, 18.01.2019

Mark Pace, der Geschäftsführer des europäischen Zweiges der Gaming Standards Association (GSA), wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) ausgewählt, um die Erstellung der Berichtsstandards für das Online-Gaming in der EU zu leiten.

 

Die Arbeit der GSA im CEN-Komitee TC 456

 

Das Europäische Komitee für Normung (Comité Européen de Normalization, kurz CEN), hat das Arbeitsgremium CEN/TC 456 gebildet, das Standards für Online-Glücksspiele erarbeiten soll. Die GSA Europe war dem Komitee 456 bereits 2017 als Verbindungsorganisation (engl. Liaison Organisation) beigetreten. Als solche hat sie die Aufgabe, dem CEN-Komitee mit ihrem Fachwissen bei der Ausarbeitung von Normen zur Seite zu stehen.

Das Arbeitsgremium CEN/TC 456

 

Das Gremium TC 456 hat die Aufgabe, europäische Normen für die Berichterstattung von Online-Glücksspielanbietern an die Glückspielregulierungsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten zu entwickeln. Zweck ist es, Online-Glücksspiele besser beaufsichtigen zu können. Das Gremium soll die Kerndaten für die Berichterstattung festlegen. Zudem soll es die Sicherheit und der Schutz personenbezogener Daten sicherstellen. Die aus der Arbeit des Gremiums hervorgehenden Normen sollen den einzelnen Regulierungsbehörden als freiwilliges Instrument dienen. Die Zuständigkeitsbereiche der Mitgliedsstaaten hinsichtlich der Regulierung der Online-Glücksspiele sollen dabei aber nicht berührt werden.

Die Wahl von Mark Pace sei laut GSA auf die bereits begonnene Arbeit von GSA Europe im Komitee ausgerichtet. Spezifisch handele es sich dabei um die Schaffung eines einheitlichen Standard-Datensatzes. Zudem arbeite die GSA Europe an der Standardisierung der Art und Weise, in der Daten von den Online-Glücksspielanbieter an die Regulierungsbehörden übermittelt werden.

 

Mark Pace erklärte zu seiner Ernennung:

„Als Co-Projekt-Leiter des Technischen Komitees gewählt zu werden, ist eine große Ehre. Ich bin zutiefst dankbar für die Stimmen so vieler Mitgliedstaaten und werde ernsthaft daran arbeiten, eine solide technische Lösung zu liefern, von der sowohl die Aufsichtsbehörden als auch die Anbieter von Online-Glückspielen profitieren werden.“

Abgesehen davon, dass Mark Pace die Arbeit des Technischen Komitees leitet, wird die GSA Europe dem CEN den Entwurf des Regulatory Data Set (der Datenbasis) sowie der Regulatory Reporting Interface (die Schnittstelle) spenden.

 

Das Regulatory Data Set ist der Entwurf eines Datenverzeichnisses, das alle Daten enthält, die Online-Glücksspielsysteme generieren. Beim Regulatory Reporting Interface handelt es sich um den Entwurf einer Schnittstelle für die Berichterstattung. Das Übertragungsprotokoll legt fest, wie die Daten gesammelt werden, damit Berichte in Echtzeit, nahezu in Echtzeit sowie in regelmäßigen Abständen, geliefert werden können.

 

Für die GSA [Seite auf Englisch] bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsgremium eine wichtige Anerkennung, wie Peter DeRaedt, Präsident der GSA, erklärt:

„Der Beitritt zum CEN-Komitee TC456 als Verbindungsorganisation und nun die Wahl des Geschäftsführers der GSA Europe aufgrund seiner Bemühungen ist eine bedeutende Anerkennung der über 20-jährigen Verpflichtung der GSA, Standards für die Gaming-Industrie zu schaffen. Die GSA war nachweislich erfolgreich bei der Einführung weltweiter Standards, die sowohl für Entitäten in der Politik als auch in der Industrie vorteilhaft sind.“

Neue Standards für die Glücksspiel-Industrie

 

Bitcoin

Die GSA prüft die Standardisierung der Blockchain-Technologie im Glücksspielsektor. (Bild: Pixabay)

Die GSA hat sich bereits in der Vergangenheit bemüht, die technischen Standards im Glücksspiel-Sektor festzulegen. Im Jahr 2018 hatte sie so zum Beispiel bekanntgegeben, ein technisches Komitee zur Bewertung der Blockchain-Technologie einzurichten.

 

Die GSA geht davon aus, dass die Blockchain-Technologie den Glücksspiel-Sektor revolutionieren wird und möchte einheitliche Industrie-Standards einführen. Die Einführung der Blockchain-Technologie und mit ihr des Bitcoins könnte die Zahlungssysteme der Glücksspiel-Anbieter radikal verbessern, zugleich aber auch standardisieren.

 

Der Bitcoin bietet laut Meinung von Experten eine gute Basis für schnelle und sichere Zahlungen und als mögliche, standardisierte Datenquelle. So erklärte Bitcoin-Experte Sebastian Plötzenedder zum Beispiel, dass die Nutzung von Bitcoin SV absolut sicher und es für Hacker unglaublich schwierig sei, an die Daten zu gelangen. Zudem biete die Blockchain-Technologie eine hohe Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

 

Im Oktober hatte die GSA die Zusammenarbeit mit BlockRe, einem Risikobewertungsunternehmen bekanntgegeben. Dieses soll die Risiken von Blockchain-Lösungen für die Glücksspielbranche bewerten und bei der Entwicklung von neuen Standards behilflich sein. Die GSA gehe davon aus, dass der aus der Zusammenarbeit hervorgehende Rahmen auch für die Regulierungsbehörden von Interesse sei.