, 26.06.2021

E-Sport-Fans dürfen sich an diesem Wochenende über gleich zwei Turniere freuen, an denen ausschließlich Gamerinnen teilnehmen. Viel medialer Wirbel wird um „Girls Who Game“ und die „Girl Gamer Challenge“ jedoch nicht gemacht. Passend dazu mehrten sich jüngst die Berichte über Sexismus und Diskriminierung gegenüber Frauen in der Gaming-Branche.

Am heutigen Samstag findet in den USA das Online-E-Sports-Turnier „Girls Who Game“ statt. Das Turnier, das allen Gamerinnen offensteht, lässt die besten Spielerinnen in NBA 2K21, Tekken 7 und WARZONE DUOS um einen recht überschaubaren Preispool von 2.000 USD kämpfen.

 

Weltweit findet darüber hinaus derzeit die „Girl Gamer Challenge“ statt. Bei verschiedenen Online-Turnieren in Nord- und Lateinamerika, Europa, Afrika und Asien können Spielerinnen sich bei League of Legends (LOL) und Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) beweisen. An diesem Wochenende finden das Halbfinale und Finale der lateinamerikanischen Gamerinnen in League of Legends statt.

Wie steht es um die Frauen im deutschen E-Sport?

Laut dem Verband der deutschen Games Branche (kurz: game) sei das Interesse der Frauen an E-Sport und Gaming in Deutschland groß. Insgesamt spielten 60 % der Deutschen Computer- und Videospiele, der Altersdurchschnitt liege bei 37 Jahren.

 

Von allen Gamern in der Bundesrepublik seien 48 % weiblich (Stand: Mai 2021). Der Frauenanteil wachse dabei nicht nur unter den Hobby-Spielern, sondern in der gesamten Branche. Im Gespräch mit game erklärte beispielsweise Cornelia Geppert, Gründerin des deutschen Spielentwicklers Jo-Mei Games:

Wir haben eine Frauen- oder Männerquote von 50 Prozent. Das ist aber kompletter Zufall. Ich achte bei der Einstellung gar nicht auf das Geschlecht. Wichtiger ist mir die Begeisterung für Spiele und das Know-how. Aber tatsächlich steigt die Zahl der weiblichen Fachkräfte, das zeigen auch die Abschlussjahrgänge der einschlägigen Hochschulen wie der School4Games in Berlin.

Lediglich im Bereich der Programmierung sehe sie noch eine klare Männerdominanz. Grundsätzlich rate sie jungen Frauen jedoch, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Wer in der E-Sport und Gaming-Branche arbeiten wolle, brauche vor allem „Liebe und Energie für Spiele“. Das gelte natürlich für alle Geschlechter.

 

Gamer verdienen mehr als Gamerinnen

Von einer Gleichstellung der Gamer und Gamerinnen scheint die Szene weltweit dennoch weit entfernt. Obwohl Frauen sich immer mehr für den einstigen Nischensport interessieren, zeigen Statistiken, dass nur wenige von ihnen es bis in die höchsten Ligen und Preisklassen schaffen.

 

Vergleicht man die zehn bestverdienenden Gamerinnen mit ihren männlichen Kollegen, fällt vor allem in finanzieller Hinsicht eine Ungleichbehandlung auf. Laut Statista ist die weltweit bestverdienende E-Sportlerin die Kanadierin Sasha „Scarlett“ Hostyn. Bis März 2021 hätten sich ihre Preisgelder auf 393.000 USD summiert.

 

Der bestverdienende E-Sportler hingegen sei der dänische DOTA 2-Spieler Johan „N0tail“ Sundstein, der bis März 2021 6,97 Mio. USD Preisgelder kassiert habe. Die gesamte Top 10 der männlichen Spieler weise summierte Preisgelder in Millionenhöhe auf. Bei den Spielerinnen hingegen dominierten fünfstellige Beträge die Top 10.

 

Ob Frauen in der E-Sport-Branche in Zukunft weniger mit Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu kämpfen haben werden, bleibt abzuwarten. Weltweit fordern Frauen seit langem mehr spezielle Förderung und mehr Anerkennung ihrer Leistungen.

Similar Guides On This Topic