Donnerstag, 11. August 2022

Frauen-EM: Sportwetten auf das spannende Finale zwischen England und Deutschland

Wembley-Stadion Das Frauen-EM-Finale findet vor 90.0000 Fans statt (Bild: Flickr/John Cooper, CC BY-NC-ND 2.0)

Fußballspiele zwischen England gegen Deutschland gehören zu den Klassikern des Sports. Heute Abend kommt es im berühmten Wembley-Stadion in London zu einer Neuauflage, wenn sich die beiden Teams im Finale der Frauen-Europameisterschaft gegenüberstehen. Bei der Frage, wer den Titel der Frauen-EM gewinnt, sehen Sportwetten-Anbieter leichte Vorteile bei den Engländerinnen.

Bereits im Vorfeld des Finales bewegte das Match besonders die englischen Fans und Medien. Auf der Insel sind Spiele gegen deutsche Teams spätestens seit dem gewonnenen WM-Finale von 1966 von größter Bedeutung. Schon im Vorfeld titelten Blätter wie der Mirror, dass England vor einem „Schicksalsmoment“ stehe, und dass die Löwinnen sich vorgenommen hätten, „gegen den alten Feind Deutschland Geschichte zu schreiben“. Die Zeitung Die Sun forderte gar zum als sicher angenommenen EM-Triumph, den kommenden Montag zum Feiertag zu erklären. In deutschen Medien hingegen fanden sich derart martialische Ankündigungen kaum.

Fast ausgeglichene Sportwetten-Quoten

Wenige Stunden vor dem Anpfiff geben die Buchmacher dem englischen Team eine Siegquote von 1,70. Nur leicht dahinter liegen die von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gecoachten deutschen Spielerinnen mit 2,0.

Dabei erwarten die Sportwetten-Fans eine Entscheidung während der regulären Spielzeit. Deshalb werden die Chancen auf die Kür der Europameisterinnen nach Verlängerung oder Elfmeterschießen von ihnen nur bei etwa 30 % eingeschätzt.

Ein Grund für die Favoritenrolle könnte der Austragungsort des Endspiels der Frauen-EM sein. Im ausverkauften Wembley-Stadion werden rund 90.000 Fans erwartet, von denen ein Großteil lautstark das englische Team anfeuern dürfte. Unabhängig vom Wohlwollen der Fans erklärten jedoch auch deutsche Spielerinnen, dass die Austragung eines Finales vor einer solchen Kulisse ein einmaliges Erlebnis für sie darstelle.

Angesprochen auf die Siegchancen zeigte sich die Bundestrainerin optimistisch. Das deutsche Team habe gute Aussichten auf einen erneuten Triumph bei der Frauen-EM. Aber wie bei jeder Partie gelte, dass auch das wichtigste Match des Jahres beim Stand von 0:0 beginne.

Martina Voss-Tecklenburg

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg gibt sich vor dem Finale optimistisch (Bild: dfb.de)

Für die Spielerinnen würde sich der Titel auch finanziell lohnen. Im Falle eines EM-Sieges erhält jede von ihnen 60.000 Euro. Nach dem Sieg im Halbfinale gegen Frankreich sind bereits 30.000 Euro pro Spielerin garantiert.

Wer wird Torschützenkönigin?

Neben dem EM-Titel zählt die Wahl zur Top-Scorerin zu den größten Auszeichnungen des Turniers. Hier bahnt sich ein spannender Zweikampf zwischen den beiden besten Stürmerinnen des Wettbewerbs an.

Vor dem heutigen Finale liegen Beth Mead aus England und die deutsche Alexandra Popp mit jeweils sechs Treffern an der Spitze. Damit haben sie schon jetzt den 2009 aufgestellten EM-Rekord der zweimaligen Torschützenkönigin Inka Grings eingestellt.

Trotz des aktuell herrschenden Gleichstands rechnen Sportwetten-Anbieter der Engländerin größere Chancen auf den Gewinn der Torjägerkrone aus. Hier liegt Mead mit 1,2 deutlich vor ihrer deutschen Kontrahentin (3,5). Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der beiden im Finale trifft, liegt hingegen ausgeglichen bei 2,9. Auch die Möglichkeit eines Doppelpacks schätzen die Buchmacher bei Mead und Popp ausgeglichen mit jeweils 13,0 ein.

Sollte heute keiner der beiden ein Treffer gelingen, würden sich erstmals seit dem Jahr 2001 wieder zwei Spielerinnen die Krone der Top-Torschützin teilen. Damals hatten Claudia Müller und Sandra Smisek mit je vier Toren die Liste nach der Europameisterschaft angeführt.

Heute Abend wird sich dann zeigen, ob Popp oder Mead den goldenen Schuh erhalten. Nach mehr dürfte die Fans allerdings interessieren, ob die Engländerinnen oder die Deutschen den begehrten Pokal nach Spielende in den Nachthimmel des Wembley-Stadions stemmen dürfen.