, 24.04.2020

Ein im Jahre 2016 begonnener Rechtsstreit vor dem US-Bezirksgericht von Massachusetts geht derzeit in die entscheidende Runde. In einer Sammelklage werfen mehrere Personen den Fantasy-Sportwetten-Betreibern DraftKings und FanDuel vor, Millionen Menschen wissentlich in die Irre geführt zu haben, indem Daily Fantasy Sports (DFS) als Wettbewerb beworben worden sei, bei dem jeder gewinnen könne.

 

Die Kläger argumentierten, die beiden Unternehmen hätten weniger kompetente Spieler gegen Profis antreten lassen mit dem Wissen, dass die Aussicht auf einen Gewinn für unerfahrene Spieler nicht sehr wahrscheinlich gewesen sei. Aus diesem Grunde sollten Kunden, die an den Wettbewerben teilgenommen hätten, ihr Geld erstattet bekommen.

 

Die Kläger berufen sich auf ein über 100 Jahre altes Gesetz, den sogenannten Lost Recovery Act (LRA). Dieses Gesetz soll verhindern, dass Familien verarmen, wenn ein Familienmitglied zu viel Geld in das Glücksspiel investiert hat.

 

In der von Betroffenen aus den Staaten Georgia, Kentucky, New Mexico, South Carolina und Tennessee eingereichten Klage heißt es:

„Die Angeklagten haben unschuldige Verbraucher angezogen, indem sie ihnen wissentlich falsche Versprechungen gemacht und Hunderte Millionen Dollar ausgegeben haben, um sicherzustellen, dass sie so viele Verbraucher wie möglich erreichen.“

DraftKings und FanDuel werden irreführende Geschäftspraktiken vorgeworfen

Die Kläger, bei denen es sich vornehmlich um Angehörige der Spieler handeln soll, pochen darauf, dass die Spieler von Beginn an nie eine reelle Chance auf einen Gewinn gehabt hätten, da es ihnen im Vergleich zu den Profis an Erfahrung und analytischen Fertigkeiten gefehlt habe. Dieser Tatsache seien sich die DFS-Anbieter aber bewusst gewesen.

DraftKings und FanDuel gerieten nicht zum ersten Mal ins Kreuzfeuer der Kritik. Bereits im Jahre 2016 beschuldigte Eric Schneiderman, Generalstaatsanwalt  des Bundesstaates New York [Seite auf Englisch], die Unternehmen des illegalen Glücksspiels und des betrügerischen Marketings.

 

Beide Unternehmen mussten daraufhin ihre Geschäftstätigkeiten zeitweilig unterbrechen. Im selben Jahr nahmen DraftKings und FanDuel ihre Aktivitäten zwar wieder auf, mussten allerdings eine Geldbuße von insgesamt 12 Mio. USD zahlen.

Noch soll nicht klar sein, in welcher Art und Weise DraftKings und FanDuel mit Profi-Spielern kooperiert haben sollen, um von unerfahrenen Spielern zu profitieren. Dies soll im Rahmen des Gerichtsprozesses geklärt werden.

 

DraftKings und FanDuel reagierten auf die Klage und beantragten die Abweisung. Sie argumentierten, dass es keine Grundlage für die Ansprüche gebe, da sie von den einzelnen Aktivitäten keine Gewinne generierten, sondern die Wettkämpfe nur veranstalteten und dafür eine Gebühr erheben würden. Wie das Gericht letztendlich entscheiden wird, bleibt nun abzuwarten.