Dienstag, 17. Mai 2022

Neuseelands Christchurch Casino – die älteste Spielbank darf bleiben

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Am 29. März gab die neuseeländische Glücksspielkommission bekannt, dass das älteste Casino des Landes, das Christchurch Casino, eine Lizenz für weitere 15 Jahre erhalten soll. Im Rahmen der Lizenzvergabe muss die Spielbank jetzt gut 500.000 Neuseeland-Dollar an Wohltätigkeitsorganisationen spenden.

Gambling Commission befürwortet Spielbank

Neuseeland ist für viele Reisende dank seiner weißen Strände und wilden Nationalparks ein begehrtes Urlaubs- und Naturparadies und der Tourismus ist heute ein bedeutsamer Wirtschaftszweig des Landes. Neben dem Tourismus und zum Teil auch wegen des Tourismus boomt seit Jahren auch das landbasierte Glückspiel.

In Neuseeland gibt es insgesamt sechs Spielbanken, zwei davon auf der Nord- und vier auf der Südinsel. Für die Lizenzvergabe ist die New Zealand Gambling Commission zuständig. Das Christchurch Casino öffnete seine Türen als erstes Casino am 4. November 1994. Das Casino hatte dafür eine Lizenz erhalten, die ab jenem Tag für 25 Jahre gültig sein sollte.

Früh genug vor Ablauf dieser Lizenz reiche die Spielbank im Dezember 2017 seine Bewerbung um eine Folgelizenz ein. Die Entscheidung der Kommission fiel zu Gunsten der Spielbank am 15. März 2019.

Spendenabgaben als Lizenzbedingung

Der neue Lizenzvertrag sieht jedoch einige Neuerungen vor und verpflichtet das Casino zu jährlichen Spendenabgaben. Im Anhang des 39-seitigen Vertrages wird festgesetzt, dass das Casino mindestens 2,5 % seiner Nettoeinnahmen (oder mindestens 250.000 NZ$) an den Christchurch Casinos Charitable Trust (CINCH) abgeben muss.

REACH Child Cancer

Spielbank könnte an die REACH Child Cancer Stiftung spenden (Bild: reachchildcancer facebook)

Hierbei handelt es sich um eine im Jahr 1994 errichtete Organisation, die Spendengelder an andere inländische Not-Profit-Organisationen verteilt, die sich für Spielerschutz und Spielsuchtbekämpfung engagieren.

Für das Christchurch Casino, welches letzten offiziellen Zahlen zufolge im Jahr 2017 mehr als 16 Mio. NZ$ Profit machte, würden dies Abgaben von gut 400.000 NZ$ bedeuten.

Doch nicht nur verpflichtet sich die Spielbank mit Lizenzannahme zu der 2,5 % Spende an den Trust, sondern muss des Weiteren auch 100.000 NZ$ an eine Wohltätigkeitsorganisation, die nicht mit Glücksspiel in Verbindung steht, spenden. Zur Auswahl stehen beispielsweise St John New Zealand oder REACH Child Cancer.

Casino aus Christchurch nicht wegzudenken

Trotz einiger weniger Negativschlagzeilen der letzten Jahre, als beispielsweise im Jahr 2014 Missstände durch Testspieler aufgedeckt wurden [Zeitungsbericht auf Englisch], ist das Casino rein wirtschaftlich von großer Bedeutung für die Großstadt an der Ostküste der Südinsel.

Das Casino beschäftigt 478 Angestellte, von denen 104 auf Vollzeitbasis arbeiten. Seine Wertschöpfung wurde zuletzt auf 23 Mio. NZ$ geschätzt und es fließen jährlich zwischen 70 und 140 Mio. NZ$ in das Bruttonationaleinkommen. Steuerabgaben lägen bei gut 18 Mio. NZ$ jährlich.

Das älteste Casino Neuseelands stellt Spielern auf mehr als 4.000 m² gut 500 Spielautomaten und 34 Tischspiele zur Verfügung. Das Mindestalter für Besucher und Spieler liegt bei 20 Jahren. Seit dem Jahr 2004 gehört das Casino zur SkyCity Entertainment Group, welche weitere vier der insgesamt sechs Spielbanken im Land betreibt.

Als es um die Erneuerung der auslaufenden Lizenz ging, war der wirtschaftliche Einfluss des Casinos eines der wichtigsten Argumente. Die Spielbank musste darlegen, inwieweit sie der Wirtschaft der Region zugutekommt und eine realistische Prognose aufstellen, was sich durch den Wegfall des Casinos verändern könnte.

Christchurch Casino

Das Christchurch Casino öffnete im November 1994 (Bild: Wikimedia)

Unterstützt wurde die Lizenzvergabe von 64 Institutionen oder Personen, die der Kommission ihre eigenen Argumente in dafür vorgesehenen Schreiben (submissions) vorbrachten. Insgesamt waren 74 Schreiben eingereicht worden. Zu den Befürwortern zählten Casinoangestellte, lokale Geschäfte und Wohltätigkeitsorganisationen.

Ebenfalls Thema und tragendes Argument war die potentielle Abwanderung von Spielern auf den unregulierten Glücksspielmarkt. Laut Aussagen des Casinos könnten gut 30 bis 50 % der Christchurch Spieler auf weniger gut oder gar nicht regulierte Anbieter ausweichen.

Dazu zählen insbesondere auch ausländische Online Casinos. Der Gambling Act 2003 verbietet den Neuseeländern theoretisch das Spielen in Online Casinos. Diese dürfen nämlich in Neuseeland selbst nicht betrieben werden.

Auf ausländische Anbieter jedoch greift der Gesetzestext nicht, weshalb die Casinos leicht zugänglich sind und gern genutzt werden. Ohne Zweifel ist dies der Kommission ein Dorn im Auge und mit dem Erhalt landbasierter Spielbanken kann zumindest in Teilen garantiert werden, dass Spieler in einem regulierten Umfeld spielen.