, 27.10.2021

Der Glücksspielkonzern DraftKings hat am gestrigen Dienstag bekanntgegeben, dass er dem britischen Wettbewerber Entain kein endgültiges Kaufangebot unterbreiten werde. Erst in der vergangenen Woche hatte Entain dem Kaufinteressenten einen weiteren Monat Zeit eingeräumt, um ein detailliertes Angebot abzugeben.

 

Spekulationen um die Gründe für das Scheitern des Deals

 

Weder DraftKings noch Entain gaben offizielle Erklärungen dazu ab, woran der 22-Mrd.-USD-Deal nun tatsächlich gescheitert ist.

 

DraftKings-CEO Jason Robins erklärte in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch]:

Nach mehreren Gesprächen mit der Führung von Entain hat DraftKings entschieden, dass es zum jetzigen Zeitpunkt kein verbindliches Angebot für Entain abgeben wird. Basierend auf […] unseren Produkt- und Technologie-Fähigkeiten und als führende Marke sind wir sehr zuversichtlich, dass wir weiterhin unsere Führungsposition halten und unsere langfristigen Wachstumspläne auf dem schnell wachsenden nordamerikanischen Markt erfüllen werden.

Auch Entain betonte in einer Bekanntmachung, an die Zukunftsaussichten des Glücksspielkonzerns zu glauben und unterstrich zugleich seine führende Marktposition.

Die Pläne von DraftKings zur Übernahme waren im September bekanntgeworden. DraftKings bot für den Kauf des britischen Online-Buchmachers und Sportwetten-Anbieters Entain 22 Mrd. USD (ca. 19 Mrd. EUR). Dabei handelte es sich keineswegs um das erste Übernahmeangebot in diesem Jahr. Im Januar erhielt Entain ein 11-Mrd.-USD-Kaufangebot vom US-Casino-Betreiber MGM. Der Deal kam jedoch nicht zustande, da Entain das Angebot als zu niedrig bewertet hatte.

Das Scheitern der DraftKings-Übernahme von Entain sei JPMorgan-Analyst Joseph Greff zufolge keine Überraschung gewesen. Von Anfang an hätten die Wirtschaftsexperten den Deal als viel zu kompliziert erachtet.

 

Entain-Aktien brechen ein

 

So hatte der Casino-Betreiber MGM als Joint-Venture-Partner von Entain erklärt, den DraftKings-Konkurrenten BetMGM vollständig zu übernehmen, sollte es zu dem Deal kommen. Eine weitere Komplikation hätte die beträchtliche Menge der Aktien dargestellt, die DraftKings zur Finanzierung der Übernahme hätte einsetzen müssen.

 

Bloomberg-Analyst Brian Egger erklärte, die Entscheidung DraftKings’ sei vom Markt positiv aufgenommen worden. Dementsprechend stiegen die Aktien des in Boston ansässigen Unternehmens DraftKings infolge der Bekanntmachung um bis zu 7,8 % auf 50,48 USD. Die Aktien Entains dagegen fielen in London um 6,3 %.

 

DraftKings wird nun aufgrund der rechtlichen Übernahmevoraussetzungen innerhalb der nächsten sechs Monate kein erneutes Kaufangebot für Entain abgeben dürfen. Medien spekulieren derzeit, ob MGM die Gelegenheit nutzen und erneut ein Angebot abgeben wird.

 

Abwegig scheint dies nicht, denn kurz bevor DraftKings sein Kaufangebot abgab, sollen Entain und MGM in neue Gespräche über einen möglichen Deal getreten sein.

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