dore Holdings und die Neptune Group. Sie arbeiten mit einem Netz von Subunternehmern, den sogenannten Sub-Junkets, die VIP-Kunden auswählen und in die Casinos locken sollen. Hierfür erhalten die Sub-Junkets eine Provision, sind aber auch dafür verantwortlich, Schulden der Kunden einzutreiben.

 

Häufig wird vermutet, dass die Junket-Unternehmen in Verbindung zur organisierten Kriminalität stehen und ihre Finanzierungskanäle vom chinesischen Untergrund-Kreditmarkt stammen.

Dem Bericht zufolge soll es Suncity chinesischen Spielern möglich gemacht haben, am Glückspiel in Online Casinos auf den Philippinen und Kambodscha teilzunehmen. Dies sei über das sogenannte Proxy-Glücksspiel ermöglicht worden. Kunden, die mit dem Unternehmen Suncity in Verbindung gebracht worden seien, hätten hierbei über das Internet an Spielen teilgenommen, die in stationären Casinos auf den Philippinen und in Kambodscha stattgefunden hätten.

 

Die Live-Spiele sollen über Online Glückspiel Anwendungen per Live-Video gestreamt worden sein. Kunden können ihre Einsätze dabei online platzieren, ohne tatsächlich vor Ort zu sein. Mit Underground Banking soll das Unternehmen zudem Kapital aus dem Land geschafft haben. Der wirtschaftliche Schaden beliefe sich auf Milliardenhöhe.

 

Suncity dementierte die Vorwürfe und gab in einer Erklärung an, dass es weder Casinos noch Online Glücksspiel Geschäfte betreibe und sämtliche Aktivitäten des Unternehmens den staatlichen Vorschriften entsprächen. In der Erklärung des Unternehmens heißt es weiterhin:

„Das VIP-Spiel-Werbegeschäft, das die Gruppe und andere ihrer Geschäftseinheiten in Macau und in anderen Ländern oder Regionen anbietet, ist lizensiert, legitim und von den Regierungen der jeweiligen Gerichtsbarkeiten reguliert.“

Auf Nachfrage von Reuters teilte Macaus Glücksspielbehörde mit, dass das Online Glücksspiel in Macau illegal sei und Zuwiderhandlungen von Seiten der Junket-Betreiber regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen würden.

 

Mögliche Konsequenzen für die Zukunft von Suncity

 

Kurzfristig haben sich die Medienmeldungen an der Hongkonger Börse auf die Aktienkurse der Suncity Group Holdings Ltd. ausgewirkt. Der Kurs sank am Dienstag um 20 Prozent.

 

Wynn Casino Macau

Laufen die Lizenzen der Casinos in Macau aus, will Suncity sich um eine Konzession bewerben. (Bild: Flickr)

Langfristig könnten sich die Medienberichte entscheidend auf die Zukunft des Unternehmens auswirken, denn erst im Mai hatte die Suncity Group angekündigt, sich im Jahr 2022 für eine Casino-Lizenz bewerben zu wollen.

 

Derzeit sind in Macau sechs Casino-Betreiber lizensiert, deren Konzession 2022 ungefähr zur gleichen Zeit auslaufen wird. Medienberichten zufolge sollen eventuell ein bis zwei weitere Konzessionen erteilt werden, hierzu gibt es jedoch noch keine offiziellen Erklärungen.

 

Laut Andrew Lo Kai Bong, Chief Investment Officer von Suncity, würde der Betrieb eines Casinos die Junket-Geschäfte mit den anderen Casinos nicht beeinträchtigen. Man habe gute partnerschaftliche Beziehungen zu allen sechs Lizenznehmern und dies werde sich nicht ändern, solange man deren Anforderungen gerecht werde.

 

Ob es dem Unternehmen gelingen würde, eine Konzession zu erhalten, ist angesichts der derzeitigen Vorwürfe jedoch fraglich.

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