, 09.01.2014

Online Glücksspiel in den USA

Bild: Wayne Parry/Associated Press

Am 26. November hat nun auch New Jersey nach Nevada und Delaware seine Türen für das Glücksspiel im Internet geöffnet.

Andere Staaten sind bereits seit 2011 im Internet aktiv, nachdem die Regierung signalisiert hat, dass Sie die meisten Formen von Onlinewetten nicht mehr blockieren wolle. Kalifornien, Illinois und Pennsylvania denken auch über entsprechende Handlungen nach. Durch die Nutzung von Lokalisierungs-Technologien können Spieler nur innerhalb des Staates online spielen. Aber gegenseitige Vereinbarungen zwischen den Staaten könnten Spielern ermöglichen, außerhalb der eigenen Staatsgrenze zu spielen, da immer mehr Staaten das Glücksspiel im Internet genehmigen.

Nelson Rose, Professor an der Whittier Law School, sagt: „Sobald diese Staaten das Glücksspiel erfolgreich innerhalb ihrer Staatsgrenzen etabliert haben, werden sie einen Weg finden Spieler aus anderen Staaten zu bündeln, um Wetten voneinander abzuziehen. In den kommenden 10 Jahren werden wir viele Staaten sehen, die Internet-Glücksspiel erlauben.“

Morgan Stanley schätzt die legalen US-Online-Glücksspiel-Einnahmen von 2014 auf $670 Millionen und geht von einem Anstieg auf $9,3 Billionen in 2020 aus.

Rose sagt, dass das Internet neue Möglichkeiten für das Glücksspiel ermöglicht, von „sozialen“ Spielen bis hin zu virtuelle Spielautomaten. „Menschen, die online spielen sind nicht daran interessiert Zahlen auszuwählen und eine Woche auf die Resultate zu warten,“ so Rose.

Die Glücksspiel-Industrie stützt sich auf die staatlichen Richtlinien für Online-Wetten, jedoch gibt es beim Kongress kein Vorankommen aufgrund von Streitigkeiten darüber, ob das Gesetz für Poker alleine oder für die vollständige Bandbreite von Spielen gelten soll.

Laut einer Studie des amerikanischen Glücksspiel-Verbandes haben die Amerikaner 2012 trotz bestehender Verbote $2,6 Billionen für Glücksspiel im Internet ausgegeben. Der globale Glücksspielmarkt hat einen Wert von  $33 Billionen.

Chris Thom, der Vorsitzende des Onlinezahlungs- und Identifikationsfirma SecureTrading, fordert von der Gesetzgebung mehr Schutz für die Verbraucher und mehr Hilfe dabei nicht lizenzierte Betreiber zu verbieten. Auch der amerikanische Glücksspiel-Verband verlangt mehr bundesstaatliche Regeln. „Während wir lange die Bundesverordnung unterstütz haben statt die staatliche Regulierung, ist es aber nun wichtiger, dass das Online-Glücksspiel geregelt wird, um die Verbraucher zu schützen und die Integrität des Glücksspiels zu gewährleisten“, sagt der Verbandspräsident Geoff Freeman.

Der Beauftragte, Jim McDermott, hat nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, um sicherzustellen, dass Steuern und Gebühren durch ein reguliertes System eingenommen werden.

Michael Waxman von der Sicher-und-Geschützt-Online-Glückspiel-Vereinigung meint, dass viele auf diese Gelegenheit hoffen, um Milliarden in diesem Wirtschaftszweig zu verdienen und dies als neue Staatseinnahme ernsthaft in Betracht zu ziehen. Er sei darüber schockiert, dass der Kongress einige Formen von Online-Glücksspiel einräumt, wie zum Beispiel Wetten auf Pferderennen andere Arten wie Poker oder Bingo aber verbietet.

Online-Glücksspiel-Kritiker warnen vor den Gefahren hinsichtlich der ungehinderten Ausweitung von Glücksspiel im Internet – geografische und Altersbeschränkungen könnten leicht umgangen werden und anstößige Personengruppen können das System für Geldwäsche nutzen.

„Es ist nicht nur Spiel und Spaß, sondern auch eine Frage der nationalen Wirtschaftssicherheit“, so John Kindt, Professor der Universität Illinois. Der Ausbau des Glücksspiels im Internet würde seiner Meinung nach einfach nur eine Übertragung von Vermögen ohne Produktivitätsgewinne darstellen.  Die Profiteure wären wahrscheinlich Auslandsfirmen oder organisierte Kriminelle.

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