, 29.04.2021

Im Laufe der letzten zwei Jahre hat der E-Sport in der Schweiz stark an Bekanntheit und Anerkennung gewonnen. Dies ist das Ergebnis der zweiten repräsentativen E-Sport-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Laut der am Donnerstag veröffentlichten Studie „eSports Schweiz 2021“ wächst die Schweiz zu einer wahren Gamer-Nation heran.

 

Spielen und Streamen – professionell und „just for fun“

Das Bewusstsein über den E-Sport sei heute größer denn je. Insgesamt 43,5 % der SchweizerInnen hätten eine genaue Vorstellung davon, was E-Sport sei. Im Jahr 2019 hätte dieser Wert noch bei 28,2 % gelegen. Gleichzeitig habe sich der Anteil derjenigen, die den Begriff „E-Sport“ nicht einordnen könnten, von 24 % auf 15,3 % verringert.

 

Vor zwei Jahren hätten zudem lediglich 27,6 % der Menschen der Aussage zugestimmt, dass der E-Sport ein Sport sei. Heute erkennten bereits 41 % der SchweizerInnen den digitalen Sport als gleichwertig mit dem traditionellen Sport an.

 

Auch die Anzahl der aktiven Gamer habe sich drastisch erhöht. Während 2019 insgesamt 428.530 Personen sich selbst als E-Sportler bezeichnet hätten, seien es in diesem Jahr 565.620 und damit 6,6 % der Schweizer Gesamtbevölkerung. Hauptmotivation sei der „Spaß am Spiel. Knapp ein Fünftel (110.000) der E-Sportler verdienten jedoch auch bereits auch Geld mit ihren Zockerkünsten.

Das rasante Wachstum des E-Sports ist ein globales Phänomen. Eine im Juli 2020 veröffentlichte und an die Corona-Krise angepasste Studie von Newzoo prognostizierte für das Jahr 2020 einen E-Sport-Gesamtumsatz von 950 Mio. USD. In diesem Jahr soll der Markt die Marke von 1 Mrd. USD knacken. Für die nächsten Jahre werde ein kontinuierlicher Anstieg um zirka 10 % pro Jahr erwartet.

Vom großen Interesse am E-Sport profitierten auch Streaming-Dienste wie Twitch und YouTube. Rund 49,1 % der E-Sport-Fans verfolgten mittlerweile regelmäßig E-Sport-Live-Streams. Dies seien bereits doppelt so viele Menschen wie vor zwei Jahren.

 

Unzählige Chancen für Unternehmen

Ein Ende des E-Sport-Wachstums in der Schweiz sei längst nicht in Sicht, was insbesondere an der Beteiligung jüngerer Menschen liege. So wünschten sich 45,5 % der 16 bis 29-Jährigen, dass der E-Sport in Vereinen besser gefördert werde. Darüber hinaus erhofften sich 32,1 % der SchweizerInnen, künftig selbst in der Branche professionell Fuß zu fassen.

 

Der Studienleiter Marcel Hüttermann sieht daher großes Potenzial für Unternehmen verschiedenster Art, sich ein Stück vom E-Sport-Kuchen abzuschneiden.

eSports in der Schweiz wächst in allen Bereichen. Für Unternehmen bieten sich dabei hervorragende Möglichkeiten, eine junge, technikaffine und schwer zu erreichende Zielgruppe anzusprechen. Die Potenziale müssen nur genutzt werden.

Diese Ansicht teilt auch der Schweizer E-Sport-Verband Swiss Esports Federation. Präsident Jon Baumann bezeichnete die Studienergebnisse als „erfreulich“. Der Verband selbst nehme den Trend seit längerem wahr: die Mitgliederzahl wachse stetig und es entstünden immer mehr E-Sport-Projekte. Seiner Ansicht nach handle es sich keineswegs nur um einen temporären Hype.

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