Montag, 16. Mai 2022

Deutscher Glücksspielmarkt 2017 um 300 Millionen Euro gewachsen

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Der deutsche Glücksspielmarkt hat mehr Geld erwirtschaftet. (Bild: zdf.de)

Die Zeichen für die Glücksspielindustrie in Deutschland stehen auf Erfolg. Eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Goldmedia hat nun herausgefunden, dass der deutsche Glücksspielmarkt im Jahr 2017 um 300 Millionen Euro gewachsen ist.

13,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr

Die Marktforscher von Goldmedia haben ihren Sitz in Berlin und jüngst die Ergebnisse ihrer Studie „German Gambling Market Monitor 2018“ veröffentlicht. Untersucht haben die Fachleute die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarkts in den Jahren 2015 bis 2017.

Die Ergebnisse sprechen durchaus für sich. So erwirtschaftete der gesamte regulierte Markt in Deutschland im Jahr 2017 Bruttospielerträge in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Dabei berücksichtigt wurden sämtliche Glücksspielformen, angefangen bei Lotterien über Sportwetten bis hin zu Spielautomaten und Spielhallen/-banken im Land.

Schwarzmarkt bleibt gefährlich

Georg Stecker, der Sprecher des Vereins Deutsche Automatenwirtschaft, äußerte sich in einem ersten Statement bereits zur Studie. Darin wies er auf die Gefahren des unregulierten Schwarzmarkts hin und forderte von der Politik, endlich für eine flächendeckende und zielführende Regulierung zu sorgen:

„Mit Sorge sehen wir das Wachstum auf dem Glücksspielgrau- und Schwarzmarkt. Es gilt, den Glücksspielmarkt ganzheitlich und mit gleichen Spielregeln für alle zu regulieren. Nur eine kohärente Regulierung aller Spielformen nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben kann Grau- und Schwarzmärkte eindämmen, Verbraucher nachhaltig schützen und das legale Spiel stärken. Es macht keinen Sinn, wenn Spielhallen nach Abstand und Größe reguliert werden, während illegal online an jedem Ort und zu jeder Zeit gespielt werden kann.“

Großes Plus im Bereich Sportwetten

Pokal und Fußball im Stadtion

Die Fußball-WM wird viele Wetten generieren (Bild: sport1.de)

Die Summe von 13,5 Milliarden Umsatz für das Jahr 2017 stellt ein Plus von 300 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2016: 13,2 Milliarden) dar. Mit Blick auf das Untersuchungsjahr 2015 (2015: 12,4 Milliarden) liegt das Wachstum sogar bei rund 1 Milliarde Euro.

Spitzenreiter unter den verschiedenen Wettarten sind Sportwetten. In diesem Bereich konnte der Markt das größte Wachstum verzeichnen und seit 2015 ein Plus an Spielereinsätzen in Höhe von 56 % registrieren. Der daraus erwirtschaftete Gewinn für die Anbieter fiel dabei um 17 % höher aus als noch 2016.

Verantwortlich für das Wachstum im Sportwettenbereich seien laut Goldmedia rund 90 Anbieter. Diese dürften nach Einschätzung der Forscher in diesem Jahr ein weiteres Hoch zu verzeichnen haben. Grund dafür ist die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, die am 14. Juni mit den ersten Gruppenspielen startet.

Lotto bleibt Sorgenkind

Die Studienergebnisse bestätigen, worüber sich der deutsche Lotto- und Totoblock bereits seit einiger Zeit beklagt. So verlieren die staatlichen, landbasierten Lotterien der 16 deutschen Bundesländer immer mehr Spieler. Von 2016 auf 2017 mussten die deutschen Lotterien einen Verlust ihrer Erträge in Höhe von 3 % hinnehmen. Besonders stark ist der Spieler- und Einsatzrückgang im Lotto 6aus49 zu beobachten.

Grund dafür ist die zunehmend starke Konkurrenz aus Ausland und Internet. Diese Anbieter unterliegen unter anderem nicht den strengen Werberichtlinien, an die sich die staatlichen Veranstalter halten müssen. Thomas Schäfer, Finanzminister und Lotto-Chef in Hessen, prangerte diese Benachteiligung und die ungleichen Voraussetzungen erst vergangenen Monat erneut öffentlich an.

Spielautomaten generieren Löwenanteil

Frau an einem Spielautomaten im Casino

Spielautomaten sind der Spitzenreiter (Bild: sueddeutsche.de)

Geldgewinnspielgeräte wie Spielautomaten zeichnen nach wie vor für den Großteil der Umsätze des deutschen Glücksspielmarkts verantwortlich. So fand Goldmedia heraus, dass rund 7 Milliarden des jährlichen Brutto-Spielertrags auf Spielautomaten und Co. entfallen.

Die Vorherrschaft der Spielautomaten ist jedoch in Gefahr. Die Macher der Studie wiesen darauf hin, dass sich der Ertrag aus Geldspielgeräten aufgrund der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland in den nächsten Jahren drastisch nach unten korrigieren könnte. So schreibt der Glücksspielstaatsvertrag unter anderem vor, dass Spielhallen einen bestimmten Mindestabstand zueinander einhalten müssen. Auch die Zahl der Geräte pro Spielstätte wurde neu geregelt.

Glücksspielmarkt strotzt dem Regulierungschaos

Das Ergebnis der Studie kommt angesichts der schwierigen Rechtslage in Deutschland durchaus überraschend. Die bis dato nicht abschließend geklärte Glücksspielregulierung mit ihren zahlreichen Lücken stellt seit Jahren ein großes Problem für die Branche dar.