, 15.04.2021

Der britische Glücksspiel-Konzern Entain verbucht trotz der fortwährenden Corona-Krise international Erfolge. Davon sollen nun auch die Mitarbeiter des Konzerns profitieren können. Wie den am Donnerstag veröffentlichten Geschäftszahlen des Unternehmens [Seite auf Englisch] zu entnehmen ist, generierte Entain zwar im ersten Quartal 2021 im landbasierten Sektor fast gar keinen Umsatz, Grund zur Sorge gebe es aber trotzdem nicht.

 

Überall Wachstum außer in Deutschland

So habe Entain auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder ein starkes Wachstum in seinem Online-Glücksspiel-Geschäft verbucht. Insgesamt habe der Online-Markt international um 33 % zugelegt (47 % bei Sportwetten und 23 % bei Online-Casinospielen).

 

Damit setze sich der Erfolgskurs des Konzerns im Online-Sektor fort, denn auch die vorherigen 20 Quartale habe Entain mit einem Plus im zweistelligen Bereich abgeschlossen.

 

Lediglich auf dem deutschen Markt habe Entain kein neues Wachstum generieren können. Die hiesigen Restriktionen für Online-Casinos, die bis zum Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags gelten sollen, erschwerten die Geschäfte  des Unternehmens.

Entain verfügt aktuell in 27 Ländern über Online-Glücksspiel-Lizenzen. Wie der Konzern bereits letztes Jahr ankündigte, wolle er sich auch in Deutschland um eine Lizenz bewerben. Allerdings kritisiert Entain die vielen vom Glücksspielstaatsvertrag vorgesehenen Restriktionen, insbesondere in Bezug auf Einsatzlimits und Spieldauer. Der deutsche Markt verliere aufgrund der vielen Einschränkungen sowohl für die legalen Anbieter als auch für die Spieler selbst deutlich an Attraktivität.

Umso größere Erfolge habe Entain im vergangenen Quartal in seinen neuesten Märkten verzeichnet. So hätten sich vor allem die Akquisitionen von Bet.pt in Portugal und Enlabs AB im baltischen Raum als erfolgreich erwiesen.

 

Doch auch in den USA liefen die Geschäfte rund. So habe BetMGM, die gemeinsame Tochter von Entain und dem US-Glücksspiel-Giganten MGM Resorts, ebenfalls ein Wachstum von 19 % verzeichnet.

 

Entain-CEO Jette Nygaard-Andersen fasst das Ergebnis zusammen:

Es war ein weiteres sehr erfolgreiches und produktives Quartal für Entain mit exzellentem Fortschritt in einer Reihe unserer strategischen Prioritätsbereiche. Es ist der Beleg für die harte Arbeit und Hingabe unserer Mitarbeiter auf allen Geschäftsebenen.

Langfristig gesehen sei der Konzern trotz der Corona-bedingten Einschränkungen sehr zuversichtlich, seinen wirtschaftlichen Erfolg auch in Zukunft fortsetzen zu können.

 

Unternehmensanteile für 22.500 Mitarbeiter

Nygaard-Andersen sei daher auch erfreut, die Mitarbeiter künftig vermehrt am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Zu diesem Zwecke habe Entain einen neuen „ShareSave Plan“ aufgestellt, im Rahmen dessen es den Angestellten marktübergreifend erleichtert werden solle, Anteile am Unternehmen zu erwerben.

 

Die rund 22.500 Angestellten könnten sich ab sofort für den Plan anmelden. Auf Wunsch könnten diese dann für die nächsten drei Jahre monatlich einen Betrag zwischen 5 und 100 GBP ihres Gehaltes „auf die Seite“ legen.

 

Nach den drei Jahren solle die gekommene Summe dann dazu genutzt werden, Unternehmensanteile zu kaufen. Die Anteile erhielten die Mitarbeiter dabei zu einem 20 % geringeren Preis als zum aktuellen Marktwert. Ein sofortiger Weiterverkauf der Anteile könne somit unmittelbar einen Gewinn einbringen.

 

Sollten die Aktien wider Erwarten an Wert verlieren, könnten die am Programm teilnehmenden Mitarbeiter sich ihr so Erspartes schlichtweg wieder auszahlen lassen. Davon, dass die Entain-Aktien in den nächsten Jahren jedoch an Wert verlieren könnten, scheint man im Konzern nicht auszugehen. So betonte Nygaard-Andersen, dass Entains Aktie im letzten Jahr zu den stärksten in Großbritannien gehört habe.