Samstag, 03. Dezember 2022

Frauen-EM: England siegt im Finale knapp – auch Sportwetten-Anbieter gewinnen

Pokal Frauen-EM Die Engländerinnen gewannen im Finale den Pokal der Frauen-EM (Bild: UEFA)

Die Frauen-EM hat in den vergangenen Wochen in puncto Fan-Begeisterung einen wahren Boom erlebt. Im gestrigen Finale vor knapp 90.000 Zuschauern im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion setzte sich dann das zuvor von den Buchmachern leicht favorisierte englische Team mit 2:1 gegen die deutsche Elf durch. Neben den Engländerinnen gehören auch die Sportwetten-Anbieter zu den Gewinnern des Turniers.

Traumquote für das Finale der Frauen-EM

In England und Deutschland fieberten gestern Millionen von Fans dem Finale entgegen. Allein hierzulande versammelten sich 17,9 Millionen Zuschauer vor den TV-Geräten. Mit einer Traumquote von 64,8 % brachte das EM-Finale ein Allzeithoch im Frauenfußball.

In der ausgeglichenen Partie war es den Deutschen in der ersten Halbzeit zunächst gelungen, den wiederholten Angriffen der Gastgerberinnen zu widerstehen. Im Verlauf des Matches kamen die von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gecoachten Athletinnen dann besser ins Spiel und zu ihren ersten Chancen. Trotzdem folgte nach einer guten Stunde das 1:0 durch Ella Toone.

Bereits vor dem Anpfiff erhielten die Ambitionen des deutschen Teams einen herben Rückschlag. Aufgrund muskulärer Probleme musste mit Alexandra Popp die beste deutsche Stürmerin und Co-Torschützenkönigin des Turniers ihre Teilnahme am wichtigsten Match des Jahres absagen. Damit ging die Mannschaft mit einer schweren Hypothek in das Spiel um den EM-Titel.

In der letzten halben Stunde warfen die deutschen Spielerinnen noch einmal alles nach vorne. In der 79. Minute wurden sie dafür belohnt und kamen durch Lina Magull zum verdienten Ausgleich.

In der Verlängerung verlief die Partie ausgeglichen, ehe Chloe Kelly mit ihrem 2:1 in der 110. Minute den Deutschen den K.-o.-Schlag versetzte. Die stark kämpfende Mannschaft schaffte es danach nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen. Nach dem Match zeigte sich die Bundestrainerin enttäuscht.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg war vom Einsatz der Spielerinnen begeistert (Bild: dfb.de)

Allerdings erklärte sie in der ARD, dass sie auch gute Erfahrungen aus dem Turnier mitnehme:

Es hat nicht ganz gereicht, aber wir können trotzdem stolz sein.

Im Jahr 2025 erhalten die Deutschen erneut die Gelegenheit, die EM zu gewinnen. Die Rekordsiegerinnen könnten ihrer beeindruckenden Titelsammlung dann einen neunten Pokal hinzufügen

Frauen-EM bringt Sportwetten-Boom

Das Turnier bescherte nicht nur dem Frauenfußball einen massiven Boom. Neben den Sportlerinnen profitierten auch Sportwetten-Anbieter von dem enormen Zuspruch, der ihnen beim Wettvolumen rund um die Frauen-EM Rekordzahlen bescherte.

Julie Doleman, Managing Director UK & Ireland Digital beim Glücksspiel-Konzern Entain, sagte dazu:

Der Frauenfußball hat in den letzten Jahren einen phänomenalen Popularitätszuwachs erfahren und eine unglaubliche Begeisterung für diesen Sport ausgelöst.

Schon vor dem Finale konnte der Glücksspiel-Konzern vermelden, dass die Kunden seiner Sportwetten-Marken Ladbrokes und Coral über 1,5 Millionen Wetten platziert hätten. Diese Zahl dürfte sich an den zwei Tagen vor dem Finale noch merklich erhöht haben.

Nach Angaben von Entain habe sich die Wettaktivität im Vergleich zur vergangenen, in den Niederlanden ausgetragenen EM massiv erhöht. Die Umsätze hätten sich demnach ohne Berücksichtigung der am letzten Wochenende getätigten Einsätze annähernd verfünffacht. Bei den weiblichen Wettfans sei sogar ein Sportwetten-Plus von über 600 % zu verzeichnen gewesen. Trotz des überdurchschnittlichen Wachstums machten von Frauen platzierte Wetten noch immer lediglich 14 % des gesamten Volumens aus.

Am wettfreudigsten hätten sich Entain zufolge Spieler aus Großbritannien und Deutschland gezeigt. Mit gut 46 % sei der Löwenanteil der Sportwetten auf die Briten entfallen, während Wettfans aus Deutschland immerhin 22 % beigesteuert hätten.

Dabei seien in Großbritannien und Deutschland ähnliche Vorlieben bei der Wahl der Tipps zu beobachten gewesen. Beide Lager hätten zu jeweils 60 % auf das eigene Team getippt. In England dürften sich diese Fans heute doppelt über den Gewinn des EM-Titels freuen.