, 13.03.2020

Die Causa Casinos Austria geht in die nächste Runde. Österreichischen Medienberichten zufolge soll es am Mittwoch aufgrund „weiterer Verdachtslagen“ zu erneuten Razzien gekommen sein.

 

In deren Fokus stünden zwei hohe Novomatic-Manager, ein Linzer Wirtschaftsprüfer und das FPÖ-nahe Institut für Sicherheitspolitik (ISP), bzw. dessen Obmann, der Rechtsanwalt und frühere FPÖ-Parlamentarier Markus Tschank.

 

Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittle wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Amtsmissbrauch gegen die genannten Personen und Einrichtungen.

 

Wie bereits zu Beginn der Casinos-Austria-Affäre drehe sich alles um die Vergabe von Glücksspiellizenzen. Novomatic soll dafür, getarnt als Sponsoring-Vertrag, unter anderem 200.000 Euro an das ISP überwiesen haben.

Begonnen hatte die Casinos-Austria-Affäre mit dem Vorwurf, dass der FPÖ-Politiker Peter Sidlo in den Finanzvorstand des Unternehmens berufen worden sei, um diesem zu Vergünstigungen in Bezug auf die Glücksspiellizenzen zu helfen.

 

Im Zuge der Intensivierung des Skandals beschloss Casinos Austria-Miteigentümer Novomatic dann, seine Anteile von insgesamt 17 % abzustoßen. Seither ist die tschechische Sazka-Gruppe der Hauptanteilseigner.

Causa Casinos wird zur „Causa Novomatic“

Doch kurz nachdem sich Novomatic von Casinos Austria losgelöst hatte und Novomatic-Chef Harald Neumann seinen Rücktritt aus vermeintlich familiären Gründen erklärte, rückt Novomatic selbst in den Fokus der Bestechungsvorwürfe.

 

Die Ermittler interessierten sich jetzt besonders für die Details des „Sponsoring-Vertrags“ zwischen Novomatic und dem ISP, der in den Medien bereits als „Scheinvertrag“ betitelt wird.

 

Es sei nicht klar, welche Gegenleistung das ISP für die gezahlte Geldsumme erbracht habe. Laut der österreichischen Zeitung „Standard“ sei in einer Vertragsrechnung vom 22. März 2018 lediglich die Rede von einer „Verstärkung der Positionierung von Novomatic im Bereich Sicherheit“.

 

Novomatics Ex-Chef Neumann soll die genannte Summe anschließend aus eigener Tasche an seinen Konzern zurückgezahlt haben.

 

Kein Kommentar seitens der Beschuldigten

Bisher liegen keine Pressestatements der in die Causa Involvierten vor. Lediglich der ebenfalls FPÖ-nahe Linzer Steuerberater soll gegenüber dem „Standard“ bestätigt haben, „seit langem für die Novomatic“ gearbeitet zu haben.

 

Den Vorwurf, er habe mit den betroffenen Novomatic-Managern Treffen vereinbart und Scheinverträge vorbereitet, um damit einem damaligen Regierungsmitglied im Gegenzug zu Glücksspiellizenzen Gelder zukommen zu lassen, habe er jedoch nicht kommentiert.

 

Bislang gelte offiziell gegen alle Beteiligten noch die Unschuldsvermutung. Ob die WKStA im Rahmen der derzeitigen Überprüfungen stichhaltige Beweise für ihre Vorwürfe findet, bleibt abzuwarten.

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