Mittwoch, 18. Mai 2022

Daytrading, Finanzwetten und Glücksspiel Teil 1

Mann mit Kopfhörern, Börsen-Charts Anleger hoffen beim Daytrading auf schnelle Rendite. (Bild: pixabay.com)

Daytrading ist eine besondere Form des Handels an der Börse, bei dem in Aktien, Währungen (Forex), Derivate und andere Finanzprodukte investiert wird. Ziel der Investoren ist es, von den prognostizierten Entwicklungen der Börsenkurse zu profitieren. Daytrading wird aufgrund seines spekulativen Charakters häufig mit Finanzwetten verglichen.

Im Unterschied zum klassischen Aktienhandel basiert Daytrading auf kurzfristigen Kursentwicklungen. In sehr engen Zeitrahmen kaufen und verkaufen die Anleger ihre Positionen.

Das Video bietet einen kurzen Überblick zum Daytrading:

Die Handelsgeschäfte können in einigen Fällen nur wenige Minuten dauern. Andere Trader investieren für einige Stunden in ihre Positionen. Bis die Finanzmärkte schließen, müssen auch die Handelspositionen geschlossen sein, also innerhalb eines Tages.

Normalerweise wird in Aktien und Devisen investiert, um möglicherweise nach einigen Jahren Gewinne zu generieren. Diese Art der Geldanlage wird auch als „Buy & Hold“-Ansatz bezeichnet.

Das bedeutet, dass der Trader den Finanzmarkt ständig im Auge behalten muss, um auf kleinste Kursschwankungen reagieren zu können. Die hohe Volatilität dieser Art des Börsenhandels ermöglicht es den Anlegern, innerhalb kürzester Zeit hohe Gewinne zu generieren.

Euro, Stier, Bär

Daytrading an den internationalen Finanzmärkten gilt als sehr volatil. (Bild: pixabay.com)

Allerdings sind die Risiken, die der Handel mit sich bringt, ebenso hoch. Kritiker vergleichen Daytrading aus diesem Grunde auch häufig mit dem Glücksspiel und mit Finanzwetten, da sich bei einigen Tradern ähnliche Verhaltensweisen wie bei Spielsüchtigen beobachten lassen.

Finanzmärkte für das Daytrading

Für das Daytrading stehen mehrere Märkte zur Verfügung. Dazu gehören der Handel mit Währungen, der Aktienhandel, das Trading mit Kryptowährungen, mit Rohstoffen, aber auch der Handel mit Aktien Indizes und Futures (Terminkontrakten). In der Regel entscheiden sich die Anleger für zwei bis drei Märkte für ihre Investitionen. Im Folgenden werden die populärsten Märkte vorgestellt.

Forex: der Handel mit Währungen

Forex ist die Abkürzung für „Foreign Exchange“, also der Handel mit Devisen. Der Devisenmarkt gilt weltweit als der größte und liquideste Finanzmarkt. Da es keinen zentralen Markt für den Handel mit Devisen gibt, ist der Anleger nicht an die Öffnungszeiten der Börsen gebunden und kann daher rund um die Uhr handeln. Dies macht ihn besonders auch für Finanzwetten interessant.

Dollarscheine

Forex ist der Handel mit Devisen. Der Dollar wird am häufigsten gehandelt. (Bild: pixabay.com)

Der Gewinn für den Investor ergibt sich aus den Kursschwankungen der Währungen. Gehandelt wird mit Währungspaaren, zum Beispiel EUR/USD oder JPY/USD. Der Anleger spekuliert darauf, dass der Kurs einer Währung im Vergleich zur anderen steigen oder fallen wird.

Ob der Wert einer Währung sinkt oder steigt, hängt von Angebot und Nachfrage ab. Steigt die Versorgung an einer Währung, könnte deren Wert sinken. Ausschlaggebend für Kursschwankungen können zudem politische Entwicklungen in einem Land sein. Wichtig ist auch die Geldpolitik der Länder. Entscheidet die Notenbank zum Beispiel einen steigenden Leitzins, beeinflusst das die Kursentwicklung positiv.

Aktienhandel

Neben der klassischen „Buy & Hold“ Strategie besteht auch die Möglichkeit des Intraday-Handels mit Aktien oder EFTs (Anm. d. Red.: Bei EFTs, also „Exchange Traded Funds“, handelt es sich um ein Bundle mehrerer Aktien und Rohstoffe, die wie eine Aktie gehandelt werden).

Investoren reagieren auf steigende oder fallende Kurse. Diese werden mitunter stark von Finanzberichten, Produktankündigungen oder sonstigen Unternehmensmitteilungen beeinflusst.

Kryptowährungen: Beliebte Zielscheibe für Daytrading und Finanzwetten

Dieser Markt zieht aktuell besonders viele Investoren an. Dies liegt unter anderem an dem hohen Wachstum dieses Finanzmarktes. Durch das steigende Angebot an Handelsplattformen wird der Zugang zum Krypto-Handel auch für den Einsteiger immer einfacher.

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Die Entwicklung von Kryptowährungen lässt sich nur schwer vorhersagen. (Bild: pixabay.com)

Gehandelt wird unter anderem mit den Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und LiteCoin. Doch es gibt zahlreiche weitere Kryptowährungen. Die hohe Volatilität dieses Marktes stellt den Investoren hohe und schnelle Gewinne in Aussicht. Allerdings lässt sich dessen Entwicklung nur schwer vorhersagen.

Handel mit binären Optionen

Der Handel mit binären Optionen hat im Jahre 2008 Einzug an der Börse gehalten und ermöglichte es privaten Anlegern erstmals, Geschäfte an der Börse abzuwickeln. Der Kauf und Verkauf findet ausschließlich auf Handelsplattformen statt.

Beim Handel mit binären Optionen gibt es zwei Optionen. Dieses System ist an das mathematische Binärsystem angelehnt, das nur mit zwei Zuständen arbeitet. Dies wird mit den Zahlen 0 und 1 widergespiegelt.

Silhouette, binäre Zahlen

Der hochspekulative Handel mit binären Optionen ist wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Glücksspiel in Deutschland verboten. (Bild: pixabay.com)

Der Anleger wettet also darauf, ob der Preis seines Finanzprodukts innerhalb eines bestimmten Zeitraums steigt und einen festgelegten Wert erreicht oder fällt. Wenn das prognostizierte Ereignis nicht eintritt, verliert der Anleger sein investiertes Kapital, was der „0“ im Binärsystem entspricht. Wenn das Ereignis eintritt, erhält der Anleger eine Auszahlung, was der „1“ entspricht.

Glücksspiel-Charakter: Binäre Optionen sind heute in Deutschland verboten

Der Handel mit binären Optionen gilt aufgrund der äußerst kurzfristigen Anlagen als hochspekulativ. Aus diesem Grunde erließ die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA im Mai 2028 ein Verbot dieses Finanzinstruments für Kleinanleger.

Die ESMA begründete ihren Entschluss damit, dass

die von dem vorliegenden Verbot umfassten binären Optionen, neben dem immanenten Alles-oder-Nichts-Prinzip hinsichtlich des eingesetzten Kapitals, auch in Bezug auf ihre Vermarktung und die Ausgestaltung des Handels (zum Beispiel Handelsoptionen wie „Verdoppeln“) dem Glücksspiel ähneln. Einige nationale zuständige Behörden hatten außerdem gegenüber der ESMA vor Erlass des Beschlusses (EU) 795/2018 angegeben, dass binäre Optionen Glücksspielverhalten begünstigen würden.

Dies sei von der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA bestätigt worden. So hätten einige Anleger viele Finanzwetten platziert, obwohl sie Verluste verzeichnet hätten. Damit ließen sich in Bezug auf Auszahlungsstruktur und Zeithorizont Parallelen zwischen binären Optionen und Glücksspielprodukten ziehen.

Britisches Pfund, Feuer, Flagge

Britische Anleger haben mit Daytrading schon viel Geld verloren. (Bild: pixabay.com)

Wie Finanzwetten genau funktionieren und wo sie platziert werden können, erklärt die CasinoOnline.de-Nachrichtenredaktion in Teil 2 der Artikelserie.