, 03.10.2020

Die Sportjugend Nordrhein-Westfalen hat diese Woche ein E-Sport-Projekt mit dem Titel „E-Sport als Angebot der außersportlichen Jugendarbeit im Sportverein“ angekündigt. Unterstützt wird das Projekt, das bis 31. August 2023 laufen soll, vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration.

 

Somit werden kompetitive Veranstaltungen mit Spielen wie FIFA oder Rocket League auch in Sportvereinen möglich sein. Das Projekt soll außerdem eine Verbindung zwischen E-Sport und traditionellem Sport aufbauen.

 

Der Vorsitzende der Sportjugend NRW, Jens Wortmann, erklärt die Inhalte des Projekts, das auf vier Säulen gestützt werde.

Die vier Säulen des E-Sport-Projekts der Sportjugend NRW

 

  • Zwölf Standorte werden mit technischen Mitteln ausgestattet, um Konzepte für E-Sport-Angebote zu entwickeln, zu testen und zu evaluieren.
  • Im Rahmen des Projekts werden Schulungsangebote entwickelt, die InteressentInnen ausbilden, um anschließend E-Sport-Angebote pädagogisch anleiten und verbreiten zu können.
  • Beratungsangebote für interessierte Vereine werden aufgebaut.
  • Die FH Münster – Fachbereich Sozialwesen wird das Projekt wissenschaftlich begleiten

Gaming und E-Sport zur Förderung der Medienkompetenz

Die wissenschaftliche Federführung und Begleitung des Projekts wird Prof. Dr. Eik-Henning Tappe von der FH Münster – Fachbereich Sozialwesen – übernehmen. Das Projekt biete die Möglichkeit, Auswirkungen eines regelmäßigen Gaming-Angebots wissenschaftlich zu betrachten.

 

Prof. Dr. Tappe kommentiert:

Unser Ziel ist es, Ansätze herauszuarbeiten, die dafür sensibilisieren, die individuelle Betreuung nicht allein auf das Verbessern der spielbezogenen Fähigkeiten auszurichten, sondern auch explizit die Verarbeitung des Erlebten zu begleiten und aufzuarbeiten. Diese pädagogische Hinwendung ist der Ausgangspunkt für das Erkennen von förderlichen sowie herausfordernden Faktoren, die im und durch den Spielprozess entstehen können.

Auf diese Weise könne eine Grundlage geschaffen werden, Gaming und E-Sport in jugendorientierten Freizeitangeboten nachhaltig zu verankern, ergänzte der Wissenschaftler.

 

Der Vizepräsident Breitensport des eSport-Bund Deutschland e.V. (ESBD), Martin Müller, betrachte das Projekt der Sportjugend NRW mit seinen breitgefächerten Angeboten als „wichtige Brücke zwischen Sport und E-Sport“.

 

Die Offenheit für den E-Sport werde insbesondere junge Menschen begeistern. Der ESBD sei davon überzeugt, dass das Projekt wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft liefern werde.

 

Darüber hinaus werde die Medienkompetenz im Rahmen einer modernen Kinder- und Jugendarbeit gefördert. Daher seien praxisnahe Konzepte dringend notwendig, sagte Müller.