, 19.06.2021

Eine Umfrage aus Großbritannien hat ergeben, dass Spielerinnen in der Welt des Online-Gamings immer wieder mit Diskriminierung, Beleidigungen und sexueller Belästigung konfrontiert werden. Die britische Jugend- und Spielerschutzorganisation YGAM hat den Missständen in der Branche nun den Kampf angesagt.

 

Die YGAM hat dazu einen umfangreichen Bericht mit ihren Ergebnissen und Zahlen publiziert [Originalbericht auf Englisch]. Wie die Organisation erklärt, sei dieser auch der „All-Party Parliamentary Group for Video Games and E Sports“, vorgelegt worden. Die Gruppe parteiübergreifender Minister beschäftigt sich mit Gesetzen zu Videogames und E-Sport.

 

Laut der YGAM bedürfe es dringend einer besseren Regulierung der Branche. Die Zahlen zeigten dies eindeutig:

  • 27 % der Spielerinnen seien aufgrund ihres Geschlechtes von Turnieren ausgeschlossen worden.
  • 17 % hätten während Offline-Spielen verbale Beleidigungen von männlichen Spielern erhalten.
  • 40 % seien während Online-Multi-Player-Runden von männlichen Mit- oder Gegenspielern verbal beleidigt worden.
  • 35 % hätten unangemessene Nachrichten oder Dateien von männlichen Spielern erhalten.
  • 28 % seien von anderen Spielern explizit sexuell belästigt worden

Neben Beleidigungen erhielten Spielerinnen auch immer wieder Drohungen. Diese umfassten Androhungen von körperlicher Gewalt und Vergewaltigung. Der YGAM seien Fälle bekannt, in denen sogar Spielerinnen im Alter von nur 10 oder 12 Jahren auf diese Art online angegriffen worden seien.

 

Beschwerden und Anzeigen für sinnlos befunden

Viele betroffene Spielerinnen hätten es jedoch bereits aufgegeben, Beleidigungen und Belästigungen zu melden. Ihrer Ansicht nach werde dagegen ohnehin nicht effektiv vorgegangen, heißt es im Bericht.

 

Das treffe auch auf Diskriminierung in Form von Rassismus und Homophobie zu. Spielerinnen nicht britischer Herkunft und/oder sexueller Minderheiten seien noch häufiger mit Beleidigungen und Belästigung verschiedener Art konfrontiert. Auch dagegen werde nicht annähernd genug vorgegangen.

 

Einige Parlamentarier scheinen bereits gewillt, daran etwas zu ändern. Die Politikerin Dehenna Davison z.B ruft alle Betroffenen dazu auf, jedweden Übergriff öffentlich anzuprangern:

Mit dem Wachstum von Online-Spielen ist leider auch das Ausmaß von Online-Missbrauch angewachsen, insbesondere gegen Frauen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich männliche Spieler übers Headset habe aufstöhnen hören, weil sie keine Frau in ihrem COD-Team wollten. Wir müssen alle effizienter dagegen vorgehen und jedes missbräuchliche Verhalten an den Pranger stellen.

Die YGAM empfehle der parlamentarischen Gruppe zudem, weitere Maßnahmen gesetzlich zu verankern. So sollten beispielweise verpflichtende Unterrichtseinheiten für Jungen eingeführt werden, in denen möglichst früh vermittelt wird, in welchen Formen Diskriminierung auftreten kann und wie sich die Opfer fühlen. Gleichzeitig müssten auch Eltern besser auf das Thema sensibilisiert werden.

 

SpielerInnen in der Welt des Online-Gamings sollten sich wieder sicher fühlen und konzentrieren können.