Montag, 16. Mai 2022

Krypto in Glücksspiel und Gaming Teil 1: Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen im Universum Kryptowährungen gewinnen immer mehr an Bedeutung - auch in der Glücksspielbranche. (Bild: Pixabay/TamimTaban)

Kryptowährungen beschäftigen zunehmend sowohl die Gaming- als auch die Glücksspielbranche. Für Casinos gewinnen zum Beispiel Kryptowährungen als Zahlungsmittel an Bedeutung. Die Spiele-Branche dagegen sieht im Blockchain-basierten Gaming Zukunftspotenzial. In einer vierteiligen Reihe bietet CasinoOnline.de Nachrichten nun einen Überblick über die Funktionsweise von Kryptowährungen sowie die Themen Krypto und Glücksspiel sowie Krypto und Gaming.

Was sind Kryptowährungen?

Bei Kryptowährungen handelt es sich um rein digitale Währungen. Sie existieren ausschließlich virtuell. Mit Kryptowährungen kann gehandelt werden. Da es sich um digitale Vermögenswerte handelt, können sie auch getauscht werden. Sie werden aber nicht von Finanzinstituten oder Regierungen kontrolliert.

Kryptowährungen sind zwar digitale Währungen, digitale Währungen müssen aber nicht automatisch auch Kryptowährungen sein. So arbeitet die Europäische Zentralbank beispielsweise derzeit an einem digitalen Euro. Dieser hat alle Eigenschaften des herkömmlichen Euro, existiert aber nur virtuell. Anders als der digitale Euro, der von der Zentralbank als zentraler Instanz in Umlauf gebracht wird, sind Kryptowährungen jedoch dezentriert. Sie werden über ein Netzwerk von Rechnern geführt.

In Abgrenzung zum Begriff Kryptowährungen ist häufig auch das Wort FIAT-Währung zu finden. Damit werden nationale Währungen bezeichnet, die nicht an einen materiellen Wert, wie zum Beispiel Gold oder Silber, gebunden ist. So lassen sich die heutigen Währungen zwar zum Tausch bzw. Kauf eines Wirtschaftsgutes verwenden, sie haben aber nicht selbst, wie dies bei antiken Münzen der Fall war, den entsprechenden Gegenwert in Gold.

Der Begriff „krypto“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „geheim“ oder „verborgen“. Er verweist auf die Verschlüsselung als Eigenschaft von Kryptowährungen. Die Daten zu den Inhabern der Währungen sowie zu den Bewegungen sind verschlüsselt gespeichert. Dabei erfolgt die Speicherung nicht nur auf einem, sondern auf vielen tausend Servern.

Serverdaten vor blauem Hintergrund

Der Verschlüsselung ist eine der zentralen Eigenschaften von Kryptowährungen. (Bild: Pixabay/xresch)

Da das Vermögen durch die Dezentralisierung keiner Einzelperson mehr zugeordnet werden kann, stehen Kryptowährungen wie der Bitcoin auch für Anonymität.

Diese Art der dezentralen Speicherung ist es, die Kryptowährungen sicher macht. Das als Blockchain bezeichnete System macht sie fälschungssicher. Zudem sind es nicht mehr die Finanzinstitute, die die Währung kontrollieren, sondern die Inhaber selbst.

Blockchain – die Technologie hinter den Kryptowährungen

Als Blockchain wird die Technologie bezeichnet, die den Kryptowährungen zugrunde liegt. Bei einer Blockchain handelt es sich, vereinfacht erklärt, um eine Kette von Datensätzen. Damit ist sie eine Art Datenbank, bei der jeder einzelne Datensatz (Block) geprüft und an die Kette (Chain) angehängt wird. Bei Kryptowährungen entspricht jeder einzelne Block einer Transaktion.

Blockchain Daten

Kryptowährungen basieren auf Blockchain-Technologie. (Pixabay/geralt)

Einmal an die Kette angehängt, kann ein Block nicht mehr entfernt werden. Diese Kette an Datensätzen ist über das gesamte angeschlossene Computernetzwerk verteilt. Die mit dem Netzwerk verbunden Server überwachen sich gegenseitig.

Eine Transaktion kann damit nur ausgeführt werden, wenn die Daten auf allen Servern übereinstimmen. Eine zentrale Daten-Speicherung entfällt. Zudem sind sämtliche Datensätze zusätzlich verschlüsselt. Aus diesen Gründen gelten Kryptowährungen als fälschungs- und kopiersicher.

Die Verifikation der Transaktionen erfolgt durch sogenannte Miner. So werden die Besitzer der Computer bezeichnet, die an das Netzwerk angeschlossen sind und deren Rechenleistung zur Verfügung stellen. Miner, die als erstes einen Block überprüfen und dabei komplizierte Rechenaufgaben lösen, erhalten für ihre Tätigkeiten im Netzwerk neu generierte Einheiten („Block Rewards“). Die Generierung der Blöcke gilt als sehr komplex und aufwendig. Zudem erfordert sie spezielle Hardware. Das Mining ist es jedoch, was die Kryptowährungen so sicher macht und vor Fremdangriffen schützt.

Blockchain-Technologie findet aber nicht nur als Grundlage der Kryptowährungen Anwendung. Sie kommt auch beim Blockchain-Gaming zum Einsatz.

Der Bitcoin – die erste Kryptowährung

Nach der Finanzkrise des Jahres 2008 hatten Verbraucher kein Vertrauen mehr in die Banken und haben nach Alternativen zum Anlegen ihres Geldes gesucht. Die Antwort hierauf schien die erste Kryptowährung, der Bitcoin, zu liefern.

Wie wichtig für den Einzelnen die Unabhängigkeit einer Währung von der Regierung und von Banken werden kann, zeigt sich zum Beispiel im Jahr 2013 in Zypern. Wer hier mehr als 100.000 Euro auf einem Konto der Bank of Cyprus hatte, wurde zu einer Zwangsabgabe von 60 Prozent verpflichtet. Damit löste sich für viele Sparer ein Großteil ihres Geldes schlichtweg in Luft auf.

Der Bitcoin wurde im Oktober 2008 von Satoshi Nakamoto in seinem Bitcoin-White-Paper vorgestellt. Wer hinter dem Pseudonym steckt, ist bis heute nicht bekannt. Immer wieder haben Personen seine Identität für sich beansprucht oder sind für Satoshi Nakamoto gehalten worden. Dennoch gilt seine Identität oder die Identität der dahinterstehenden Personengruppe als ungeklärt.

Person mit Kapuze und Fragezeichen

Bis heute ist nicht bekannt, wer hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto steckt. (Bild: Pixabay/Artie Navarre)

Die Kryptowährungen, die nach dem Bitcoin entstanden sind, werden als Altcoins bezeichnet. Damit bezieht sich „Altcoin“ auf alle Kryptowährungen außer auf den Bitcoin. Davon gibt es nach Angaben der Sparkasse mittlerweile über 4.000 Varianten.

Zu den bekanntesten Kryptowährungen außer dem Bitcoin gehören die folgenden:

  • Ethereum
  • Bitcoin Cash
  • Tether
  • Ripple
  • Polkadot
  • Binance Coin
  • Cardano
  • Solana
  • Litecoin
  • Binance USD
  • TRON
  • Monero
  • IOTA
  • Litecoin
  • USD Coin

Wie und wo kann man Kryptowährungen erwerben?

Für den Erwerb gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. den Kauf echter Bitcoins auf Marktplätzen und Börsen,
  2. den Erwerb von Krypto-ETPs, an der Börse gehandelten Wertpapieren und
  3. die Investition in Krypto-Derivate.

Wer echte Kryptowährungen erwerben möchte, kauft sie zwar über einen Marktplatz, aber direkt beim Verkäufer. Die erworbenen „Münzen“ („Coins“) können entweder auf der Plattform belassen oder in externe Wallets übertragen werden, von wo aus sie auch für Online-Einkäufe genutzt werden können.

Was sind Wallets?

Wallets sind virtuelle Geldbörsen. In ihnen werden die digitalen Münzen abgespeichert. Ähnlich wie bei einem Portemonnaie oder auch einem herkömmlichen Bankkonto kann man in die Wallet einzahlen, von hier aus aber auch Zahlungen tätigen.

Wallets gibt es in unterschiedlichen Formen. So gibt es Software, die auf einem Endgerät gespeichert wird. Zudem gibt es Online-Anbieter, die sogenannte Web-Wallets anbieten. Als Cold-Wallet dagegen werden Wallets bezeichnet, die nicht an das Internet angeschlossen sind. Hierbei kann es sich um einen USB-Stick handeln. Das kann aber auch ein Stück Papier sein (Paper-Wallet), auf den Informationen wie ein QR-Code aufgedruckt sind. Als sicherste Wallet gilt die Hardware-Wallet. Hierbei handelt es sich um eine Hardware, die speziell dafür designed ist, Kryptowährungen sicher zu verwahren.

Wer Krypto-ETPs erwirbt, kauft nicht die Währungen selbst, sondern entsprechende Wertpapiere an einer Börse. Krypto-Derivate werden von Finanzinstituten, aber auch Online-Brokern angeboten. Der Handel mit Kryptowährungen gerät allerdings immer wieder in die Kritik. Da Kryptowährungen zum Teil großen Kursschwankungen unterliegen, wird hierbei häufig der Vergleich zwischen Trading und Glücksspiel gezogen.

Die Glücksspielindustrie selbst hingegen hat schon längst die Vorteile der Kryptowährungen als Zahlungsmittel erkannt. So erfreuen sich Casinos, die Kryptowährungen akzeptieren, immer größerer Beliebtheit. Welche Vorteile Kryptowährungen für die Glücksspiel-Industrie beziehungsweise für die Zahlung im Online-Casino bieten, erläutert die CasinoOnline.de-Nachrichtenredaktion im zweiten Teil ihres Krypto-Specials.