Montag, 16. Mai 2022

Daytrading, Finanzwetten und Glücksspiel Teil 2

Börsen-Charts, Monitore, Fenster, Himmel Zwischen Finanzwetten und Daytrading gibt es einen Unterschied. (Bild: pixabay.com)

Daytrading und Finanzwetten sind verbreitete Formen des Handels an der Börse. In Teil 1 unserer Serie hat die CasinoOnline.de-Nachrichtenredaktion aufgezeigt, in welche Märkte investiert werden kann. Teil 2 befasst sich mit den Handelsplattformen und wie sie funktionieren.

Beim Trading kaufen und verkaufen Investoren Vermögenswerte an einem öffentlichen Handelsplatz, also an der Börse. Dort wird basierend auf dem Handelsvolumen der Preis für ein Asset bestimmt (Anm. d. Red.: Ein Asset ist der Markt, bzw. das Produkt, mit dem gehandelt wird).

Gehandelt wird mit Währungen (Forex), Rohstoffen, Aktien, Kryptowährungen, Optionen, Terminkontrakten und CFDs. (Anm. d. Red.: CFDs sind Differenzgeschäfte. Der Investor spekuliert darauf, ob ein Kurs steigt oder fällt, ohne die Position besitzen zu müssen.) Für die Abwicklung der Geschäfte nutzt der Anleger die Dienste eines Online-Brokers.

Handelsplattformen im Internet

Für das Daytrading wird eine Online-Handelsplattform benötigt. Die Anleger senden ihre Order an einen Online-Broker, der diese dann an den Handelsplatz weiterleitet. Dieses Prozedere nimmt wenige Sekunden in Anspruch.

Doch moderne Handelsplattformen bieten ihren Kunden mehr als die bloße Übermittlung der Aufträge. Heutzutage werden den Anlegern Komplettlösungen angeboten, die sowohl als Desktop-Version als auch als mobile App verfügbar sind.

Smartphone, Börsenkurse

Investoren können auch mit einer mobilen App in den Börsenhandel einsteigen. Bild: pixabay.com)

Auf den Plattformen befinden sich aktuelle News aus der Marktwirtschaft und Analyse- und Charting-Tools. Weiterhin haben Einsteiger die Möglichkeit, ein kostenloses Demo-Konto zu eröffnen, um mit virtueller Währung zu handeln.

Die Auswahl an Online-Brokern ist groß. Das macht es dem Einsteiger nicht leicht, den geeigneten Anbieter ausfindig zu machen. Experten empfehlen, nur jene Handelsplattformen zu wählen, die auch von einer Finanzaufsichtsbehörde wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert werden.

So funktioniert das Trading auf Handelsplattformen

Um mit dem Traden zu beginnen, sind einige Schritte notwendig:

  1. Zuerst muss bei dem gewählten Online-Broker ein Konto eröffnet werden. Die Nutzer haben die Wahl zwischen einem Demo-Konto oder einem Live-Account für den Handel mit Echtgeld. Notwendig bei der Registrierung sind Angaben wie Name, Adresse, Telefonnummer und Passwort. Wer sich für die Nutzung eines Demo-Accounts entscheidet, muss sich nicht verifizieren.

Kontoeröffnung Online-Broker

Ein Account bei einem Online-Broker kann in wenigen Minuten eröffnet werden. (Bild: casinoonline.de

  1. Im zweiten Schritt muss das Konto verifiziert werden, um mit echtem Geld zu handeln. Dies geschieht durch das Übersenden eines Identitätsnachweises wie Personalausweis oder Reisepass und eines Adressnachweises. Ist der Account verifiziert, können alle Funktionen der Handelsplattform genutzt werden.
  2. Jetzt folgt die erste Einzahlung. Dafür stehen mehrere Zahlungsmethoden zur Verfügung. In der Regel ist es möglich, per Kreditkarte, Überweisung, PayPal oder E-Wallets wie Neteller und Skrill zu nutzen. Einige Online-Trading-Plattformen akzeptieren auch Kryptowährungen.
  3. Im Anschluss wird der Markt gewählt, in den investiert werden soll.

Die Betreiber der Handelsplattform finanzieren sich durch die Gebühren, die die Investoren zahlen müssen. Für jeden Handel wird eine Gebühr oder Kommission fällig. Welche Gebühren verlangt werden und wie hoch diese ausfallen, ist abhängig vom Anbieter.

Finanzwetten in Deutschland

Trading wird häufig mit Finanzwetten verwechselt. Diese entstanden durch die steigende Nachfrage an Daytrading-Möglichkeiten. Bei Finanzwetten wird im Gegensatz zum Börsenhandel nicht in die eigentlichen Märkte investiert, sondern es wird auf den Ausgang einer Marktentwicklung gewettet.

Daher sind auch viele Sportwetten-Anbieter in den Finanzmarkt eingestiegen. So können Kunden beispielsweise darauf wetten, dass der Kurs eines Marktes einen bestimmten Wert in einem festgelegten Zeitrahmen übersteigt oder nicht.

Auch kann darauf gewettet werden, wie sich bestimmte Börsenkurse, zum Beispiel der Dow Jones an der Wall Street oder der Deutsche Aktienindex DAX an der Frankfurter Börse, in den nächsten Minuten, Stunden oder bis Schließung des Marktes entwickeln.

Monitore, Börse Wall Street

Finanzwetten erlauben es dem Spieler, darauf zu wetten, ob der Dow Jones steigt oder fällt. (Bild: flickr.com, Scott Beale)

Diese Art der Finanzwetten ähnelt der Over/Under-Wette beim Fußball. Buchmacher werben daher damit, dass keinerlei Vorkenntnisse notwendig seien, um in den Handel einzusteigen.

Finanzwetten vs. Sportwetten

Im Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) 2021 ist genau definiert, auf welche Ereignisse bei einem lizenzierten Anbieter gewettet werden darf:

Wetten gegen Entgelt auf den Eintritt oder Ausgang eines zukünftigen Ereignisses sind Glücksspiele. Sportwetten sind Wetten zu festen Quoten auf einen zukünftigen Vorgang während eines Sportereignisses, auf das Ergebnis eines Sportereignisses oder auf das Ergebnis von Abschnitten von Sportereignissen. Ein Sportereignis ist ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen nach definierten Regeln.

Die Definition der Sportwetten im GlüStV bedeutet, dass Finanzwetten bei regulierten Sportwetten-Betreibern in Deutschland nicht angeboten werden dürfen.

Welche Auswirkungen Online-Trading und Finanzwetten auf die Wirtschaft und auf die Nutzer der Handelsplattform haben könnten, erklärt die CasinoOnline.de-Nachrichtenredaktion in Teil 3 der Artikelserie.