, January 8, 2014

Spielautomaten in Queensland akzeptieren jetzt größere Geldscheine

Bild: http://www.sbs.com.au/

Seit 12 Jahren dürfen elektronische Spielautomaten in Kneipen, Clubs und Casinos in Queensland nichts Größeres als $20 Scheine akzeptieren. Der Generalstaatsanwalt Jarrod Bleiije hat nun einer regulatorischen Änderung zugestimmt, die das Einschieben von $50 und $100 Noten ermöglicht.

Dieser Schritt wurde von Echo Entertainment befürwortet, die die Casinos in Brisbane, Townsville und an der Gold Coast besitzen. Das Unternehmen erhofft sich, durch die Änderung mehr internationale und zwischenstaatliche Besucher anziehen zu können.

Hilfsorganisationen befürchten verheerende Auswirkungen hinsichtlich der Anzahl der Spielsüchtigen. Der Direktor der UnitingCare Community in Queensland, Richard Johnson, sagt: „Je einfacher es ist, die Maschinen zu füttern, desto leichter ist es, ins Geldverlieren abzurutschen.“

$1,85 Milliarden wurden in die 44.489 Spielautomaten in Queensland bis Ende November 2013 eingeworfen. Der Staat ist damit auf dem Weg, den Rekord des Vorjahres in Höhe von $2 Milliarden zu brechen. Beratungsdienste berichten, dass es in den letzten Monaten wesentlich mehr Nachfragen von Spielsüchtigen gegeben hat. Die Sucht der Betreffenden ist verantwortlich für Geldschulden, Beziehungsprobleme und das Abrutschen in die Kriminalität.

Die Aufhebung des Verbots von $50 und $100 Geldnoten erfolgte nach der Empfehlung einer von der Regierung beauftragten Expertengruppe, die einen Bericht zur Analyse der Glücksspielgesetzgebung und der Richtlinien des Staates angefertigt hat.

Darüber hinaus werden weitere umstrittene Überlegungen in Betracht gezogen, beispielsweise die Verdoppelung des Maximaleinsatzes von $10 für jede Spielautomatenwette und die Genehmigung von Glücksspiel in Bars und Clubs bereits vor 10 Uhr morgens. Eine Entscheidung dazu wird von der Regierung in diesem Jahr erwartet. Der Generalstaatsanwalt konnte jedoch auf den Antrag bezüglich der Geldscheine umgehend reagieren, weil dies keine Änderung der Gesetzgebung erforderte.

Herr Bleiije ist der Meinung, dass diese Veränderung Queensland in Einklang mit den anderen Staaten bringen wird. Jedoch soll der Gesamtbetrag des Geldes, das in einen Spielautomaten eingeworfen werden darf, auf $100 beschränkt bleiben. In Victoria beläuft sich dieser Maximalbetrag auf $1000 und in New South Wales sogar auf $10.000.

Der CEO von Echo Entertainment, John Redmond, sagt: „Echo Entertainment unterstützt die regulatorische Reformagenda der Regierung in Queensland, insbesondere die Entscheidung über die Überprüfung der Auswirkungen auf den Tourismus und das Gastgewerbe sowie die Konkurrenzfähigkeit mit den anderen Staaten und dem internationalen Glücksspielgewerbe.“

Dies widerspricht jedoch den Empfehlungen einer Haupt-Produktivitätskommissions-Umfrage des Jahres 2010. Soziale Dienste sind der Auffassung, dass größere Banknoten zu größeren Verlusten führen.

„Das Spiel mit kleineren Banknoten lässt Spieler darüber nachdenken, was sie ausgeben“, sagt Herr Johnson von UnitingCare. Außerdem ist er der Meinung, dass der Zwang, die Maschine zu verlassen, um Wechselgeld zu bekommen, dazu führt, dass Spieler nicht in eine hypnotische Trance verfallen.

Die Mehrheit der Mitglieder eines Senatsgremiums unterstützt die Gesetzgebung, die von Sozialminister Kevin Andrews eingeführt wurde. Er wird die Stelle eines nationalen Glücksspielregulators sowie Bildschirmwarnungen und Abhebungslimits an Geldautomaten in Spielhallen abschaffen. Außerdem würde eine Studie von obligatorischen Vorausermächtigungen fallengelassen werden, in der Spieler nach dem Erreichen eines bestimmten Verlustes vom Spiel ausgeschlossen würden.  Stattdessen unterstützt die neue Gesetzgebung die bestehende Handhabung von freiwilligen Abkommen.

Herr Johnson ist der Auffassung, dass der Staat und die Gesellschaft Spielsüchtige mehr unterstützen sollte, um sie vor den Schäden zu bewahren, die durch ihre schwere Sucht verursacht werden können. Seiner Meinung nach funktioniert eine Laissez-faire Haltung nicht.

Der CEO von Clubs Queensland, Doug Flockhart, meint, dass verantwortungsvolles Spielen die Anzahl der Spielsüchtigen in den letzten zehn Jahren erfolgreich auf 17.000 halbiert hat. Seiner Meinung nach sei es unwahrscheinlich, dass diese Zahl viel niedriger hätte ausfallen können. Er sagt: „Jedem Süchtigen  kann nur geholfen werden, wenn er sich auch helfen lassen will.“ Die größte Bedrohung ist seiner Auffassung nach jedoch, dass Leute Zugang auf weltweit 2500 weitgehend unkontrollierte Glücksspielseiten im Internet haben. Dies schafft mehr Anreize und erlaubt Wetten mit Kreditkarten. „Etwa $2 Milliarden gehen damit jährlich ins Ausland und die Tendenz steigt an,“ sagt Flockhart.

Etwa 600.000 Australier spielen einmal pro Woche an Spielautomaten. Ungefähr jeder siebte von ihnen ist spielsüchtig. Circa 40% des Geldes, das bei Spielautomaten ausgegeben wird, stammt von Spielsüchtigen.

Kelly Black ist Beraterin und Pädagogin der Glücksspielhilfeorganisation Relationships Australia in der Region Mackay, welche die höchsten Spielautomatenausgaben pro Kopf aufweist. Sie sagt, dass die Anzahl der Hilfesuchenden in den letzten Monaten um etwa 30 bis 40 Prozent gestiegen sei. Dies könnte  mit dem erhöhten Arbeitsplatzverlust im Bergbau zu tun haben. „Die Menschen geraten in einen Teufelskreis. Sie möchten Geld beim Glücksspiel verdienen, um ihre Verluste wieder auszugleichen.“ Kelly hat Menschen gesehen, die $30.000 Schulden durch das Automatenspiel angehäuft haben. Massive Verschuldung, Beziehungsprobleme, häusliche Gewalt und Obdachlosigkeit sind direkte Folgen von Spielsucht. Außerdem resultiert der Anstieg der Diebstahlrate – meist am Arbeitsplatz oder in der Familie – aus der Spielsucht, da die Spieler versuchen ihre Schulden zu decken.

Die Hilfeorganisation hat gute Kontakte zu Clubs und Kneipen, die häufig Spieler mit Spielproblemen zu Beratungsterminen schicken.

 

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