, 12.02.2020

Obwohl er noch weit vor seiner Verabschiedung steht, hat der Glücksspielstaatsvertrag bereits die Kritik von Branchenvertretern hervorgerufen. So empfahl der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) in einer Pressemitteilung am Dienstag, dringend Nachbesserungen an dem Entwurf vorzunehmen.

 

Verband: Änderungen erforderlich

Der Verband, der die in Deutschland aktiven Wettbüros vertritt, machte keinen Hehl aus seinem Unmut über die bevorstehende Vertragsregelung. So sei es aus Verbandssicht dringend notwendig, im Glücksspielneuregulierungs-Staatsvertrag (GlüNeuRStV) für eine gesteigerte Attraktivität legaler Sportwettenangebote zu sorgen.

 

Mathias Dahms, Präsident des DSWV, sagte dazu:

Der GlüNeuRStV ist ein erster Schritt in Richtung einer modernen, marktkonformen Glücksspielregulierung in Deutschland. Das Vertragswerk lockert die bisherige strikte Verbotspolitik im Glücksspielwesen, die sich im digitalen Zeitalter als ineffektiv erwiesen hat. Im Zuge der politischen Kompromissfindung haben sich im GlüNeuRStV jedoch strukturelle Fehlentwicklungen verfestigt, welche die künftige Glücksspielregulierung vor Herausforderungen stellen werden.

Als warnendes Beispiel dient dem Verbandschef die geplante Beibehaltung des Verbots von Live-Wetten. Hier herrsche dringend Verbesserungsbedarf, so Dahms. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Spieler auf illegale Angebote auswichen, wo Live-Wetten trotz des Verbots angeboten würden.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der fehlenden Regulierung verdient die deutsche Sportwetten-Branche hervorragend. So konnte der DSWV erst letzte Woche neue Rekordzahlen vermelden. Demnach erzielten die Anbieter von Sportwetten im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von 9,3 Milliarden Euro. Gegenüber 2018 entspricht dies einer Steigerung von rund 21 %.

Auch beim Datenschutz sieht Dahms Schwierigkeiten. So gingen die Pläne zur Überwachung von Spielern zum Schutz vor der Spielsucht zu weit. Aus diesem Grund müssten die Vorgaben entschärft werden.

 

Casinospiele ebenfalls legalisieren

Da laut dem Vertrag Casinospiele ebenfalls lizenziert werden sollen, regt der DSWV eine Übergangsregelung an. Diese solle es Wettbüros erlauben, ihre Casinoangebote bereits vor Gültigkeit des Vertrags anbieten zu dürfen. Auch hier verweist der Verband auf die Attraktivität illegaler Online Casinos, bei denen Sportwetten und Casinospiele längst kombiniert seien.

 

Insgesamt wünscht sich Dahms mehr Flexibilität in dem Vertragswerk. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung sei ein starres Vertragswerk der falsche Weg, um die Branche für die kommenden Jahre wirksam regulieren zu können. Es bleibt abzuwarten, inwieweit seine Vorschläge bei den Verfassern des Gesetzes Gehör finden.