, 03.12.2019

Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden [Seite auf Englisch] hat eine neue Kampagne gestartet, um Menschen mit Glücksspielproblemen auf ihr Hilfsangebot aufmerksam zu machen.

 

Videos über die sozialen Auswirkungen des Glücksspiels

Der neue Vorstoß, Pokerfjæs, thematisiert die sozialen Auswirkungen von zwanghaftem Spiel auf Familienangehörige und Freunde. Zu diesem Zweck wurden drei Videoclips produziert, in denen der Umgang dreier Menschen mit ihren Spielsuchtproblemen gezeigt wird.

 

Als Hauptdarsteller wurden Mutter, Vater und Sohn einer fiktiven Familie gewählt: Obwohl sie nach außen hin ein normales Leben führen, haben alle drei Charaktere Probleme mit dem Glücksspiel, die sie vor ihren Angehörigen verheimlichen.

In den Clips werden unter dem Motto “Wenn du es nicht laut aussprechen kannst, kannst du uns anrufen” Alltagssituationen gezeigt, die die Spielsucht der einzelnen Familienmitglieder und ihre persönlichen Probleme mit der Geheimhaltung thematisieren.

 

Spillemyndigheden-Direktorin Birgitte Sand begründete das Projekt:

Das Ziel der Investition von Ressourcen in eine landesweite Kampagne ist in erster Linie, das Bewusstsein der Dänen für StopSpillet zu erweitern.

Die Filme haben jeweils eine Länge von 30 Sekunden. Nach Willen der Spillemyndigheden sollen sie landesweit im Fernsehen sowie auf Internet-Streaming-Plattformen und Social Media-Kanälen ausgestrahlt werden.

 

Die jetzt gestartete Pokerfjæs-Kampagne ist Teil der StopSpillet-Initiative, die von der Spillemyndigheden zu Beginn des Jahres gestartet wurde, um auf die Suchtgefahr des Glücksspiels hinzuweisen.

 

Rege Nutzung der StopSpillet-Hotline

Logo StopSpillet

Dänische Spielschutz-Kampagne (Bild: spillemyndigheden.dk)

Grund für die verstärkten Anstrengungen der staatlichen Kontrolleure ist die rege Nutzung einer im Rahmen von StopSpillet eingeführten Telefon-Hotline, unter der Betroffene Hilfe suchen können. Nach Angaben der Organisatoren wendeten sich seit Januar bereits mehr als 700 Personen an den Notruf, um über ihre Glücksspielprobleme zu sprechen.

 

Einer Statistik der Behörde zufolge kamen 46 % der Anrufe von Spielern und 39 % von ihren Angehörigen. Weitere 5 % stammten aus dem Gesundheitswesen, während 10 % der Anrufer allgemeine Informationen rund um das Glücksspiel anfragten.

 

Dabei stellten Männer bei den Telefonkontakten bisher eindeutig die Majorität: 85 % der Anrufer waren männlich, wohingegen Frauen mit 15 % deutlich unterrepräsentiert waren.

 

Birgitte Sand sagte zu dem Angebot:

Glücklicherweise rufen bereits viele Menschen an und bekommen Hilfe und Rat, aber die Dänen müssen wissen, wo sie anrufen können, selbst wenn sie nicht gleich auf der Stelle anrufen müssen

Parallel zur Veröffentlichung der neuen Videoclips möchte die Glücksspielaufsicht ihr Support-Angebot rund um StopSpillet vergrößern. So sollen sich Spieler auf der Webseite nicht nur per Telefon, sondern auch im Live-Chat an die Mitarbeiter der Behörde wenden können, um sie um Rat zu fragen.

 

Steigende Ausgaben, sinkende Umsätze im dänischen Glücksspiel

Wie auch in anderen Staaten steigen in Dänemark die Marketing- und Werbeausgaben vieler Glücksspielunternehmen. Allerdings verzeichnete das skandinavische Land in diesem Jahr ein besonders hohes Wachstum in diesem Bereich.

 

So hatte das Marktforschungsunternehmen Gallup ermittelt, dass das Volumen der Spots im dänischen Fernsehen und Radio in den ersten acht Monaten des Jahres um über 28 % angestiegen ist.

Die Bruttoerträge des dänischen Glücksspiels lagen nach Angaben der Spillemyndigheden im Jahr 2018 bei umgerechnet 863 Millionen Euro. Der Wettsektor war dabei für 39,15 % der Einnahmen verantwortlich, während Online Casinos 33,45 % zum Gesamtvolumen beisteuerten. Mit physischen Spielautomaten wurden weitere 21,9 % erwirtschaftet. Kleinster Umsatzbringer waren die sieben dänischen Spielcasinos (rund 6 %).

Während die Ausgaben der Anbieter für Marketing und Werbung ansteigen, entwickeln sich die Umsätze im dänischen Glücksspiel derzeit in die entgegengesetzte Richtung. So verzeichnete die Branche im 3. Quartal 2019 Einnahmen in Höhe von umgerechnet 215,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies ein Rückgang um etwa 0,9 %. Von den Verlusten war insbesondere der Sportwetten-Bereich betroffen, dessen Umsätze um 3,8 % zurückgingen.

 

Einziger Lichtblick der Glücksspielbranche waren die Online Casinos, die ihre Einnahmen um 4 % steigern konnten. Es wird sich zeigen, inwieweit die neue Kampagne der dänischen Glücksspielaufsicht an diesem Verhältnis etwas ändert und ob ein bewussteres Spiel zu weiter sinkenden Umsätzen führt.

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