, 28.04.2021

In dieser Woche ist FIFA-Entwickler Electronic Arts (EA) wegen seiner Lootboxen erneut in die Schlagzeilen geraten. So hat der kanadische Fernsehsender CBC am Montag gemeldet, ihm seien Insiderdokumente zugespielt worden. Aus diesen gehe hervor, dass EA alles versuche, um die Spieler zum Kauf von Lootboxen zu bewegen.

 

Alle „Wege“ sollen zu den Lootboxen führen

 

Einem Insider zufolge sollen interne Unternehmensunterlagen beweisen, dass Electronic Arts versuche, Spieler dazu zu bewegen, mehr Geld für das FIFA Ultimate Team (FUT) und damit für Lootboxen auszugeben.

 

Bei dem Dokument soll es sich um eine interne Präsentation handeln. Aus dieser ginge hervor, dass die Lootboxen der „Eckpfeiler“ von FIFA seien. Demnächst werde es spezielle Inhalte geben, die die Spannung erhöhen und Spieler zu den Lootboxen leiten sollen. Dies sei unter einem Bullet Point mit dem Titel „Alle Wege führen zu FUT“ erläutert worden.

 

Das Problem hierbei sei nach Meinung der Kritiker, dass Spieler nicht nur gezielt zum Kauf der Lootboxen animiert würden, sondern zugleich auch nie wüssten, was sie für ihr Geld bekommen. So erklärte Keith Whyte vom US National Council on Problem Gaming gegenüber CBC:

Die Eigenschaften einer Lootbox ähneln denen eines Spielautomaten. Nichts ist attraktiver für das Gehirn – und macht manche Menschen abhängiger – als eine intermittierende, variable Belohnung.

Experten wie Whyte weisen zunehmend daraufhin, dass es immer mehr Spieler gebe, die von einer Lootbox-Sucht berichteten und nicht nur ihre Ersparnisse für den Kauf ausgäben, sondern sich auch verschuldeten.

Aufgrund ihres glücksspielähnlichen Charakters sieht das neue Jugendschutzgesetz in Deutschland für Spiele wie FIFA nun eine neue Kennzeichnungspflicht vor. Künftig könnten EA und anderen Spieleentwicklern sogar schärfere Altersfreigaben für ihre Spiele mit Lootboxen drohen.

EA weist Vorwürfe zurück

 

EA selbst hat mit einer Erklärung auf seiner Unternehmensseite [Seite auf Englisch] auf die Vorwürfe reagiert. FUT sei seit mehr als einem Jahrzehnt Teil der FIFA-Spiele. Spieler würden keinesfalls dazu gedrängt, Geld in den Spielen auszugeben und die Mehrheit der FIFA-Spieler gebe nie Geld für In-Game-Käufe aus.

 

Es sei normal, dass es gerade in der Jahresmitte neuen Content in den Spielen und im FUT gebe. Darin seien auch kostenfreie Prämien enthalten. Den Spielern stehe es stets frei, Geld auszugeben oder nicht. Dem widerspreche das nun veröffentlichte Insiderdokument in keinem Fall.

 

Es belege vielmehr, wie das Unternehmen das Engagement in seinem Spiel während der Sommermonate unterstütze, nicht jedoch die Ausgaben forciere. EA nehme seine Verantwortung gegenüber den Spielern ausgesprochen ernst, ihnen eine sichere Spielerfahrung zu bieten.