, 18.08.2021

Ein Nebenjob im Casino könnte für Studenten in Deutschland eine lukrative Beschäftigung sein, um das eigene Studium zu finanzieren. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Hessenschau stellen einige Spielbanken in Deutschland mittlerweile gern Studierende als Croupiers ein. In den Spielbanken Wiesbaden und Bad Homburg funktioniere dies bislang gut.

 

Stundenlöhne von 17 Euro plus etwaige Trinkgelder machten den Job dabei für junge Menschen besonders interessant. Die Spielbanken wiederum profitierten von einem „verjüngten Spielcasino-Image“. Die Spielbank Bad Homburg habe zudem kürzlich einen speziellen Bereich für junge Menschen eingerichtet.

 

Dort lockten neben Glücksspielen wie Black Jack und Roulette auch Musik und eine insgesamt lockerere Atmosphäre. Damit auch junge Menschen mit geringem Budget sich das Spiel leisten könnten, würden bereits Einsätze ab einem Euro akzeptiert.

 

Ein Job mit hohen Anforderungen

Während ein Studentenjob in der Spielbank somit nach dem idealen Beruf für junge Menschen klingen könnte, stellten die Spielbanken sehr hohe Anforderungen an ihre angehenden Croupiers.

 

Zunächst müssten Bewerber einen sechswöchigen Kurs belegen, in welchem umfangreiches Wissen über Glücksspiele wie Black Jack, Roulette und Poker erlernt werde. Zu den Lerninhalten zählten nicht nur die Spielregeln selbst, sondern auch zusätzliche Faktoren wie das korrekte Kartenmischen.

 

Doch Glücksspiel-Fachkenntnis allein reiche nicht aus: so werde von den Croupiers verlangt, mindestens zwei Sprachen gut zu beherrschen. Schließlich kämen die Dealer an den Spieltischen auch regelmäßig mit internationalen Kunden in Kontakt.

 

Neben dem darüber hinaus richtigen Dresscode und exzellentem Kopfrechnen sei der korrekte Umgang mit der Kundschaft eine der wichtigsten Fertigkeiten. Wie die Croupier-Ausbilderin der Spielbank Bad Homburg, Nicoletta Tache, erklärt, sollen die angehenden Croupiers auf alle Eventualitäten vorbereitet werden. Am Ende der Ausbildung gebe es zwei Prüfungen.

Wir spielen dafür verschiedene Situationen nach und erklären den neuen Kollegen, was passieren kann und worauf sie achten sollen. Das ist wie beim Autofahren, die Ausbildung ist abgeschlossen, aber das Eigentliche lernt man, wenn man am Tisch sitzt.

Spezial-Training zur Spielsucht-Früherkennung

Croupiers hätten heute jedoch auch eine hohe Verantwortung gegenüber den Kunden, erklärt Tache weiter. Ebenso wie anderes Casino-Personal müssten Croupiers daher darauf trainiert werden, problematisches Spielverhalten bei den Casino-Gästen frühzeitig zu erkennen.

 

Vor allem Stammgäste müssten gut observiert werden. Ein Anzeichen eines Spielsucht-Problems sei beispielsweise, wenn ein Gast, der für gewöhnlich mit Freunden ins Casino gehe, plötzlich allein erscheine und sich „bewusst absondere“. Doch auch am Spieltisch zeige sich schnell, wenn ein Kunde ein Problem mit dem Glücksspiel habe.

Die Gäste sind dann nervös oder aggressiv, wenn sie verlieren. Sie möchten schnell die Auszahlung haben oder das nächste Spiel machen, also sind richtig ungeduldig.

Falle einem Croupier derartiges Verhalten auf, müsse dieses gemeldet werden. Die Casinos verfügten über qualifiziertes Personal, welches sich speziell der Prävention von Spielsucht widme.

 

Die Experten träten dann diskret mit dem betroffenen Gast ins Gespräch und offerierten Hilfsangebote oder einfach „ein offenes Ohr für die Probleme“ des Kunden. Auch über die Optionen von Spiellimits oder Sperren werde gesprochen.